Standortfrage Gesamtschule: Von Chancen und Vorurteilen

Von: Ernst-Hubert Gier
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Würselen. Bescheiden ist die Resonanz ausgefallen, die die Informationsveranstaltung des SPD-Stadtverbandes Würselen zum Gesamtschulstandort im Euregio-Kolleg an der Friedrichstraße fand, was dessen Vorsitzender Andreas Dumke auf das hochsommerliche Wetter mit 30 und mehr Grad zurückführte.

Abgesehen von einer vierköpfigen CDU-Delegation und vom stellvertretenden Leiter der neuen Schule, Jan Brumberg, blieben die Sozialdemokraten unter sich. Da sie sich für einen Standort an der Krottstraße entschieden haben, gab es nicht mehr viel an Meinung auszutauschen. Dennoch machte die Veranstaltung im Vorfeld der Bürgerversammlung der Stadt am Freitag, 14. August, um 18 Uhr im Alten Rathaus, Kaiserstraße 36, Sinn.

Vorsitzender Dumke erinnerte daran, dass die Einrichtung einer Gesamtschule die Politik schon drei Jahre beschäftigt habe. Nunmehr gestalte sich die Entscheidung über den Standort genauso schwierig. Die SPD-Fraktion habe sich für den Standort an der Krottstraße entschieden, weil ein dortiger Neubau „ein hohes Potenzial“ in sich berge. „Ein Neubau ist zukunftsträchtiger“, betonte Andreas Dumke.

Weiter argumentierte er, dass der Standort an der Krottstraße für Schüler aus Broichweiden und aus Bardenberg verkehrlich besser angebunden sei, als der Standort Wisselsbach. Der Standort Krottstraße und ein attraktiver Neubau an dieser Stelle böten bessere Voraussetzungen für den Erfolg der Gesamtschule. Außerdem sei Inklusion, was mehr als Barrierefreiheit beinhalte, bei einem Neubau besser umzusetzen. Um nur ein paar Aspekte zu nennen.

Millionen-Investitionen

Bei dieser Entscheidung sei es schwierig, emotionale und rationale Aspekte zusammen zu bringen, räumte Fraktionsvorsitzender Küppers ein. Zumal die erfolgreiche Realschule vielseitige Erinnerungen wecke. Doch könne man nicht 26 Millionen Euro in die Sanierung eines fünf Jahrzehnte altes Gebäudes am Wisselsbach stecken, wo nach 20 Jahren erneut Millionen investiert werden müssten. Was unverantwortlich sei.

Langfristig gestalte sich die Belastung des Haushalts durch einen Neubau, der über sechs Jahrzehnte abgeschrieben werde, finanziell günstiger. Dass die Sozialdemokraten eine Bürgerbeteiligung ernstnehmen, betonte Küppers. Die Neuordnung der Schullandschaft müsse unter dem Aspekt gesamtstädtebaulicher Entwicklung angegangen werden, meldete sich Eva-Maria Voigt Küppers (MdL) zu Wort. Sie sah darin Chancen, die Einwohnerzahl der Stadt auch künftig noch steigern zu können. „Wenn wir junge Familie nach Würselen holen wollen, dann brauchen wir eine attraktive Schullandschaft“, sagte Voigt-Küppers. „Wir sollten die sich uns bietende Chance nutzen und uns nicht mit Vorurteilen begegnen.“

Aufgeworfen wurde in der Versammlung die Frage nach der Folgenutzung des Gebäudes am Wisselsbach. Fraktionsvorsitzender Küppers zeigte sich zuversichtlich, dass sie ob der günstigen Konditionen sicher gestellt werden könne. Wurde aber nur wenig konkret. Dass die Verwaltung sich ebenfalls darüber schon Gedanken gemacht habe, fügte er hinzu. Wenn das Gebäude einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden solle, müsse der Flächennutzungsplan geändert werden, hieß es.

Thema Verkehrssicherheit

Schließlich kam noch die Verkehrssicherheit an der Kreuzung Willy-Brandt-Ring/Friedrichstraße zur Sprache. Technischer Beigeordneter Till von Hoegen räumte ein, es müsse ein Verkehrsgutachten nicht nur für diesen neuralgischen Punkt erstellt werden.

Einschulung an der Lehnstraße

Dass Handlungsbedarf bestehe, darin stimmte Küppers mit ihm überein. Da spiele es keine Rolle, ob an der einen oder anderen Seite der Kreisstraße der Neubau errichtet werde. Es zeigte sich in der SPD-Infoveranstaltung, dass noch eine Reihe von Fragen beantwortet werden müssen, bevor der erste Spatenstich für einen Neubau getan oder aber Hand an die Sanierung am Realschulgebäude gelegt werden kann. Fest steht: Die ersten Schüler der Gesamtschule werden am Mittwoch, 12. August, zunächst einmal im Gebäude an der Lehnstraße eingeschult werden.

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