Streit vor dem Start der Gesamtschule

Von: ehg
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101 Schüler wurden angemeldet: 100 waren für die Genehmigung nötig. Das Interesse an einer Würselener Gesamtschule war bei der Befragung im Vorfeld deutlich größer. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Einen heftigen Schlagabtausch lieferten sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Carduck und Bürgermeister Arno Nelles (SPD) in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, die erstmals von der stellvertretenden Vorsitzenden Sylvia Köhne (CDU) geleitet wurde und dabei keinen leichten Stand hatte. Die heftige Diskussion drehte sich um das Anmeldeverfahren zur Gesamtschule, wobei Carduck der Verwaltung vorwarf, dass es, wie es stattgefunden habe, jeder Beschreibung spotte.

Es sei manipuliert worden. Beim ersten Anmeldetermin seien keine 100 Würselener Kinder zusammen gekommen. Aufmerksam verfolgt wurde die aufgeregte Debatte von rund 20 Kindern und um den Fortbestand der Realschule besorgten Eltern, die sich vor Einstieg in die Tagesordnung nur kurz von der Tribüne aus zu Wort gemeldet hatten.

„Wir freuen uns, dass die Gesamtschule nunmehr an den Start gehen kann“, meldete sich SPD-Sprecher Andreas Dumke zu Wort. Auch wenn sie immer noch keine uneingeschränkte Zustimmung erfahre. Durch die Verlängerung der Anmeldefrist hätten noch eine Reihe von außerhalb der Stadt angemeldeten Kindern zurück geholt werden können.

Dumke hielt die Verwaltung an, rechtzeitig zu überlegen, wie im nächsten Jahr die Fünfzügigkeit erreicht werden könne. Das sie erreicht werden könne, davon zeigte sich Dumke überzeugt. Er versicherte, dass die Realschule nicht als lästiges Anhängsel der Schullandschaft fortbestehen werde.

Dass die Gesamtschule nicht gerade ein heiß geliebtes Kind gewesen sei, bekannte CDU-Sprecher Balthasar Tirtey. Nachdem aber der Hauptschule mehr und mehr die Schüler ausgegangen seien, habe es keine andere Wahl gegeben. Werde doch durch sie sichergestellt, dass alle Kinder in Würselen einen schulischen Abschluss erlangen können.

Auch er unterstrich, dass weder die 2017 auslaufende Hauptschule noch die in fünf Jahren auslaufende Realschule stiefmütterlich behandelt werden dürften. „Die Gesamtschule ist auf eine saubere Art und Weise zustande gekommen“, erklärte Tirtey.

Die UWG-Sprecherin Frieda Honrath konstatierte, die Gesamtschule habe längst nicht bei allen Eltern Akzeptanz gefunden. Sie warf eine Reihe von konkreten Fragen in Bezug auf die Errichtung der neuen Schule auf, die zeitnah beantwortet werden müssten. Unbedingt müsse ihr Standort vom Rat festgelegt und die Versorgung mit Essen an den langen Schultagen sichergestellt werden.

„Bedingungslos“ begrüßte die Sprecherin der Bündnisgrünen, Erni Parschmann, die Errichtung einer Gesamtschule.

Dass die 100 Würselener Kinder, wie sie von seiner Fraktion immer wieder gefordert worden seien, nicht erreicht worden seien, hielt Carduck der Verwaltung vor. Und erhärtete damit den Vorwurf der Manipulation. Als guter Demokrat werde er die Dinge nun so akzeptieren, wie sie gelaufen seien. Auch seine Fraktion werde alles daran setzen, dass die neue Schule ihre Ziele erreichen könne.

Scharf wies Bürgermeister Arno Nelles den Vorwurf der Manipulation zurück. „Das Verfahren ist ordnungsgemäß abgewickelt worden“, betonte er. Er habe für eine Schule geworben, von der er überzeugt sei, dass sie die beste Wahl für Würselen sei, weil sie alle schulischen Abschlüsse garantiere.

„Wir werden nur im gemeinsamen Schulterschluss die nun zu bewältigenden Probleme lösen“, schwor er den gesamten Ausschuss auf gute Entscheidungen für die Zukunft der Schullandschaft in Würselen ein. Andreas Dumke riet der Verwaltung, die Eltern der Kinder, die die Schule vom neuen Schuljahr an besuchen werden, in den Entstehungsprozess einzubeziehen.

Unter „Verschiedenes“ schob Frank Lube (FDP) noch einen riesigen Katalog an konkreten offenen Fragen nach. Dass die große Koalition (SPD/CDU) bereits Ende des vergangenen Jahres einen derartigen Katalog erstellt und der Verwaltung zur Bearbeitung überreicht habe, daran erinnerte Balthasar Tirtey (CDU). Eine Reihe von offenen Fragen seien bereits erörtert worden, erklärte die Verwaltung.

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