Herzogenrath - Starke Argumente gegen Impfmüdigkeit

Starke Argumente gegen Impfmüdigkeit

Von: mabie
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Ein kurzer Nadelpikser: der macht Kai Hennes beim Impfen durch seine Kinder- und Jugendärztin Barbara Krückels gar nichts aus. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Das beste Beispiel für ein gelungenes Impfverhalten hat Barbara Krückels unter ihren eigenen Patienten. „Da gab es eine Familie mit Rotaviren-Erkrankungen“, erzählt die in Herzogenrath niedergelassene Kinder- und Jugendärztin, „nur dem Säugling, der die Impfung gegen die Rotaviren mitgemacht hat, fehlte nichts“.

Höchste Zeit also für Eltern, über diese wichtige Impfung, die nun auch von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlen wird, nachzudenken. Da die als Schluckimpfung von zwei verschiedenen Herstellern erhältliche Dosis auf dieser Liste steht, kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Krankenkassen diese auch übernehmen.

„Allerdings müssen die Impfungen, die, je nach Hersteller des Lebendimpfstoffs, in zwei oder drei Impfungen gegeben werden, bis zum Ende des ersten Lebenshalbjahres eines Kindes verabreicht werden“, unterstreicht die Ärztin. Danach kann nicht mehr geimpft werden und die Gefahr, an den Rotaviren zu erkranken, ist vorhanden.

Generelle Empfehlungen

„Diese Viren gibt es schon immer“, weiß die Fachärztin, sie sind vor allem in Krankenhäusern zu finden und verbreiten sich durch schwierige Desinfektionsmöglichkeiten dann auch schnell. Das Ergebnis sind ausgesprochen unangenehme Magen-Darm-Infektionen, die in weniger gut medizinisch versorgten Ländern, wie beispielsweise in Afrika, auch zum Tode führen können. „Bei uns werden dann schnell wirkende orale Hydratationslösungen verabreicht und die Symptome klingen ab“, beruhigt Barbara Krückels.

Generell empfiehlt sie ohnehin, alle notwendigen Impfungen im Kinder- und Jugendalter zu absolvieren. Damit geht sie Hand in Hand mit dem Gesundheitsamt der Städteregion Aachen, das auf drei zentrale Neuerungen für die Impfempfehlungen hinweist. Die Schluckimpfung gegen Rotaviren für Säuglinge bis zur 32. Woche gehört dazu. Bei der Hepatitis-B-Impfung ist dagegen keine Kontrolle des Impferfolges nötig. So wurde nach Auswertung aller verfügbaren Daten die Schlussfolgerung gezogen, dass nach einer erfolgreich durchgeführten Grundimmunisierung im Allgemeinen keine Impferfolgskontrolle mehr notwendig ist.

Nach Rücksprache

Zudem empfiehlt das Gesundheitsamt, dass bei Kindern und Jugendlichen künftig die Influenza-Impfung mit einem Nasenspray erfolgen soll. So werde, sagt die Impfkommission weiter, für zwei- bis sechsjährige Kinder eine höhere Wirksamkeit bei dieser Darreichungsform erreicht. Dazu kommt, dass ein Nasenspray wohl besser bei den Impflingen ankommt als der kurze Nadelpikser.

Kai Hennes macht das allerdings nichts aus. Denn der Sechsjährige weiß sich bei Barbara Krückels in besten Händen und lässt sie gerne impfen. Die Leiterin der Arbeitsgruppe Infektionsschutz im städteregionalen Gesundheitsamt, Dr. Verena Bochat, hält die Impfempfehlungen für sinnvoll: „Die Gefahren durch eine Impfung, von denen manche gerne sprechen, sind nichts im Vergleich zu den Gefahren, die jede dieser Erkrankungen bei einem Erwachsenen und erst Recht bei einem Kind auslösen kann.“

Sie rät allerdings auch jedem dazu, erst Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten: „Hier kann am besten geklärt werden, wann eine Impfung notwendig ist, oder wann sie möglicherweise verschoben werden muss oder man gar nicht geimpft werden kann.“ Für Barbara Krückels, die auch ausgebildete Homöopathin ist, kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt hinzu. Sonst denkt sie gerne auch zusammen mit den Eltern über andere Möglichkeiten der Behandlung nach, „aber beim Impfen richte ich mich ganz nach der Schulmedizin“.

Mehr Informationen zum Thema Impfen gibt es auch im Internet unter www.stiko.de und www.rki.de/impfen.

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