Stephan Bauer produziert Pointen im 30-Sekunden-Takt

Von: mas
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„Manche Spinnen fressen ihre Männchen nach dem Liebesakt einfach auf. Jetzt wissen Sie auch, warum es von Vorteil ist seine Angebetete vor einer ausgiebigen Liebesnacht zum Essen einzuladen“. Stephan Bauer lieferte anlässlich seines Auftrittes in Baesweiler nachvollziehbare Erklärungen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Selbstkritisch ist er auch. Aber damit allein kommt man ja nicht durch ein anspruchsvolles Programm. Also mengt Stephan Bauer seiner Selbstkritik beißenden Spott bei. Und mit dieser Mischung lässt sich vorzüglich zwei Stunden Pointen produzieren. Pralle Gags zum Thema „Vor der Ehe wollt‘ ich ewig leben“ zündete der Kabarettist in der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler.

Nahezu ausverkauft, durfte sich die Stadt als Veranstalter der Reihe „Kultur nach Acht“ freuen. Viele Besucher hatten den Comedian wohl noch von seinem letzten Auftritt im Jahr 2015 auf dem „Schirm“. Schon damals begeisterte Bauer mit seinem Programm „Warum heiraten – Leasing tut’s auch“.

Sehr viel Applaus

Eingangs macht der Ehemann seinen Sorgen Luft. „Ich glaube meine Frau hat einen anderen.“ Die Begründung lieferte er mit. Fußend auf der Frage: „Wenn ich tot bin, wirst Du meinen Golfschläger meinem Nachfolger geben?“ Sie beruhigt den Zweifelnden natürlich, in dem sie bemerkte: „Auf keinen Fall. Außerdem ist er Linkshänder.“

Wie unterscheidet sich denn das Leben zwischen Junggesellen und Ehemännern? Die Bauersche Erklärung ist einfach: „Der Ledige schaut in den Kühlschrank, ihn macht nichts an, also geht er ins Bett. Ganz anders der Ehemann. Er schaut ins Bett, ihn macht nichts an, also geht er an den Kühlschrank.“

Stephan Bauer hat sein Publikum sofort in der Hand, denn er glänzt mit Pointen im 30-Sekunden-Takt. Rückblickend auf ausbleibende sportliche „Übungen“ im Ehebett: „Im Radio würde man sagen, es liegen keine Verkehrsmeldungen vor.“ Natürlich bleibt es allzeit in seinen Schilderungen pikant, aber auch zotenfrei.

Gerne beleuchtet er immer wieder seine Junggesellenzeit. Er bekennt: „Ich war so was von unordentlich. Meine Wohnung sah immer wie ein Schlachtfeld aus.“ Das gipfelte darin, „dass man sogar mal bei mir eingebrochen hat, um die Vorhänge zuzuziehen“.

Selbstverständlich hat er auch für die Frau Gemahlin immer mal wieder ein „verstecktes“ Kompliment – oder war‘s die dicke Kritik? Jüngst, als sie klagte: „Sieh mal da drüben, die blöde Kuh hat dieselbe Leggings wie ich an.“ Darauf Bauer mit diplomatischem Beschwichtigungsversuch: „Ja Schatz, aber Deine Blumen darauf sind doch viel größer.“

Nach der Pause blieb der mit sehr viel Applaus bedachte Künstler auf hohem Niveau. Thema Beziehung ist weiterhin der rote Faden. Nun biss sich Bauer bei Parchip.de (Treffen mit einer Deutschlehrerin, die er damit begeisterte , dass er die Satzzeichen mitsprach) fest, streifte durchs Fitnessstudio und um die Ehe zu retten, kauften sich beide sogar SM-Outfits.

Immer wieder hörte man heraus, dass der Mann sich nicht durch den Kopf steuern lässt, was er durch die in den 1980er Jahren frühere Einführung des Genitalschutzes als den Helm beim Eishockey beweisen mochte. Aber auch „philosophische“ Aspekte kamen am Ende nicht zu kurz. Ist ausgespuckte Buchstabensuppe gebrochenes Deutsch?

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