Städteregion Aachen nicht vergleichbar

Von: Nina Krüsmann
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Rudolf Bast, 1. Vorsitzender vom Alsdorfer Geschichtsverein; Privat-Dozent Dr. Matthias Pape; Landrat a. D. Carl Meulenbergh. Foto: Nina Krüsmann

Alsdorf. Erst fünf Monate ist der letzte große Umbruch in der Region Aachen her. Mit der Umgestaltung von Stadt und Kreis Aachen in die Städteregion hat sich auch für Alsdorf viel verändert.

Über die Umbrüche, die Alsdorf und der gesamte Nordkreis in den vergangenen 200 Jahren gemeistert haben, referierte Privat-Dozent Dr. Matthias Pape vom Historischen Institut der RWTH. Auf Einladung des Geschichtsvereins präsentierte er sein 2009 erschienenes Buch „Umbrüche - Die Region Aachen 1800 bis 2009”, in dem er den Wandel vom Roer-Departement bis zur Städteregion beschreibt.

Doch was Pape bei seinem Vortrag im Seminarbereich der Stadthalle schilderte, ging weit über den historischen Überblick seines weithin geschätzten Buchs hinaus. „Pape präsentiert uns einen eigens konzipierten Vortrag über die Kommunalreform im Aachener Nordkreis in napoleonischer, preußischer und bundesdeutscher Zeit”, freute sich Rudolf Bast, erster Vorsitzender des Geschichtsvereins. „Der Alsdorfer Geschichtsverein bemüht sich um die Erforschung der Lokalgeschichte. Mit dem heutigen Vortrag greift der Verein spannende überregionale Zusammenhänge auf”, freute sich Ehrengast Carl Meulenbergh, Landrat a. D. und einer der geistigen Väter der Städteregion, über das Vortragsthema. Nur wer seine Wurzeln kenne, könne in die Zukunft schauen.

„Für Alsdorfer Bürger ist die Beschäftigung mit dem kommunalen Wandel in ihrer Region von großem Interesse, schließlich ist Alsdorf in diesem Zusammenhang eine wichtige Kommune”, betonte Pape eingangs vor seinem Blick in die wechselvolle Geschichte der Stadt. Die heutige Stadt Alsdorf ist ein sehr komplexes Gebilde. „Ein Teil der heutigen Stadt lag auf dem Gebiet des Herzogtums Limburg der Österreichischen Niederlande, die heutigen östlichen Stadtteile auf dem Gebiet des Herzogtums Jülich”, erklärt der Historiker. Andererseits besteht Alsdorf aus alten Siedlungskernen, die in ihrer Geschichte ins Mittelalter zurückreichen, und aus Siedlungen, die entstanden sind, weil es in Alsdorf von 1848 bis 1983 Steinkohlenbergbau gab.

Nach dem Einmarsch der Franzosen wurden 1796 die Österreichischen Niederlande und 1801/02 das Jülicher Herzogtum der französischen Republik staatsrechtlich einverleibt. Seit diesem Zeitpunkt gehören alle Alsdorfer Ortsteile einem Staatsverband an. Beim Wiener Kongress wurden nach der Niederlage Napoleons 1814 bis 1815 in Europa die Grenzen neu festgelegt und neue Staaten definiert. Alsdorf fiel nun wie das übrige Rheinland an Preußen.

Bei der Neuordnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Freistaat Preußen zerschlagen. Seine westlichen Provinzen wurden zum Land Nordrhein-Westfalen, dem die heutige Stadt Alsdorf nach wie vor angehört. In und um Alsdorf schuf der Bergbau Arbeitsplätze und zog viele neue Bürger in den Ort. „Aus dem einst stillen Dorf Alsdorf wurde ein lebhafter Industrieort”, illustrierte Pape das Geschehen.

Kommunale Neugliederung

Der Wunsch, zur Stadt erhoben zu werden, ging allerdings erst viel später, am 26. Februar 1950, in Erfüllung. Alsdorf hatte zu diesem Zeitpunkt rund 22.000 Einwohner. Vom Land NRW ging zu Beginn der 1970er Jahre eine umfassende kommunale Neugliederung aus. Es sollten leistungsfähige Einheiten mit neuer Infrastruktur geschaffen werden. Nach langen Verhandlungen entstand die neue Stadt aus dem alten Alsdorf und der Gemeinde Hoengen sowie weiteren Gebietsteilen mit insgesamt 48.996 Einwohnern.

Nach dem Ende des Bergbaus stand zunächst der Strukturwandel im Mittelpunkt. Mit dem Start der Städteregion Aachen wurde der Kreis Aachen am 21. Oktober 2009 aufgelöst. „Unsere Städteregion ist mit keinem anderen Modell, auch nicht der Region Hannover, vergleichbar”, betonte Bast.
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