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Straßenverkehr: Zurzeit ist für Fußgänger besondere Vorsicht angesagt

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Auch in der Dämmerung ist schon gefährlich: Das Foto zeigt, wieviel besser ein hell gekleideter Fußgänger für Autofahrer im Straßenverkehr zu erkennen ist. Foto: stock/Manja Elsässer

Nordkreis. Es ist eine klassische Situation in diesen Tagen: Frühe Dunkelheit, mitunter blendende Scheinwerfer aus dem Gegenverkehr, dazu Lichtreflexe auf regennassen Fahrbahnen und Scheiben. Da noch den Durchblick zu behalten, bedarf erhöhter Aufmerksamkeit.

Fußgänger sind dann besonders gefährdet, da man sie allzu häufig erst im letzten Moment entdecken kann. Denn die meisten bevorzugen Schwarz- oder Brauntöne bei der Wahl ihrer Kleidung. Im Gewusel abendlichen (oder auch frühmorgendlichen) Straßenverkehrs sind sie damit nahezu unsichtbar.

Und springen dennoch gerne mal vor einem herannahenden Fahrzeug auf die Fahrbahn, um schnell noch die Straße zu queren. Offenbar dem Trugschluss unterliegend, dass sie genauso gut zu erkennen sind wie der hell erleuchtete Wagen.

Ein gefährlicher Irrtum. Zwar können Autofahrer vielfach noch rechtzeitig reagieren, die Schrecksekunde jedoch ist programmiert.

Besonders im Aachener Stadtgebiet gab es in den vergangenen Wochen vermehrt Unfälle mit Fußgängerbeteiligung. In den Nordkreisstädten war eine entsprechende Häufung zum Glück zwar nicht zu verzeichnen. Dennoch: „Mit Einbruch der dunklen Jahreszeit steigen die Unfälle mit Fußgängern regelmäßig deutlich an“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. „Das ist überall so, auch im Nordkreis.“

Wenn die Polizei auch nicht in der Lage ist, dunkelheitsbedingte Unfälle genau in Zahlen zu fassen, so sei die Tendenz dennoch eindeutig.

„Wir halten in unserer Statistik aber die Art der Unfallbeteiligung der Verkehrsteilnehmer fest“, sagt Kemen. „Wer war der Unfallverursacher? Der Fußgänger selbst oder der Auto- respektive Zweiradfahrer?“

In rund zehn Fällen im abgelaufenen Jahr seien Fußgänger im Nordkreis selbst unaufmerksam gewesen, berichtet er. „Die häufigsten Fehler werden beim Überqueren der Straße gemacht. Wenn Fußgänger nicht auf den Fahrzeugverkehr achten und unvermittelt auf die Fahrbahn treten.“

Dabei seien fünfmal Kinder Unfallverursacher gewesen. Kemen: „Dagegen waren Senioren – in der Statistik älter als 65 Jahre – in acht Fällen die Unfallopfer, setzten also nicht die Unfallursache.“

In der überwiegenden Zahl, etwa 40 Fällen 2015, lag die Unfallursache indes beim Kraftfahrer. Kemen: „Am häufigsten wurden Fußgänger beim Abbiegen oder an Fußgängerüberwegen übersehen.“

Die Polizei verzeichnet dennoch einen positiven Trend im Nordkreis: Hatte es 2014 noch 64 Unfälle mit Fußgängern gegeben, so sei die Zahl 2015 um zehn bis zwölf Prozent zurückgegangen. Besondere Unfallschwerpunkte, etwa vor Schulen oder an Kreuzungen, seien im gesamten Vergleichszeitraum 2014/15 in den Nordkreisstädten nicht registriert worden.

„Manch ein Unfall aber hätte vermieden werden können“, sagt Paul Kemen in der Nachbetrachtung: „Wenn der eine oder andere besser aufgepasst hätte.“

Was sollen Fußgänger also tun, um sicherer im Straßenverkehr unterwegs zu sein?

„Hell fällt auf“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Will heißen: Helle oder mit Reflektoren ausgerüstete Kleidung sollte gesetzt sein, wenn man viel zu Fuß unterwegs ist. Rücksichtnahme und besondere Vorsicht ebenfalls. Dazu gehört auch, sich nicht durch das Handydisplay, mobiles Telefonieren oder Musik per Kopfhörer ablenken zu lassen.

Straßen sollten nur an übersichtlichen Stellen respektive Ampeln oder Fußgängerüberwegen gequert werden. Keinesfalls sollte man ungeduldig oder unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Dazu sollte man als Fußgänger in der Dunkelheit unbeleuchtete und unbefestigte Landstraßen meiden.

Und wie sollen sich die Autofahrer verhalten?

Sich auf alle Fälle an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und das Rotlicht an Ampeln beachten, mahnt die Polizei. Bei Fußgängern, vor allem Kindern, am Straßenrand ist immer Vorsicht geboten. Beim Autokauf, so der weitere Expertenrat, sollten Fahrer auf moderne Beleuchtungssysteme setzen – etwa mit automatischer Höhenverstellung und dynamischem Kurvenlicht.

Für beide Parteien, Fußgänger und Autofahrer, sei überdies gegenseitige Rücksichtnahme unbedingt angesagt – und, so Paul Kemen, „eine erhöhte Sensibilität auf die Frage: ,Hat der andere mich gesehen?‘“

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