Städtepartnerschaft: Freundschaft begann beim Sauerbraten

Von: Sigi Malinowski
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Die Vergangenheit beim Blick ins Fotoalbum aufgefrischt: Auch Herbert und Elisabeth Geller waren in den Gründungstagen der Städtepartnerschaft mit dem französischen Montesson dabei. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Beim Betrachten der Bilder versinken Herbert und Elisabeth Geller ganz tief ins Jahr 1990. In die Zeit, als die Städtepartnerschaft Baesweilers mit dem französischen Montesson aus der Taufe gehoben wurde. „Sieh mal, da ist auch noch der Zimmermän drauf“, zeigt Herbert Geller seiner Frau ein Bild.

„Der Zimmermän“ – das ist Gerd Zimmermann, damals noch Erster Beigeordneter der Stadt Baesweiler. Auch Zimmermann hatte wie Herbert Geller – damals Fraktionsvorsitzender der CDU Baesweiler – und dem damaligen Bürgermeister Hans Plum sowie dem ehemaligen Stadtdirektor Dr. Willi Linkens „Architektenstatus“, was die nunmehr 25-jährige Freundschaft mit dem Städtchen in der Nähe von Paris angeht.

Das Ziel geortet

Und noch einen Mann nennt Herbert Geller, der dem Projekt Städtepartnerschaft mit einer französischen Stadt sehr zugetan war und ist: Bernd Mathieu. Der frühere kulturpolitische Sprecher der Christdemokraten gab seinerzeit den entscheidenden Tipp. „Bernd kennt die Ecke ziemlich gut“, sagt Geller – und so war es dem Journalisten Mathieu zu verdanken, dass man mit Montesson das Ziel geortet hatte.

Erste Schritte zur Freundschaft wurden bereits 1989 aufgenommen. Im November gab es erste gegenseitige Besuche. In Baesweiler setzten sich Linkens, Zimmermann, Plum, der frühere Kulturamtsleiter Günter Weber, Geller, Montessons Bürgermeister Pierre Gesta und der für die Jumelage zuständige und leitende Beamte Jean Pierre Bourely zusammen.

„Bei rheinischem Sauerbraten“, sagt Herbert Geller. Im Februar machte man sich mit einem kompletten Bus aus Politik und Vereinen sowie fast allen Schulleitern auf den Weg nach Montesson. „Zur Vorbereitung und Ideenfindung“, erklärt Herbert Geller. Und dann entwickelte sich „alles ganz dynamisch“. Die Partnerschaft mobilisierte in den ersten Jahren Riesenaufgebote an Teilnehmern: Junggesellen, Schützen, Musiker, Taubenzüchter, Schulen, Fußball, Tennis oder Lauftreff – beide Seiten gingen intensiv aufeinander zu.

Beim Trommler- und Spielverein Baesweiler erinnert man sich beispielsweise an den großen Festakt am Kirmesfreitag des Jahres 1990, an dem auch eine große Delegation aus dem Easington-District in England teilnahm. In der Chronik ist zu lesen: Viele französische Bürger waren in Baesweiler anwesend und nahmen mit großem Interesse an allen Veranstaltungen der Kirmes teil.

Besondere Erwähnung sollte der international gestaltete musikalische Frühschoppen sonntags im Zelt und der stark bereicherte Festzug finden, in dem unter anderen eine französische Folkloregruppe teilnahm, die mit ihren Akkordeons auch schon mal ganz locker „Lambada“ spielte. Wer sagt denn, dass man bei einen Festzug nicht auch tanzen kann?

Am 14. September 1990 starteten dann fünf Busse mit etwa 300 Teilnehmern aus Baesweiler in Richtung Montesson, um beim Carmenfest die Freundschaft auch dort zu besiegeln. Viele Freundschaften, auch losgelöst von der sogenannten offiziellen Seite entwickelten sich und haben bis heute Bestand. So haben Herbert und Elisabeth Geller („Damals konnte kaum einer französisch sprechen und doch haben wir uns alle verstanden“) beispielsweise immer noch regen Kontakt zu ihrer Gastfamilie Jean Roger und Marie Sylvie Thabault und deren Kindern.

Herbert Geller, der nach Klaus Bruellhoff Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Partnerschaft, Sport und Vereinsförderung wurde, wird von seinen französischen Freunden auch heute noch „Le Président“ genannt. „Wichtig ist es, dass die Kontakte über die Schulen gestärkt und weiter entwickelt werden“, befindet Geller. Auch die Gellers werden zum Silberjubiläum am Kirmeswochenende in Baesweiler viele alte Freunde wiedersehen.

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