Steuertipps und breites Grinsen

Von: cor
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Große Show: Hannes Neumann bot bei der Regiostrom-Gala - wie auch seine Mitstreiter auf der Bühne in der Alsdorfer Stadthalle - beste Unterhaltung. Foto: Wolfgang Sevenich

Alsdorf. Einer der hellsten Sterne im „rheinischen Universum” trat bei der 5. Regiostrom-Gala in der Alsdorfer Stadthalle ganz zum Schluss auf die Bühne. Dabei ist der selbsterklärte Vorsitzende des Rheinischen Missionswerkes noch nicht einmal gebürtiger Rheinländern, sondern „nur” hier wahlbeheimatet.

Zweifelsohne: Gemeint ist Konrad Beikircher, der aus Südtirol stammende Kabarettist, der ganz und gar dem Wesen des Rheinländers verfallen ist.

„Et es schön hier zu leben, janz einmalig”, beschrieb Beikircher sein Lebensgefühl. So liebenswert sei es, weil immer etwas passiere, es immer wieder Absurditäten des Alltags zu entdecken gebe.

Eine dieser Entdeckungen machte er beim samstäglichen Brötchenholen: Während in zivilisierteren Gegenden Menschen bei Hochbetrieb im Laden eine ordentliche Schlange bilden, formieren sich die Kunden hier zu Lande zu einem „rheinisch-kommunikativen Knubbel”.

Nach Chaos mag es für den Außenstehenden wirken, aber: „In dem Knubbel weiß jeder ganz genau, wann er dran ist”, versicherte der Kabarretist. Wenn ein Auswärtiger sich vorbei pfuschen würde, dann „kann der rheinische Knubbel schnell zur kritischen Masse werden”.

Die Kleinkunst-Gala, präsentiert von Regiostrom, der Kulturgemeinde und der Stadthalle Alsdorf, bot nicht nur amüsante Einblicke in den rheinischen Mikrokosmos. Moderator Christian Mourad führte durch eine bunte Mischung aus Artistik, Kabarett und Musik. Für große Begeisterung sorgte Hannes Neumann alias Hanneskannes.

Im abgedunkelten Saal ließ er in seiner „Glow Show” rot leuchtende Bälle durch die Luft fliegen und verzückte auch bei seinem zweiten Auftritt die Anwesenden. Sieben Flummis ließ der Weltmeister im Flummi-Jonglieren zu 90er-Jahre-Techno-Beats um Kopf und Beine sausen. In atemberaubender Geschwindigkeit und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Um ganz andere Klänge ging es bei Felix Martin. Der Musicaldarsteller und Sänger sorgte mit „New York, New York” oder „You´re the one that I want” für heitere Stimmung.

Komik am Trapez

Zum Mitsingen animierte auch Peter Vollmer, Kabarettist mit Wurzeln in der Freiburger Kabarettszene. Er trug seine Hitparade der Gesundheitslieder vor - bei denen es sich um Umdichtungen bekannter Schlager handelt.

So gelang es Vollmer ohne langes Überreden, das Publikum zum Singen von „Pumpt denn der alte Herzmuskel noch?” oder „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Frieden für meine Hämorrhoiden, das wünsch ich mir” zu ermuntern.

Mit Tipps und Weisheiten in eine ganz andere Rechnung zielend wartete Christoph Brüske auf. Der Kabarettist deklinierte am Beispiel von Manfred Schröder, Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung (EWV), die gefühlte Steuerlast. Nach Abzügen der Luxus-, Passivraucher- und einiger anderer Fantasiesteuern war am Ende Schröder mit 19000 Euro in den Miesen.

Damit nicht genug von Brüskes fiskalischem Verständnis. Er hatte noch einen Steuerspartipp für alle auf Lager: „Wer glaubt, dass er zu viel zahlt, sollte Katholik werden und keine Kirchensteuern mehr bezahlen - denn das kann man ja später beichten.”

Auf viele Worte hingegen verzichteten „Die Steinis”, ein Artisten-Ehepaar, das Komik am Trapez zeigte. Die Bühne betraten sie noch als Putz-Team, aber rasch flogen die Besen in eine Ecke. In luftiger Höhe führten sie den staunenden Zuschauern vor, wie spielerisch Akrobatik aussehen kann.

Nach knapp drei Stunden Kabarett, Showprogramm und einer kurzen Pause, in der die Inde-River-Jazzband für Unterhaltung sorgte, besann sich Moderator Christian Mourad auf den Titel von Konrad Beikirchers aktuellem Programm („Am schönsten isset, wenn et schön is”). Mourad entließ sein Publikum mit den Worten: „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist”.

Das Publikum spendete dieser Einsicht und den Künstlern viel Beifall.
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