Streicherklasse am HGG vor dem Auftakt

Von: Anja Klingbeil
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Am HGG gibt es bald die erste Streicher-Klasse. Foto: AZ

Nordkreis. Was der Unterschied zwischen Violine und Geige ist? „Nun, es gibt eigentlich keinen. Geige ist der deutsche Ausdruck für das Instrument, der Begriff Violine kommt aus dem Französischen”, sagt Martin Busch.

Das Steckenpferd des Musiklehrers am Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) ist zwar eher die Klarinette, aber natürlich hat auch er in seiner Ausbildung die Grundlagen des Violinenspiels erlernt. Bei der Geige und anderen Streichinstrumenten wie Bratsche, Cello und Kontrabass setzt auch das Konzept des amerikanischen Violinpädagogen Paul Rolland an, von dem Martin Busch zutiefst überzeugt ist. Auch Christoph Barbier, Direktor des HGG, hat sich schnell überzeugen lassen. Und so startet zum neuen Schuljahr eine Streicherklasse in Broich.

Teilnehmen daran können die Mädchen und Jungen, die zum neuen Schuljahr als Fünftklässler die Würselener Schule besuchen. Die maximale Stärke der Streicherklasse liegt bei 30 Teilnehmern. Geleitet wird sie von Martin Busch und zwei Lehrern der Musikschule Aachen, Rainer Bartz (Cello) und Gertrudis Leson (Geige/Bratsche). Sie werden die Schüler gemeinsam an die Instrumente heranführen. Apropos Instrumente: Sie sind ebenso wie das Angebot selber für die Fünftklässler völlig kostenlos. Finanziert wird das Pilotprojekt, das erst einmal zwei Jahre laufen soll, aus Mitteln der freiwilligen Elternbeiträge für das Gymnasium . Auch die Streichinstrumente werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Und selbst wer noch nie eine Geige oder ein Cello in der Hand gehabt hat, kann sich zur Streicherklasse anmelden. „Wir beginnen damit, direkt gemeinsam zu spielen. Die Schüler begreifen sich auf diese Weise schnell als Gruppe und haben direkte Erfolgserlebnisse. Außerdem wird den Schülern Musik durch das eigene Spielen besser erfahrbar gemacht”, sagt Martin Busch. Ein Punkt, in dem sich die Streicherklasse deutlich vom normalen Musikunterricht abhebt, der doch größtenteils theoretischer Natur ist. Der Unterricht in der Streicherklasse gestaltet sich aktiv und abwechslungsreich. Genau auf diesem Prinzip fußt auch die Methode Rolland: Ausgehend von der Erkenntnis, dass alle Streichinstrumente mit ähnlichen Bewegungskonzepten gespielt werden, ist die Tonerzeugung quasi sichtbar. Die Schüler lernen so wesentlich leichter. „Nach zwei Jahren haben die Kinder so sehr gute Grundlagen in allen wichtigen Techniken”, ist Busch überzeugt. Wer Interesse hat, kann dann den Unterricht an der Musikschule Aachen, die zum ersten Mal mit dem HGG kooperiert, fortführen.

Oder in eines der Ensembles des Gymnasiums, etwa das Schulorchester, wechseln. Die Streicherklasse als alternative Form des gewöhnlichen Musikunterrichtes findet an zwei Stunden am Vormittag statt, ist somit in den normalen Stundenplan integriert. Zusätzlich gibt es noch eine dritte Musikstunde für die fünften Klassen. „Es ist bewiesen, dass Musik und Musizieren sich auch auf andere Gebiete positiv auswirkt: Das rhythmische Empfinden wird verbessert, die Feinmotorik ausgeprägt, kognitive, soziale und kreative Fähigkeiten werden geschult”, betont Busch. Gespielt werden im Übrigen nicht nur klassische Werke. Natürlich bilden sie die Grundlage des Lernens. „Aber von Klassik bis Rock´n´Roll wird die Streicherklasse ein breites Repertoire haben”, verspricht Marin Busch.
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