Alsdorf - Standorte für weitere fünf Jahre gesichert

Standorte für weitere fünf Jahre gesichert

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
„Rosige Zukunft” für viele
„Rosige Zukunft” für viele Schüler: Auch künftig wird die Alsdorfer Gesamtschule wohl sechszügig betrieben werden können. Fotos (2): Stefan Schaum Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Will man Schuldezernent Stephan Spaltner Glauben schenken, so besteht innerhalb der nächsten fünf Jahre kein unmittelbarer Handlungsbedarf in der Alsdorfer Schullandschaft.

Das gilt sowohl für die Grundschulen, als auch für den Sekundarbereich, wie Spaltner im Schulausschuss sagte. Spaltner hatte gerade die Erkenntnisse aus der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes (SEP) bis zum Schuljahr 2016/17 und den damit verbundenen Ausblick bis 2025 vorgetragen.

Dennoch wird sich in Sachen Schulen etwas Grundlegendes ändern. Es dürfte das letzte Mal gewesen sein, dass ein externer Auftragnehmer den Schulentwicklungsplan für die Stadt erarbeitet hat. Die Stadt - und da scheinen sich Mandatsträger und Verwaltung grundsätzlich einig zu sein - will diese Art der vorausschauenden Planung wieder in eigener Regie erstellen. Gabriele Persigehl (CDU) sprach sich dafür aus. Der jetzt zur Diskussion stehende Schulentwicklungsplan, den die Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn erstellt hat, enthalte viel Überflüssiges, sei bunt, aber nicht übersichtlich.

Dezernent Spalter sagte, man merke, dass jemand mit der Planung beauftragt gewesen sei, der nicht Kenner der Alsdorfer Schulen sei. Spaltner will sich dafür einsetzen, die für eine eigene Planung notwendigen Kapazitäten in der Verwaltung vorzuhalten und wird hierzu mit dem Ersten Beigeordneten Ralf Kahlen sprechen. Bis Jahresende soll dann der Politik ein Vorschlag unterbreitet werden, wie das überhaupt gehen soll.

Überhaupt nicht einverstanden war der Arbeitskreis Schulen - aus Mandatsträgern und Verwaltungsmitarbeitern zusammengesetzt, - mit einer Schlussfolgerung der Bonner Projektgruppe. Der Schulausschuss folgte dieser Einschätzung und strich einen wichtigen Satz aus dem Schulentwicklungsplan. Die Externen hatten der Stadt ins Stammbuch geschrieben: „Eine Sekundarschule sollte rechtzeitig die Haupt- und Realschule in Hoengen/Mariadorf ersetzen. Die weitere Entwicklung der Schulen sollte in einem Arbeitskreis SEP erörtert werden.” Dezernent Spaltner kam zu einer ganz anderen Schlussfolgerung. „Um den Bestand der Marienschule müssen wir uns nur sehr wenige Sorgen machen.” Dort seien mehr Anmeldungen zu verzeichnen als Platz vorhanden ist.

Dagegen sehe es mit der Realschule in Ofden nicht ganz so gut aus. Wenn nicht gegengesteuert werde, sinke die Zahl der Schüler von derzeit 540 auf in fünf Jahren 420. Allerdings würden sich mit dem Bau des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) und dem Umzug der Realschule Möglichkeiten der Differenzierung des Bildungsangebotes ergeben, meinte Spaltner. Nicht gestrichen wurde im SEP der Satz: „Die Schülerzahlen am Gymnasium Alsdorf entwickeln sich entgegen dem Trend in der Region negativ. Die sich mit dem neuen Schulgebäude (ebenfalls Kubiz, d. Red.) ergebenden Veränderungen müssten an eine Überarbeitung, eine Schärfung bzw. eine bessere Vermittlung des pädagogischen Konzepts gebunden werden.” Laut SEP-Berechnungen würde die Schülerzahl im Sekundarbereich I von aktuell 427 auf 319 sinken, in der Sekundarstufe II in fünf Jahren mit 237 auf 235 weitgehend stabil bleiben.

Spaltner sagte, dass sich im SEP der „externe Dienstleister mit der Bewertung des Gymnasiums besonders schwer getan hat”. Dagegen habe diese Schule mit dem Dalton-Konzept viel Arbeit geleistet, wofür die Einrichtung ausgezeichnet worden sei. Allerdings finde das Konzept erst langsam Akzeptanz in der Alsdorfer Bevölkerung. Kritisch wurde aus Reihen des Ausschusses angemerkt, dass offenbar viele Alsdorfer Gymnasien in anderen Kommunen besuchen würden. „Wir arbeiten daran, die Alsdorfer Schüler in Alsdorf zu halten”, versprach der Schuldezernent.

Eine geradezu rosige Zukunft wird der Gesamtschule prophezeit. Diese werde ihre Sechszügigkeit (!) halten können, „indem sie immer mehr Kinder eines Altersjahrgangs bei stark zurückgehenden Schülerzahlen aufnimmt”, ist im Entwicklungsplan zu lesen. Derzeit besuchen diese Bildungsstätte 1250 Schüler, in fünf Jahren werden es 1225 sein.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Trotz derzeit nur 46 Anmeldungen wird die Hauptschule dreizügig sein, sagte Spaltner. Das habe mit dem hohen Anteil „integrativer Schüler” zu tun, was zu einer besseren Schüler-Lehrer-Relation führe. „Wir sind mehrere Jahre davon entfernt, hier keine Einzügigkeit mehr bilden zu können”, sieht Spaltner außer der bereits beschlossenen Zusammenlegung beider Hauptschulen vorerst keinen Handlungsbedarf.

Den gibt es aus Sicht der Verwaltung auch nicht im Grundschulbereich. Klar ist hier, dass die GGS Kellersberg und die GGS Ost am Standort Pommernstraße zusammengeführt werden. Zählte die Stadt Alsdorf im Jahre 2005 noch rund 2200 Grundschüler, sind es derzeit noch 1800. Die Prognose geht in fünf Jahren von nur noch 1450 aus.

Bedarf für Förderung bleibt

Klar ist, so die Verwaltung, dass alle verbleibenden Grundschulen, also auch Annagelände, Schaufenberg Kellersberg, Ost, Ofden, Begau, Hoengen, Blumenrath und Broicher Siedlung jeweils zweizügig weitergeführt werden können. Und: „Die Raumsituation wird sich entspannen.”

Die Elisabethschule (Förderschule) werde sich trotz sinkender Schülerzahlen behaupten. Waren es im Jahre 2006 noch 171 Schüler, sind es derzeit 150. Die Prognose sieht 2016/17 dort nur noch 113.
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