Starke Verse: Globo verzaubert Publikum in der Bibliothek

Von: Christoph Hahn
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Komik plus Poesie gleich Globo: Der Komiker aus Aachen ließ auf der improvisierten Bühne in der Herzogenrather Stadtbücherei Verse von Ringelnatz, Kästner und anderen Dichtern auf ungewöhnliche Art lebendig werden. Foto: Christoph Hahn

Herzogenrath. Als Clown und Pantomime ist der aus Broichweiden stammende Aachener Künstler Globo alias Alfred Gerhards inzwischen weit über die Region hinaus ein Begriff. Er hat beispielsweise auch mit dem Programm „Das Lächeln am Fuße der Bahre” Tod und Trauer auf eine ungewöhnlich heitere Art auf die Bühne gebracht.

Dabei ist der kleine Mann mit dem Knubbel-Charme vor allem eins: ein Innovator, der gerade zum Altvertrauten neue Zugänge eröffnet - und das mit den Mitteln von Komik und Körpersprache. Auf Einladung des Förderkreises der Stadtbücherei gastierte Globo jetzt in der Bibliothek an der Erkensstraße - und verzauberte sein Publikum mit einem Mix aus tollkühn vorgetragenen Versen plus Mimik plus Gestik.

Denn Globo ist nun mal kein klassischer Rezitator. Er trägt nicht bloß vor - er stellt Balladen dar, galoppiert wie ein tänzelndes Pferd auf die Bühne, gibt das verliebte Mädel oder den Potenzprotz. Die Zuschauer dürfen dabei nicht bloß zuschauen: Sie werden bei Bedarf ohne großes Federlesen als Mitspieler herangezogen. Im Übrigen braucht Globo nicht viel, um seine Kunst zu entfalten. Ein paar Podeste, darauf variable Elemente aus hellem Holz, daneben Hüte, Perücken und andere Requisiten auf Stöcken - mehr braucht Globo nicht.

Freilich hat der 58-Jährige für sein aktuelles Programm einen hohen Preis bezahlt: Er hat sein Schweigen gebrochen. Darum zeigt der Solist der „Globalladen”, dass er weit mehr ist als ein - obgleich gottbegnadeter - Pantomime. Ein ums andere Gedicht (sei es ein Kästner, ein Ringelnatz oder das Werk eines anderen Dichters) haucht Globo als fulminanter Schauspieler, ja Komödiant, der er ist, den Versen neues Leben ein.

In Herzogenrath jedenfalls hat der Gast die Verse ins Dreidimensionale erweitert, hat sie von der platten Fläche des gedruckten Wortes aufgelesen, ihnen den Klang seiner Stimme gegeben und durch sein beherztes Spiel lebendig werden lassen. Denn große Kunst ist nie von gestern - weder die der Poeten noch die von Globo.
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