Stadtwald: Artenvielfalt angestrebt

Von: ehg
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Oft unumgänglich: das Fällen von Bäumen. Ein hoher Anteil des jährlichen Einschlags entfällt zum Beispiel auf Pappeln. Foto: Verena Müler

Würselen. Revierförster Marco Lacks legte dem Technik- und Bauausschuss den Forstwirtschaftsplan 2017 für den 100 Hektar umfassenden Stadtwald vor, der diesem nach kurzen Rückfragen zu Einsparungen den „Segen“ erteilte. Die vorgelegte Planung sieht einen Holzeinschlag von 1670 Erntefestmetern (Efm) vor und liegt damit um 26 Festmeter unter dem jährlichen Hiebsatz des Betriebsplans.

Wie schon in den Vorjahren soll ein hoher Anteil an Nadelholz genutzt werden. Insgesamt beläuft sich die Einschlagsplanung auf rund 719 Efm Nadelholz. Da die Preise für Nadelholz im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil bleiben, macht ein hoher Nutzungsanteil Sinn.

Ein hoher Anteil des jährlichen Einschlags entfällt auf die Pappeln. Zwei schlechtwüchsige Bestände mussten in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde komplett abgetrieben werden. Sie sollen durch bodenständige beziehungsweise standortgemäße Baumarten, wie Rotbuche, Vogelkirsche und Stileiche, wieder aufgeforstet werden.

Wie bereits im Jahr 2015 musste auch in 2016 viel Eschenholz zwangsweise genutzt werden. Die Bäume werden weiterhin stark durch das sogenannte „Eschentriebsterben“ geschädigt und müssen regelmäßig kontrolliert werden. Es muss davon angegangen werden, dass in 2017 mehr als in der Planung vorgesehenes Eschenholz geschlagen werden muss.

Zur Schonung des Waldbodens soll auch künftig auf den Einsatz von Vollerntern verzichtet werden. Da der Großteil des Holzes aus Qualitätsgründen in Kurzholz-Sortimente eingeschnitten wird, erfolgt die Holzrückung hierbei überwiegend mit Forwardern. Für das Rücken von Langholz wird seit Herbst 2016 auch der neu angeschaffte Forsttraktor eingesetzt. Holzrückarbeiten sollten – so der Revierförster – zukünftig auch wieder mit Rückepferden durchgeführt werden, da diese Form des Holztransportes sehr bodenschonend ist.

Für den Würselener Stadtwald wird waldbaulich angestrebt, strukturreiche und naturnahe Wälder mit einer hohen Artenvielfalt zu entwickeln, welche gleichermaßen nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten bewirtschaftet werden sollen.

Um fortschreitenden Schäden durch Borkenkäfer vorzubeugen, wird im Würselener Stadtwald ein erhöhtes Augenmerk auf vorbeugende Maßnahmen der biologisch-technischen Bekämpfung gelegt: die Fortführung und Erweiterung des Vogel- und Fledermausschutzes durch jährliche Reinigung der bestehenden und Anbringung von neuen Nisthilfen, der anteilige Nutzungsverzicht in Altholzbeständen und die Belassung von liegendem und stehendem Altholz in allen Waldbeständen, wobei insbesondere die vorkommenden Specht- und Folgearten sowie seltene Insektenarten gefördert werden, die Pflege und Erhaltung des Bestandes der Waldameise, die Bekämpfung des Buchdruckers und Kupferstechers an der Fichte durch Errichtung von Fangholzhaufen und Entwertung geeigneten Brutmaterials.

Die Planungen für 2017 beinhalten die Instandsetzung von Forstwirtschaftswegen im Waldbereich südlich von Schwarzbruch. Geplant ist auch die Instandsetzung des Wanderparkplatzes an Forsthaus Weiden. Sie wird mit dem Restaurant-Besitzer abgestimmt werden.

Neben der Aufwendung finanzieller Mittel für Müllbehältnisse fallen viele Arbeitsstunden für das Einsammeln und den Transport von wildem Müll an. So dass die Lohn- und Sachkosten in diesem Bereich voraussichtlich auch in 2017 unverändert hoch sein werden.

Im Haushaltsjahr 2016 konnten im Forstbereich Einnahmen in Höhe von rund 88.000 Euro verbucht werden. Für 2017 beläuft sich der Gesamtumsatz der zu erwirtschaftenden Erträge auf 95.000 Euro. Auf der Ausgabenseite fielen in 2016 insgesamt 239.750 Euro an Kosten für die Unterhaltung der städtischen Waldfläche an. Für 2017 wurden 242.000 Euro angesetzt. Im investiven Bereich wurden 72.223 Euro verausgabt. Für 2017 beläuft sich der Ansatz auf 4000 Euro.

Es wurden im vergangenen Jahr verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, an denen viele Kinder und Erwachsene teilnahmen. Bei den Aktivitäten mit der Waldjugend war das NRW-Landeslager, das an Pfingsten anlässlich des 40-jährigen Bestehens vom Würselener Horst auf der Wiese hinter Forsthaus Weiden durchgeführt wurde, ein voller Erfolg. Auch die traditionellen Wanderungen zu Weihnachten und Ostern fanden reichlich Anklang.

Für 2017 sind neben Waldführungen mit Schulklassen, Kindergärten und interessierten Erwachsenen auch wieder Aktionen und Forsteinsätze mit der Waldjugend in der Planung. Die traditionellen Wanderungen und die Pflanzung des Baumes des Jahres im Stadtgarten werden auch wieder angeboten werden.

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