Streit um Kunstrasenplätze in Würselen ausgebrochen

Von: Karl Stüber
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„Glatzenbildung“ auf dem Naturrasenplatz: Die Spielfläche des FC Teutonia Weiden im Helleter Feldchen macht deutlich, warum der Verein seinerseits auch einen Kunstrasenplatz haben möchte – wie andere auch. Foto: Karl Stüber

Würselen. Der Ton in der Diskussion um Sportstätten in Würselen wird deutlich rauer. Im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur geraten Verwaltung und Politik unter Druck – und Sportvereine aneinander.

Da ein umfassendes und von mehreren Vereinen getragenes Konzept im Bereich Sporthalle Parkstraße nicht realisiert werden kann, weil erhoffte Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ nicht fließen, will die Stadt zunächst einmal „nur“ die maroden Umkleidekabinen und die Duschen durch einen Anbau auf der anderen Seite der Sporthalle ersetzen.

Der Sportausschuss soll die Verwaltung in der Sitzung am heutigen Dienstag, 14. Juni, Beginn 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, mit der Erarbeitung eines Finanzierungsvorschlags beauftragen. Mit dem neuen Anbau würden aber große Teile des an der Halle Parkstraße befindlichen Ascheplatzes wegfallen, der der Teutonia Weiden und dem Jugendförderverein Broichweiden insbesondere in den Wintermonaten als Trainingsplatz dient.

Mit Blick auf den Plan der Stadt, dem VfR Würselen und der Rhenania Würselen für die dem Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße zum Opfer fallenden Trainingsplätze einen Kunstrasenplatz am „Aquana“ Ersatz zu schaffen, hat der FC Teutonia Weiden offenbar nach dem Grundsatz „Gleiches Recht für alle“ gehandelt.

In einem Schreiben an Bürgermeister Arno Nelles (SPD) macht sich 1. Vorsitzender Peter Pütz dafür stark, ebenfalls am „Aquana“ (an der Krauseichengasse) einen Kunstrasenplatz zu bekommen, um Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht erhalten zu können.

In dem Brief steht auch: „Des weiteren möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir uns mit DJK Armada Euchen-Würselen und Jugendförderverein Broichweiden einig sind, diesen neuen Platz gemeinsam auszulasten.“ Man werde in nächster Zeit mit der DJK einen Kooperationsvertrag eingehen und hoffe, in absehbarer Zeit zu fusionieren.

Die Sportanlage sollte dann durch eine „Kampfbahn“ mit Blick auf die Belange der Leichtathleten erweitert werden. Dem hat der Vorsitzende des Jugendfördervereins Broichweiden (JFV), Joachim Jagow, in einem weiteren Schreiben an Bürgermeister Nelles entschieden widersprochen. Der JFV ist übrigens eine Kooperation von Teutonia Weiden, VfR Linden-Neusen und dem SV Grün-Weiß Broichweiden im Fußball-Jugendbereich.

Jagow schreibt: „Eine Absicht zur Nutzung eines Kunstrasenplatzes an der Krauseichengasse gibt es im JFV Broichweiden nicht. Der Antrag wurde einseitig von Teutonia Weiden ohne vorherige Abstimmung beziehungsweise Beratung in den Gremien des JFV verfasst.“ Bei einer vor kurzem stattgefundenen Vorstandssitzung, bei der erstmals über dieses Thema gesprochen worden sei, sei hierzu keine Einigung erzielt worden. Im Gegenteil sei seitens des VfR Linden-Neusen deutlich gemacht worden, dass der Antrag der Teutonia keine Zustimmung findet.

Jagow wird noch deutlicher: Sollte die Teutonia weiterhin ohne vorherige Rücksprache mit dem VfR Linden-Neusen beabsichtigen, einen Kunstrasenplatz am Aquana zu nutzen und mit der Armada zu fusionieren, „würde dies einen Bruch der Kooperationsvereinbarung … bedeuten und diesen beendigen“. Dagegen strebe Jagow als 1. Vorsitzender des JFV „die weitere Nutzung der bestehenden Platzanlagen auf Würselener Stadtgebiet am Helleter Feldchen und an der Lindener Straße an“.

Der drohende Wegfall des Ascheplatzes an der Halle Parkstraße soll durch die Umwandlung eines der beiden vorhandenen Naturrasenplätze in einen Kunstrasenplatz aufgefangen werden, der „unabhängig vom endgültigen Standort in Weiden oder Linden-Neusen durch die drei betroffenen Vereine (JFV, Teutonia, VfR Linden-Neusen) gleichberechtigt genutzt werden kann“. Das würden die drei Vereine jetzt besprechen. Er hoffe dann auf eine gemeinsame Stellungnahme zur künftigen Nutzung der Sportstätten in Broichweiden.

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