Sterben und Trauern begleiten

Von: ath
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Nach Abschluss ihres einjährigen Befähigungskurses treten (v.l.) Anni Simons, Christiane und Sofie Bugdol, Ute Engel, Hanna Peinkofer und Gerhild Heidorn nun ihren ehrenamtlichen Dienst an. Nicht im Bild: Monika Virchow und Claudia Karl, die verhindert waren. Foto: A. Thomas

Alsdorf. Sie sind einfach da, hören zu und sind Gesprächspartner, sie ertragen Trauer und Verzweiflung, unterstützen und entlasten die pflegenden Angehörigen. Der ehrenamtliche Dienst des Hospizdienstes St. Anna in Alsdorf begleitet und betreut schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen.<br />

Die 31 Damen sind zum einen im Seniorenzentrum St. Anna, wo der Hospizdienst untergebracht ist, tätig, und betreuen außerdem Familien im gesamten Nordkreis.

Es ist eine nicht immer leichte Aufgabe, welche die Frauen erfüllen, weshalb Hospizdienst-Leiterin Beatrix Hillermann froh ist um jeden, der bereit ist sich darauf einzulassen. Nach abgeschlossenem Befähigungskurs konnte sie nun acht neue Ehrenamtliche im Kreis ihrer Mitarbeiterinnen willkommen heißen. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kapelle des Seniorenzentrums, den der evangelische Pfarrer Ulrich Eichenberg mit Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes gestaltet hatte, wurden sie in die Gemeinschaft aufgenommen. Sie seien geborgen in der Gemeinschaft der Menschen, die mit ihnen arbeiteten und bei Gott.

Eine Stütze, Kraftquelle, ohne die eine solche Sterbe- und Trauerbegleitung für beide Seiten nicht möglich wäre. Die Kolleginnen hießen sie in ihrer Mitte willkommen, als Reisende, die sich auf eine Fahrt mit ungewissem Ausgang begeben hätten und die sie nun am Bahnhof in Empfang nähmen. Symbolisch gab es für jede „Neue” ein Teelicht mit guten Wünschen.

Christiane und Sofie Bugdol, Ute Engel, Gerhild Heidorn, Hanna Peinkofer, Anni Simons, Monika Virchow und Claudia Karl haben sich über ein Jahr hinweg in unzähligen Kursstunden auf diese Aufgabe vorbereitet. Dazu gehörte die Auseinadersetzung mit eigenen Trauererfahrungen, den Vorstellungen von Sterben und Tod, der richtige Umgang mit Krankheit, Abschied und Trauer. Sie sind geschult worden in Wahrnehmung und Gesprächsführung, Ritualen angesichts des Todes, in Kommunikation und Spiritualität, aber auch in ganz praktischen Dingen wie allem, was mit Pflege und Palliativmedizin sowie mit Bestattung zu tun hat, um Angehörige auch hier unterstützen zu können.

Die meisten von ihnen sind in einer Altenpflegeeinrichtung tätig, haben in der Qualifizierung für den Hospizdienst auch nach Hilfestellungen für ihren beruflichen Alltag gesucht. „In meiner Arbeit habe ich immer wieder mit Schwerkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen zu tun, da wollte ich nicht nur daneben stehen, sondern helfen können”, sagt Sofie Bugdol, die im Seniorenzentrum St. Anna tätig ist. Man könne nicht vor dem Tod und der Frage danach davonlaufen, ergänzt Kollegin Ute Engel. Der Kurs habe ihr daher nicht nur für den Beruf etwas gegeben. Auch Hanna Peinkofer wollte ursprünglich vor allem Rüstzeug für ihre Arbeit in der Altenpflege. „Im Kurs habe ich dann eine neue Erfahrung über den Beruf hinaus gemacht und mich entschlossen, das auch ehrenamtlich zu machen, wo ich ohne Zeitdruck Menschen begleiten kann.”

Für alle war ihre kleine Kursgruppe und die Begleitung durch Beatrix Hillermann und ihre Kollegin Stefanie Esser wichtig. Sie hätten sich geschützt und verstanden gefühlt. Daher sei es nun eine schöne Erfahrung, in den großen Kreis der anderen Ehrenamtlichen aufgenommen zu sein.
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