Würselen - Stolperstein für Leonhard Kessels

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Stolperstein für Leonhard Kessels

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Würselen. Der Arbeitskreis „Kein Vergessen” lässt am Dienstag, 15. Dezember, durch den Kölner Künstler Gunter Demnig den 28. Stolperstein in Würselen für die Opfer des Nationalsozialismus verlegen, und zwar um 9.30 Uhr vor dem Haus Grindelstraße 23 in Bardenberg.

In diesem Haus wohnte Leonhard Kessels, ein 30-jähriger junger Mann, der 1941 von den Nationalsozialisten verhaftet wurde, weil er in der Bardenberger Gaststätte „Zum Treppchen” zu einem Freund, der Uniform trug, gesagt hatte: „Hast du nun auch dat Jöppche an?”

Diese Bemerkung reichte aus, um ihn drei Tage später zu verhaften und in das Konzentrationslager Sachsenhausen zu deportieren, wo er - ein gesunder, sportlicher junger Mann von 30 Jahren - am 3. November 1941 angeblich an „Herzschwäche” starb, wie die Kommandantur des KZ Sachsenhausen der jüngsten Schwester von Leo Kessels, Berta Kessels, lapidar mitteilte.

Jugend besonders angesprochen

Dieses Schreiben ist noch heute im Besitz der Angehörigen, die auch die Patenschaft für den Stolperstein übernommen haben und bei der Verlegung anwesend sein werden wie auch der Bürgermeister der Stadt, Arno Nelles.

Für den Würselener Arbeitskreis „Kein Vergessen” ist dieser tragische Fall ein erschreckendes Beispiel für das unmenschliche System eines Unrechtsstaats, in dem bereits kritische Bemerkungen über das Regime verfolgt und ohne Gerichtsverhandlung geahndet wurden, konsequent nach dem Grundsatz der Nationalsozialisten: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.”

Das Schicksal von Leonhard Kessels verdeutlicht gerade Jugendlichen, die der Arbeitskreis „Kein Vergessen” besonders ansprechen möchte, die brutalen Prinzipien eines Unrechtsstaats und die Bedeutung rechtsstaatlicher Grundsätze in demokratischen Verfassungen.
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