Herzogenrath - Stolpersteine bewahren Erinnerung an die Opfer der Nazis

Stolpersteine bewahren Erinnerung an die Opfer der Nazis

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Die Erinnerung wachhalten: Künstler Gunther Demnig mit den Stolpersteinen für Carolina und Alfred Goldsteen an der Südstraße 46 in Kohlscheid. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Es ist ein bewegender Moment für Janny van Kersen-Goldsteen, die sichtlich mit den Tränen kämpft, und ihren Mann Rob. Noch ein wenig matt vom Sand, mit dem sie eingefugt sind, glänzen zwischen dem Schnee auf dem Bürgersteigpflaster vor dem Haus Südstraße 46 zwei neue Stolpersteine.

Sie erinnern an Carolina Goldsteen, geborene Mendel, und an Alfred Goldsteen, die Großmutter und den Vater von Janny van Kersen-Goldsteen.

Sie ist mit ihrem Mann aus Almere nahe Amsterdam nach Kohlscheid gekommen, um bei der Verlegung durch den Kölner Künstler Gunther Demnig dabei zu sein. „Schön, dass es das gibt”, bedankt sich sie sich für die beiden Stolpersteine, die auf Initiative des Arbeitskreises „Wege gegen das Vergessen” verlegt wurden. Nun lebe das Andenken an ihren Vater und ihre Großmutter nicht nur in ihrer Familie weiter, sondern würden auch andere Menschen an deren Schicksal erinnert.

Das gilt auch für sieben weitere Opfer des Nationalsozialismus, die in Roda gelebt haben und für die Gunther Demnig in Merkstein, Herzogenrath, Kohlscheid und erstmals auch in Kerkrade Stolpersteine verlegt. Zehn der kleinen Erinnerungssteine im Pflaster gibt es bereits in Herzogenrath. Die neuen Steine erinnern neben Carolina und Alfred Goldsteen an Paul Leitner, Kurt Berkner, Hedwig und August Rubens, Karl Mayer, Helena und Hugo Wolf.

Carolina Goldsteen wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Ihr Sohn Alfred starb 1945 im Konzentrationslager Mauthausen. Paul Leitner, Ratsverordneter und Kreistagsmitglied der Kommunistischen Partei, wurde 1945 im KZ Sachsenhausen umgebracht.

Kurt Berkner war Mitglied im sozialdemokratischen Widerstand der „Merksteiner Gruppe”. 1938 wurde er verhaftet und ins Gefängnis nach Aachen gebracht, wo er starb. Hedwig und August Rubens wurden 1942 nach Polen deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Karl Mayers Weg endete nach einer Odyssee durch belgische und französische Lager in Auschwitz.

Die beiden ersten Stolpersteine in Kerkrade erinnern auf dem Marktplatz an Helena Wolf. Hugo Wolf starb 1943 in Sobibor, seine Frau Helena in Minsk. Im kommenden Jahr sollen weitere Gedenksteine in Kerkrade folgen.
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