Standingovations für das Orchester der Stadt Würselen

Von: ehg
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Würselen. Die lange Reihe der Gala-Konzerte des Orchesters der Stadt Würselen erlebte bei der 38. Auflage in der Aula an der Klosterstraße ein Novum: Erstmalig drückten ihm zwei Tenöre aus dem 7000 Kilometer entfernten fernöstlichen Korea ihren Stempel auf.

Mehr noch: Durch ihre Sangesfreude und - künste rissen Louis Kim und Yi Kun Chung die treuen Konzertbesucher zu regelrechten Begeisterungsstürmen hin.

Und die (Hobby)-Musiker in ihrem Rücken beflügelten sie zu Höchstleistungen. Mit Bürgermeister Werner Breuer einer Meinung waren die Besucher: „Das ist einmalig, was ich heute Abend hier erleben darf.”

Einziger Wermutstropfen: Obwohl das Konzert wegen der terminlichen Dichte vorverlegt wurde, fand es nicht die Resonanz, die es ob seiner hohen Qualität verdient gehabt hätte.

Eine Ehrung erfuhr Dirigent Manfred Kremer durch den Vorsitzenden Albert Pütz. Er stand zum 35. Mal in ununterbrochener Reihenfolge am Notenpult und meisterte ein weiteres Mal souverän die anspruchsvolle Aufgabe.

Wie bei allen Konzerten auch diesmal unentgeltlich. Dafür sagte Pütz seinem langjährigen Dirigenten herzlich Dank. Dazu überreichte er ihm ein Aquarell des Würselener Künstler Hans Wittl, auf dem die Musiker mit ihrem „Maestro” am Pult „verewigt” sind.

Schwungvoll und spielfreudig entfaltete das wohl temperierte Orchester bei der Lustspielouvertüre von Kler Bla seine melodische Klangfülle und stieß damit die Tür zu einem musikalischen Hochgenuss auf. Seine Qualitäten stellte der junge viel versprechende Tenor Louis Kim erstmalig bei Mozarts Bildnisarie des Tamino („Dies Bildnis ist bezaubernd schön”) unter Beweis. Erst recht aber auch bei der Romanze des Nemorino aus Donizettis „L´elisir d´amour” (Liebestrank). Dass Yi Kun Chung nicht von ungefähr zweimal von „Opernwelt” zum Tenor des Jahres gewählt worden ist, dafür lieferte er den ersten Beweis mit „La donna e mobile” aus Verdis „Rigoletto”.

Seine gestalterischen Fähigkeiten reizte er nicht minder bei „No puede ser” aus „La taberna del puerto” des spanischen Komponisten Soroábal aus. Nuancenreich setzten sich die Streicher des Orchesters bei „Air” aus der Suite D-Dur von Johann Sebastian Bach in Szene. Die wunderbare nordische Romantik brachte Konzertmeisterin Anja Gier mit der Romanze für Violine und Orchester des norwegischen Komponisten Svendsen zum Klingen - ein virtuoser Ohrenschmaus!

Mit „Nessun dorma” aus Puccinis „Turandot” begeistertenn die beiden fernöstlichen Tenöre im Duett. Stimmungsvoll entführte das Orchester mit eine „Nacht in Venedig” von Johann Strauß in die italienische Lagunenstadt. Eine Hommage an Franz Lehar waren Chungs „Dein ist mein ganzes Herz” und Kims Romanze des Rossillion aus „Die lustige Witwe”. Temperamentvoll setzten die Musiker dessen „Weibermarsch” oben darauf. Bei den weiteren Darbietungen machten „Die zwei Tenöre” ihrem Namen alle Ehre. Im Duett lebten sie sich beim „Non ti scordar di me” von de Curtis, bei „Granda” von Lara und bei „My Way” fast schon ekstatisch aus, garniert vom Orchester mit einem Medley aus Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar” und dem Straußchen „Leichtes Blut”, ein gelungene Mischung!

Bei der gerne gewährten Zugabe gab es noch ein echtes Sahnehäubchen, das „Trinklied” aus Verdis „La Traviata”. Standingovations!
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