Stadtverwaltung Alsdorf kehrt zur Ämterstruktur zurück

Von: Beatrix Oprée
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Alsdorf. Nein, ein Kosteneinsparprogramm soll es nicht unmittelbar sein, das stellt Bürgermeister Alfred Sonders auf entsprechende Nachfrage sofort einmal klar.

Hauptbeweggrund für die Verwaltungsumstrukturierung, die er am Donnerstag zusammen mit dem Ersten Beigeordneten Ralf Kahlen vorstellte, sei vielmehr ein demografisches Problem: In absehbarer Zeit breche ein großer Stamm an städtischen Mitarbeitern pensionsbedingt weg, „das trifft besonders Führungskräfte“, dem kein ausreichender Nachwuchs gegenüberstehe – ein personalpolitisches Versäumnis aus der Vergangenheit.

Sonders möchte sich nicht groß in Schuldzuweisungen üben, sondern vielmehr in die Zukunft blicken. So steckt hinter der nun vorgelegten „Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation“ in seinem Hause ein verwaltungsinterner Verschlankungsprozess, der durch Synergien, sprich Zusammenfassung bisheriger kleinerer Organisationseinheiten, auch auf Leitungsebene hervorgerufen wird.

Die Personalausstattung der neuen Einheiten, so heißt es in dem Konzept, soll so dimensioniert sein, „dass grundsätzlich Vertretungsregelungen, im Extremfall auch sachgebietsübergeifend“, möglich seien. Sonders: „Das ist nichts, was schon in den kommenden Jahren im Haushalt zu spüren sein wird“, die Stadtverwaltung in ihren Abläufen aber maßgeblich für die wachsenden Herausforderungen rüste.

Was sind die wesentlichen Änderungen? Für den Bürger am deutlichsten spürbar wird die Rückkehr zur Ämterstruktur sein, samt Abbau der Hierarchiestufe „Fachbereich“. Die Amtsleiter sollen wieder direkt den Dezernenten unterstehen und eine entsprechend starke Position mit „weitreichenden Entscheidungsbefugnissen“ auch in Sachen Budget haben.

„Back to the roots“, wie Sonders es nennt. Die Vielzahl der Begrifflichkeiten wie Fachbereiche, Fachgebiete, Regiebetrieb et cetera sei beim Bürger ohnehin nie angekommen, nach wie vor sei man „aufs Amt“ gegangen.

Deutlich gestrafft wird das Rathaus-Organigramm vor allem durch die Reduzierung der Dezernate von vier auf drei. Aufgelöst wird das bisherige Dezernat II. Dezernent Stephan Spaltner, „von Hause aus Diplom-Kaufmann, wie Sonders erläutert, wechselt als kaufmännischer Betriebsleiter in den Eigenbetrieb Technische Dienste. Sonders: „Es hat mich gefreut, dass wir da Einvernehmen herstellen konnten.“

Das Spaltner bislang unterstehende Fachgebiet Soziales mutiert zum Sozialamt und geht ins Dezernat I des Ersten Beigeordneten über. Und die bisherigen Fachgebiete Jugend, Schulen und Sport werden in einem von zwei neuen Referaten im Dezernat des Bürgermeisters zusammengefasst, unter der Ägide des neuen Referatsleiters Manfred Schmitz, bisher stellvertretender Leiter des Fachgebiets Jugend.

Das zweite Referat umfasst unter der Leitung von Kämmerer Michael Hafers das Kämmereiamt, die Stadtkasse und das Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften/Beteiligungscontrolling.

Als „Vorzeigemodell“ kennzeichnet die Verwaltungsspitze das neue Bürger- und Ordnungsamt im Dezernat Kahlen, in dem die Fachgebiete Bürgerdienste sowie Sicherheit und Ordnung aufgehen werden.

Neu ins Technische Dezernat der Beigeordneten Susanne Lo Cicero-Marenberg eingegliedert wird ein Bauverwaltungsamt, das neben Haushaltsangelegenheiten, Beiträgen, Zuschüssen, Vergabestelle auch die zentrale Grünflächenverwaltung übernimmt. Die Friedhöfe, bisher mit Ausnahme von Hoengen bei der Grund- und Stadtentwicklung GmbH (GSG G+S) angesiedelt, sollen wieder städtisch verwaltet werden und dazu dem Eigenbetrieb einverleibt werden. Das bei der GSG betroffene Personal, so Sonders, erhalte ein Arbeitsangebot.

Fünf Führungspositionen und insgesamt 17 Verwaltungsmitarbeiter sind von der Reform unmittelbar betroffen. Persönliche Gespräche, so betont der Bürgermeister, seien mit jedem geführt worden. Natürlich gebe es bei dem ein oder anderen einen „gewissen Grad an Unsicherheit“ ob der neuen Aufgabe, aber „verweigert hat sich keiner“ – auch vor dem Hintergrund der Wahrung von Besitzstand und „positiven Perspektiven“.

In Politik und Personalrat sei das Vorhaben positiv aufgenommen worden, schildert Sonders seinen Eindruck: „Man hat erkannt, dass etwas getan werden muss, und dass das, was wir tun, gut überlegt ist.“ Auch Ralf Kahlen zeigt sich zuversichtlich: „Wir werden in fünf Jahren eine deutlich bessere Personalstruktur für die nächsten beiden Dekaden haben, als wir sie angetroffen haben.“

Über die Dezernatsneuverteilung sowie die Besetzung der Stelle eines kaufmännischen Betriebsleiters wird der Stadtrat am 3. November entscheiden.

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