Stele am Luisenplatz: Entsetzen über Denkmal-Schändung

Von: ssc
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Große Stücke herausgeschlagen: Auch mit roher Gewalt haben Unbekannte die Stele geschändet. Foto: Schaum

Alsdorf. Die Spuren der Gewalt sind am Donnerstag deutlich sichtbar. Nicht nur mit einer Sprühdose hatten Unbekannte wohl in der Nacht zum Donnerstag das Denkmal für jüdische Opfer des Naziregimes am Alsdorfer Luisenplatz geschändet.

An mehreren Stellen sind große Stücke aus dem harten Granit herausgeschlagen worden. Mit roher Gewalt. Und womöglich voller Hass.

„Es hat in den vergangenen Wochen in der Region viele Fälle von Schmierereien mit rechtem Hintergrund und Hinweisen auf die für den 8. und 9. April geplanten Kundgebungen in Stolberg gegeben”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Ein direkter Zusammenhang zu dem Alsdorfer Vorfall sei jedoch „zunächst nicht erkennbar”.

Doch die Wirkung ist dieselbe: „Ich bin einfach nur entsetzt. Ich hatte es zwar immer befürchtet - aber ich hatte so gehofft, das nichts passiert”, sagt am Donnerstag Rudolf Bast, Vorsitzender des Alsdorfer Geschichtsvereins, der sich gemeinsam mit dem Alsdorfer Arbeitskreis „Wider das Vergessen” für die Stele eingesetzt hatte, die erst am 10. November eingeweiht worden war. Heute, nur gut vier Monate später, bietet sie ein Bild des Schreckens. „Ich bin getroffen.”

„Ein unglaublicher Skandal”

Arbeitskreis-Mitglied Dr. Stephan Saffer zeigt sich fassungslos. „Es ist ein unglaublicher Skandal, dass so etwas heute noch möglich ist. Dass Menschen so etwas tun.”

Die Stadt Alsdorf hat nun eine Strafanzeige gestellt. Ob sich der Schaden reparieren lässt, wird sich zeigen. Denn zunächst ist kein Geld dafür da. Und es gibt viel zu tun. „Einige Stellen müssen gekittet werden”, sagt Steinmetzmeister Marc Jansen, der die Stele geschaffen hatte. „Zudem muss die ganze Oberfläche gesäubert werden. Die Inschriften verschwinden dabei auch, die müssen dann nachgemalt werden.” Eine aufwändige Prozedur.

Und was dabei verschwindet, ist ja nur der oberflächliche Schaden. Die Wunden, die die Täter hinterlassen haben, gehen noch weit tiefer.
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