Stadtverwaltung Baesweiler: Abriss, Erweiterung, Modernisierung

Von: Verena Müller
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von Verena Müller Baesweiler. Das alte Rathaus Setterich wird abgerissen und das Baesweiler Rathaus erweitert. Das ist entschieden. Die Gründe dafür sind vielschichtig, eine Bezuschussung durch das NRW-Bauministerium ist bereits in Aussicht gestellt u Foto: vm
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Das in drei Abschnitten zwischen 1900...
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...und den 70er Jahren gebaute Rathaus Baesweiler soll derweil erweitert, saniert und modernisiert werden – nicht nur räumlich. Foto: vm
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Wird Vorbereitung und Umsetzung der Baumaßnahmen federführend begleiten: Hochbauamtsleiter Ralf Peters. Foto: Verena Müller

Baesweiler. Das alte Rathaus Setterich wird abgerissen und das Baesweiler Rathaus erweitert. Das ist entschieden. Die Gründe dafür sind vielschichtig, eine Bezuschussung durch das NRW-Bauministerium ist bereits in Aussicht gestellt und als nächstes steht schon ein Architektenwettbewerb an. So schnell kann das gehen. Na, fast. Mindestens drei Jahre wird es dann doch dauern, bis Umbau, Erweiterung und Abriss erfolgt sind.

Im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Willi Linkens, dem Hochbauamtsleiter Ralf Peters, dem Ersten Beigeordneten Frank Brunner und der Technischen Dezernentin Iris Tomczak-Pestel wurden Hintergründe und Pläne nun unserer Zeitung vorgestellt.

Das Settericher Rathaus ist ein Bau aus den 60ern. Durch den Bergbau in Siersdorf hatte sich die Einwohnerzahl innerhalb von 15 Jahren verachtfacht, so dass sich Setterich von Immendorf-Würm emanzipieren durfte. Die Selbstständigkeit währte allerdings nicht lange. Mit der kommunalen Neugliederung von 1972 wurde Setterich einer der sieben Ortsteile Baesweilers.

Die Ämter wurden auf die beiden Standorte an der Maria-straße und An der Burg aufgeteilt. Mit der Änderung der Sozialamtsstrukturen und der Einführung des Jobcenters zog letzteres in die Räume in Setterich ein. „Wir haben die Hälfte der Räume an das Jobcenter vermietet“, sagt Linkens. Den Rest belegen Kämmerei und Sozialamt. „Ämter mit wenig öffentlicher Wirksamkeit“, wie Linkens sagt. Insgesamt rund 25 Mitarbeiter der insgesamt 100 zählt er an dem Standort.

Nun stellt sich das Jobcenter aber gerade räumlich neu auf und hat eine Kündigung des Mietvertrags in Aussicht gestellt. Als möglicher gemeinsamer Standort für die vier Nordkreis-Kommunen wird Alsdorf gehandelt. Stellte sich für die Stadt Baesweiler also die Frage, was man mit der Zweigstelle machen soll. Das Hochbauamt begann zu rechnen und kam zu dem wenig überraschenden Ergebnis, das sich ein Erhalt des Standorts nicht rentiert.

Denn: Alleine die Sanierungskosten für den Settericher 60er-Jahre-Bau würden sich auf rund 2,8 Millionen Euro belaufen. Darunter fallen: energetische Sanierung, Herstellung der Barrierefreiheit und statische Ertüchtigung der Eingangstreppe, die unter dem dem Vandalismus geschuldeten Käfig vor dem Eingang ächzt.

Außerdem müsse man die doppelten Betriebs- und Energiekosten bedenken, so Linkens. Unter anderem geht über das überdachte, ungenutzte Atrium eine Menge Wärme verloren.

In die Auflistung der Mängel oder Minuspunkte für Setterich nimmt Linkens auch ästhetische Aspekte auf, etwa den wenig einladenden Anblick, und unnötige Wege für die Mitarbeiter. So hat Brunner sein Büro in Setterich, das ihm unterstellte Ordnungsamt befindet sich aber in Baesweiler. „Und der Kämmerer muss manchmal auch dreimal an einem Tag zwischen Setterich und Baesweiler hin- und herfahren“, sagt Linkens.

Unter dem Strich lautete also das Fazit: „Wenn man das langfristig betrachtet, muss man die beiden Standorte zusammenführen“, so der Bürgermeister. Zu diesem rein rechnerischen Ergebnis kam nicht nur die Stadt selbst, sondern auch ein externes Büro, das eine sogenannte vergleichende Wirtschaftlichkeit aufstellte. Variante A: beide Standorte in ihrem Zustand belassen wie sie sind und weiterbetreiben; Variante B: beide Standorte sanieren und weiterbetreiben; Variante C: Zusammenführung und Sanierung eines Standorts.

Modernisierung

Wie die Technische Beigeordnete ausführte, sollen die 25 Zweigstellen-Kollegen nicht einfach nach Baesweiler geholt, sondern eine umfangreiche Modernisierung und Erweiterung des Rathauses in Angriff genommen werden. Hinter Schlagworten wie „multifunktionale Nutzung“, „generationenübergreifend“ und „neue Verwaltungstätigkeit“ verbirgt sich eine stärkere Öffnung des Rathauses für seine Bürger. Mit einbezogen werden sollen Vereine, Kindergarten und Seniorenheim der unmittelbaren Nachbarschaft sowie Ehrenamtler.

Der Verwaltungsspitze schwebt vor, den Wartebereich angenehmer zu gestalten, etwa mit einem Bistro und Kinderbetreuung während Verwaltungsgänge erledigt werden. Der Sitzungssaal soll Kulisse für Ausstellungen werden, die Kita vielleicht einen Betriebskindergartenzweig einrichten.

Linkens sagt: „Das Rathaus stand bei den Sanierungsmaßnahmen der öffentlichen Gebäude auf der Prioritätenliste nicht oben.“ Aber wenn man bedenke, dass die Räume der Behörde nicht nur von seinen Mitarbeitern, sondern künftig vermehrt auch von den Bürgern genutzt würden, wäre es nun an der Zeit.

Bergschäden haben im ältesten der drei Trakte des Rathauses, dem aus dem Jahr 1900, zu Absenkungen von einem halben Meter geführt. Manche Fenster sähen zwar rechtwinklig aus, seien aber Spezialanfertigungen, weil kein normales Maß gepasst hätte. Alles längst bekannt, aber jetzt, unter den neuen Vorzeichen, erst recht wert, angegangen zu werden.

Die von Umbau- und Erweiterungsbauarbeiten betroffenen Mitarbeiter ziehen vorübergehend nach Setterich um. Viele Möglichkeiten für einen Anbau gibt es nicht – zumal der Parkplatz auf der Rückseite erhalten bleiben soll. Denkbar wäre also ein weiterer, dem Rathaus vorgelagerter Trakt, links vom Eingang.

Nach der Vollendung soll die Zweigstelle abgerissen werden. Neubaupläne? Keine. Eine Öffnung des Geländes zum Park hin ist geplant. Einzige Anlaufstelle in dem Ortsteil soll das Haus Setterich für verwaltungsnahe Themen wie Rentenberatung sein.

Hinter verschlossenen Türen hat die Politik laut Linkens bereits einvernehmlich dem Konzept zugestimmt. Gesamtkostenvolumen: noch offen. Die nächsten Schritte sind zunächst Architektenwettbewerb, dann Kostenkalkulation, Antragstellen. Mit dem Auszug des Jobcenters rechnet die Verwaltung nicht vor 2019.

Es ist also noch ein bisschen hin, bis die Veränderungen sichtbar werden.

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