Stoppelfeldfete: Tausende machen die Nacht zum Tag

Von: mas
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Ausgelassen gefeiert: Jugend aber auch gesetzte Jahrgänge waren dabei.

Baesweiler. Wenn ein Oberstleutnant persönlich Kabelbinder anbringt, muss etwas Besonderes in Arbeit sein. Wolfgang Lankow ist es, der Samstagmittag mit dem schwarzen Plastik übers Areal läuft.

Der inaktive Junggeselle ist einer von über 250 ehrenamtlichen Helfern, die der Stoppelfeldfete in Baesweiler letzten Schliff geben.

Während Lankow über 2000 Meter Kabel überprüft und „Chefelektriker” Jürgen Baues beim Testen der 500 Lampen brav folgt, schleppt Ralf Knoblauch Bierkästen. Achim Müller darf die ungezählten Fässer mit dem Radlader bis fast an die Zapfhähne fahren.

„Fünf vor Acht müssen und werden wir fertig sein”, gibt Marcel Dederichs vor. Der Oberjunggeselle hat keine hektischen Züge im Gesicht, als er das Riesen-Fetengelände abschreitet. Er hat zwar erst halbjährige Erfahrung als Vorsitzender des Junggesellenvereins (JVB) Baesweiler, aber um ihn herum steht ein riesiger personifizierter Erfahrungsschatz.

Schreiner Ralf Schwarzer oder Alfo Fliegen zum Beispiel, einer der Ideengeber der Stoppelfeldfete vor elf Jahren. Auch Schatzmeister Daniel Gerards ist mit gerade mal 25 Lenzen einer der Routiniers, die sich gelassen auf mehrere Tausend Menschen vorbereiten.

„Unüberschaubare Schlangen wie im letzten Jahr wird es nicht mehr geben”, verspricht „Finanzmanager” Gerards. Er begründet das mit einer dritten Kasse, man lernt ja aus den Erfahrungen. Und wenn´s so kommen sollte, „werden unsere Gäste von einer Samba-Tanzgruppe, die dann rausgeht, unterhalten. Das versüßt die Wartezeit”, ergänzt „Dani” Gerards erwartungsvoll.

Dann rücken die Aachener Rain-City-Rollers im 100 Meter langen Zelt zum Soundcheck an. Wer sich live nicht auf Betriebstemperatur bringen lässt und den Cocktail eher gediegen genießen will, hat nebenan das großflächige Zirkuszelt, in dem „INXS”, „Frankie Goes To Hollywood” oder George Michael aus der Anlage trumpfen. 14 Tage haben Dederichs und Co. am Tower geschraubt, bis die Tänzer von „TN-Boom” ihre rassige Show darbieten. 50er bis 90er - an Jahrgängen ist alles vertreten. Das ist nachvollziehbar, denn der Baesweiler „Riesenevent” sucht im hiesigen Raum seinesgleichen.

Mittlerweile ist es 22.45 Uhr, die Fete steuert ihrem Siedepunkt entgegen. „Hit Radio Show”, „Deep Beat” und „Rain-City-Rollers”, drei TN-Boom-Shows, Lady Gagas „Pokerface” oder Emiliana Torrinis „Djungle Drums”, den Morgen scheint es nicht mehr zu geben.

Die Pfarrerin rockt mit

Nicht mal für die himmlischen Mächte. Setterichs evangelische Pfarrerin Kirsti Greier, mit Mann Gernot Ratajek auf der „Pirsch”, ist begeistert. „Wir haben gerade die Hit-Radio-Show mitgemacht. Einfach klasse!” Aus Heinsberg ist Eduard Kühlbauch gekommen. Der 18-Jährige feiert auf den Tag genau seine Volljährigkeit.

Zum kompletten Glück fehlt ihm aber „eine neue Liebe”. Dafür ist er nach Baesweiler gekommen. Auch Freund Arthur Schwengler hat sich vorgenommen: „Wir machen durch. Diese Fete gibt´s nur einmal im Jahr, die muss man genießen” Glasklar sagt auch Patrick Offermann aus Baesweiler: „Ich bin wegen der Mädchen hier. Auf dieser Party lernt man sie eher kennen als in der versnobten Disco.”

Bruder Mirco (17) nickt. Dass selbst in der Eifel Baesweiler mit seiner Superfete präsent ist, unterstreicht Nelli Schell. Die 26-Jährige ist aus Nürburg angereist, „um abzurocken und nette Leute kennenzulernen”. Für Marcel Dederichs und seine Mannschaft ist die Stoppelfeldfete nach Abspielen des letzten Titels noch lange nicht zu Ende. Aufräumen ist angesagt. „Wenn wir zügig arbeiten, schaffen wir es bis zum nächsten Wochenende”, sagt der Boss. Er hat seine Feuertaufe bestanden.
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