Würselen - Starköchin Léa Linster: Weg zu den Sternen bringt sie nach Würselen

Starköchin Léa Linster: Weg zu den Sternen bringt sie nach Würselen

Von: Markus Bienwald
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Im Gespräch mit der Kölner Künstlerin Gerda Laufenberg (r.) erlaubte Starköchin Léa Linster tiefe Einblicke in ihre Biographie. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Auch wenn die große Bühne nach eigenen Aussagen immer etwas für sie gewesen wäre, Léa Linster, Star- und Sterneköchin sowie Buchautorin aus Luxemburg, findet den Blick hinter die Kulissen alles andere als schlimm.

Das erfuhren auch die Besucher bei ihrem Gastspiel, das als Dialog mit der Kölner Künstlerin Gerda Laufenberg zu einem amüsanten und kurzweiligen, aber ganz bestimmt nicht oberflächlichen Besuch wurde.

Café der Eltern übernommen

„Der Weg zu den Sternen hat sie nach Würselen gebracht“, meinte Laufenberg noch zu Beginn und spielte damit auf die jüngste Autobiographie Linsters an, die bisher eher mit Kochbüchern und exquisiter Küche in Verbindung gebracht wurde. Wie sie dort hingekommen ist, das ließ sie das überwiegend weibliche Publikum gerne wissen. So stand einst das Café ihrer Eltern zur Disposition, und sie war die einzige von vier Kindern, die den Betrieb gerne übernahm. „Niemand anders wollte das, und schon einen Tag, nachdem ich das übernommen hatte, vergaß meine Mutter gleich, wie sie den Herd bedienen muss“, sagte Linster augenzwinkernd.

Dass die sympathische Köchin dort alles gelernt hat, was sie auch heute noch auszeichnet, und dass sie dort gelernt hat, die Arbeit zu lieben, das gab sie offen zu. Doch der Weg zum ersten Stern ihres Restaurants war dennoch von viel Einsatz – durchaus auch der Ellenbogen – gekennzeichnet.

„So war ich lange Jahre eifersüchtig auf unseren Weinkeller, weil der alles bekam“, meinte sie scherzend, „ich konnte mir noch nicht einmal ein schönes Kleid kaufen, und als der Keller endlich bezahlt war, kam ich nicht mehr ins Kleid“. Derart gut aufgelegt, entwickelte sich die eigentlich geplante Buchbesprechung zum Gespräch unter Freunden, bei denen wenig unerwähnt blieb. So gestand Linster, dass sie es auch wegen der Arbeit nie zu einer Ehe geschafft habe.

Mit Augenklappe

Und sie blieb dabei, dass ein guter Lippenstift immer zeige, dass eine Frau wirklich kampfbereit sei. Kampfeslustig, aber auch entspannt ging sie so auch in den Kampf um die unter Köchen so begehrten Sterne von Paul Bocuse, was trotz eines Handicaps bestens gelang.

„Ich hatte mir wohl beim Flug zum Wettkampf ein Auge entzündet, und musste mit Augenklappe antreten“, erinnerte sie sich an den Kochwettstreit zurück. Unter den Einäugigen war sie schnell die Königin, bezauberte als „nicht studierte Köchin“ wie sie gerne sagt, die Gaumen der Juroren, und fuhr schon nach fünf Jahren im Restaurantbusiness einen Stern als Belohnung ein. Das Geheimnis dahinter war ihre auch beim Besuch im „Alten Rathaus“ an der Kaiserstraße in Würselen spürbare, tiefe Entspannung und Ruhe. „Wenn man zu gestresst ist, hat man schon verloren“, sagt sie.

Das mit der Entspannung übertrug sich übrigens auch bestens auf die Gäste, die mit Léa Linster lachten, vom Sohn hörten, der – ebenfalls ohne Kochstudium – nun auf Mutters Pfaden wandelt oder von der Lust Léas auf das Leben in der Haute Vollée. „Hätten wir in Luxemburg einen Jet-Set und die Schauspielerei, dann wäre ich weg gewesen, das ist sicher“, schließt sie.

Und zeigt ihr tief sympathisches Lächeln. Das Lächeln einer Frau, die es geschafft hat, sich mit viel Arbeit und persönlichem Einsatz zu einer eigenen Marke zu machen.

Und das ist ja dann doch etwas für die große Bühne, wie die Zuhörer an diesem Abend in Würselen spüren durften.

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