Stoppelfeldfete: Sogar aus Hamburg reisen Fans an

Von: mas
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Die HipHopper von TNBoom: Da brodelt es auf der Tanzfläche des Towers, und 15 Grad haben sich schnell erhitzt. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Am Sonntagmorgen gegen Fünf war´s, da hat sich Marcel Dederichs einen Besen geschnappt. Die Parkstraße hat der Chef - er war natürlich nicht allein - von den Festresten befreit. Dederichs, Vorsitzender des Junggesellenvereins Baesweiler, hat die soziale Komponente herausgekehrt.

So wie das die Junggesellen grundsätzlich machen. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen. Mit allen Konsequenzen. Knappe zehn Stunden Stoppelfeldfete haben über 5000 Fans einen Riesenkick bereitet. Nun sind die Letzten von ihnen auf dem Nachhauseweg. Oder wie Marcel Dederichs nach der Reinigungsaktion in einer Tanke vorstellig geworden. Da frühstücken sie herzhafte Brötchen und lassen die Fete gedanklich Revue passieren. Überzeugt, dass alle einen guten Job gemacht haben.

Rindenmulch geschüppt

Rückblende um knapp einen Tag: Gegen 11 Uhr am Vortag steht der Boss in Arbeitsjeans auf Lehmboden. Er lacht: „Das ist meine Festkleidung für heute Abend.” Marcel verteilt letzte Anweisungen auf dem Riesenareal mitten im Feld. Wie oft sie die Wetterkarten studiert haben, wissen Marcel Dederichs, die Vettern Martin und Daniel Gerhards oder Alfo Fliegen nicht.

Es sind noch knappe neun Stunden, bis die Leute lange Schlangen bilden werden und um Einlass begehren. Das Publikum, dass vielleicht jetzt schon vor dem Spiegel steht und sich aufhübscht. Während Jochen Schnapauff, Junggeselle und Feuerwehrmann, oder Maijunge Stefan Havertz die Schüppe fliegen lassen. Rindenmulch muss flächendeckend über die Stoppeln aufgetragen werden. Damit niemand den Pratsch an den Schuhen kleben hat.

Immer noch werkeln dutzende Junggesellen, „Altgesellen” wie Stoppelfeldfetengründer Alfo Fliegen, Gabelstaplerfahrer Achim Müller, Ingenieur Albert Engels oder Allrounder Ralf Knobloch intensivst. Um 15 Uhr ist Abnahme durch Ordnungsamt und Feuerwehr. Dann muss alles in Ordnung sein.

Es ist. Marcel Dederichs, seit 6 Uhr auf den Beinen, schaut immer wieder zum schwarzwolkenverhangenen Himmel. Er kriegt beim Anblick „dat ärm Dier”. Aber Junggesellen sind auch Berufsoptimisten. „Wir sind auf alles vorbereitet. Ob´s regnet oder trocken ist. Das wird schon klappen.” Wenn es plästern sollte wird sich eben in die inneren Partyzonen zurückgezogen. Dort knallt der Rock von einer Zeltwand bis zur anderen und zurück.

Es ist 22 Uhr die Fete läuft. Die „Rain-City-Rollers” sind drauf wie immer: formidabel. Sie gehören zum Inventar im Fetenzelt. Auch ihnen ist es zu verdanken, was hier insgesamt abgeht. Uli Heuter und Co. lassen seit einem Jahrzehnt keinen Qualitätsverlust erkennen. Ihre Musik reißt mit, sticht zum Tanzen an.

Beste Partyband

Das Motto frei nach Arthur Conley: „Do you like good Music?” Das Gefühl erzeugt einen Steinwurf weiter auch „TNBoom”, explosiv wie ein Bündel TNT-Sprengstoff auf dem DJ-Tower, vor dem sich Hunderte versammelt haben.

In der Halle rocken derweil „Springbreax” zu „Queen” bis hin zu Robbie Williams. Sie haben sich gerade den Titel „Deutschlands beste Partyband” erarbeitet. Baesweiler hat sie, live vor Ort! Die Party kocht, da ist es noch nicht mal Sonntag. Eine Riesengemeinschaft formt sich, kurz vor Mitternacht schwappt die zweite Welle an Besuchern in den Kassenbereich.

Jürgen Kriescher - „Wir müssen das endlich mal kennenlernen, da wird soviel von erzählt!” - und René Kannwischer aus Eschweiler wollen sich ebenso amüsieren wie die beiden Übach-Palenbergerinnen Nicole Breuer und Sarah-Jane Visher. Daniel Gashi ist sogar aus Hamburg gekommen. Der 20-Jährige ist sicher: „Heute mach´ ich durch!”. Die „Jacko”-Musik am Tower reißt ihn in heftigste Partylaune. Ebenso wie Marcel Koerlings aus Setterich, der an diesem Abend seine erste Party-„Weihe” erhält.

Es ist ein bisschen kühler als in den Jahren zuvor - und deshalb auch nicht so voll wie sonst. Aber genauso mitreißend. Glück mit dem Wetter haben die Junggesellen auch noch gehabt.
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