Streetball-Platz: Kindern das Spielen nicht verbieten

Von: mas
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Baesweiler. Sozialdemokrat Detlef Lindlau begehrte als Erster auf. „Das kann man nicht machen, das ist doch völlig grotesk, Kindern das Fußballspielen zu verbieten“, warf der SPD-Sprecher im Baesweiler Bauausschuss sein Veto ein.

Seine Partei wehrt sich gegen die Absicht der Stadtverwaltung, den 2007 angelegten Streetballplatz an der Kurt-Schumacher-Straße umzugestalten. Das hätten 13 Anwohner gern, die sich über den Lärm, den das Fußballspielen dort erzeugt, schriftlich bei der Verwaltung beschwert haben.

Unter anderem heißt es in der Begründung „Fensterscheiben sind schon (polizeilich aufgenommen) zu Bruch gegangen, innen stehende Blumentöpfe fliegen durch die Wucht des Aufpralls durchs Zimmer. Manche Anwohner sind durch das permanente Erschrecken wegen der heftigen Aufpralle so genervt und gereizt, dass sie sich kaum in der Wohnung aufhalten möchten.“

Die Stadt nahm das auf und prüfte. Zumal die Beschwerdeführer auch berichteten, „die Verursacher lassen sich nicht mit guten Worten oder auch durch Ermahnungen von ihren regelmäßigen Störungen abbringen“. Dies sei auch am Wochenende und nach 22 Uhr der Fall. So wünschen sich die Anwohner eine Umgestaltung der Flächen. Vorstellen könne man sich „zum Beispiel Parkplätze“, die einen Missbrauch als störenden Bolzplatz ausschließen.

„Befremdet“

Ganz so weit mochte die Stadt nicht planen, wie Peter Strauch verdeutlichte. Man könne dort beispielsweise auch eine Tischtennisplatte mittendrin bauen und zudem „verstärkt den Ordnungsdienst kontrollieren lassen“. Nach dieser Kontrollphase solle dann gegebenenfalls umgebaut werden. „Ich kann die Anwohner verstehen, aber hier und da muss man auch schon mal etwas dulden und hinnehmen“, will die SPD laut Lindlau das Fußballspiel dort weiter gestatten.

„Befremdet“ zeigte sich auch FDP-Sprecherin Margarethe Kohlhaas. Sie bemerkte: „Ich finde das sehr traurig, dass solche Anträge überhaupt gestellt werden.“ Auch sie unterstrich, dass „man den Kindern doch nicht das Spielen verbieten“ könne.

CDU-Sprecher Franz Körlings plädierte ebenfalls für „strengere Kontrollen“ und sprach sich dafür aus, „nicht gleich alles weg zu machen“. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, zunächst zu prüfen und zu mahnen, um dann die weitere Vorgehensweise erneut abzustimmen.

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