Stadtrat mit großer Mehrheit für Schulzentrum-Neubau

Von: Wilfried Rhein
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Der Beschluss ist im Stadtrat mit breiter Mehrheit gefasst worden: Vor und neben dem „Langhaus” sollen Klassenräume und Sporthallen für Gymnasium und Realschule Ofden gebaut werden. Funktionsräume kommen in die Halle. Für das 35 Millionen Euro-Projekt werden wenigstens 12 Millionen Landesförderung erwartet.

Alsdorf. Das beschriebene Papier liegt in Düsseldorf auf dem Tisch. Unterschrieben ist es noch nicht von Oliver Wittke (CDU). Der Landes-Städtebauminister ist nämlich ein paar Tage unterwegs, nicht im Büro. Kehrt er zurück, wird die Förderzusage unterzeichnet.

Im Erzählton berichtete Kämmerer Günter Jansen am Dienstagabend im Stadtrat, was er aus dem Umfeld des Ministers weiß. Denn es ging um nichts Geringeres als um den rechtsgültigen Basisbeschluss für Alsdorfs neues Schulzentrum mit den Neubauten für Gymnasium und Realschule.

Der wurde mit großer Mehrheit gefasst, nachdem die sechs Fraktionen im Rat ihre Euphorie über die Chance wie auch die Zweifel am unkomplizierten Gelingen des Projekts Schulzentrum geäußert hatten.

In zunächst gar nicht vorgesehener öffentlicher Sitzung erregte Horst-Dieter Heidenreich, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, den Unmut vieler Stadtverordneter, als er forderte, den Beschluss an diesem Abend nicht zu fassen.

Bis zum Montagabend sei kein Brief mit der Unterschrift des Städtebauministers im Rathaus eingetroffen; man habe Bedenken, ob die angekündigten 12 Millionen Euro Bauzuschuss wirklich flössen.

Hilfe von allen Seiten

Man reiche Alsdorf zurzeit von allen Seiten hilfreich die Hand, führte CDU-Fraktionssprecher Dieter Lejeune zurück auf die Beschlussvorlage.

„Der Bürger erwartet, dass sich auf dem Schulsektor endlich was tut, baufachlich wie auch pädagogisch”, nannte er das Ja zum neuen Schulzentrum eine einmalige Gelegenheit.

So etwas in Einheit zu beschließen, beinhalte eine große Außenwirkung. Und auch das Signal, dass man in Alsdorf einem Ministerwort traut.

Hilfssignale würden ja nicht ignoriert, verteidigten die Grünen ihre Haltung. Der alte Schulstandort habe viel Positives, die Neubauten am Annapark hätten auch ihren Reiz.

Doch für alle Pläne müssten belastbare Zahlen auf den Tisch, keine „Grobskizzen”. Auch dass die 12 Millionen Euro Zuschuss kommen. „Die Reife des Konzepts”, so Friedel Wirtz, werde vermisst.

Ihm sei klar, dass eine Modernisierung der beiden Schulen in Ofden „politisch nicht gewollt” sei, sondern „planieren statt sanieren”. Es gehe nur noch um „Abwrackprämien” für die Gebäude in Ofden.

Keinen Druck aufbauen

Von seinem Pendant Gustl Rinkens auf SPD-Seite unterstützt, blieb es bei der Haltung Dieter Lejeunes, den Beschluss zu fassen und diesen nach schriftlicher Förderzusage wirksam werden zu lassen. So wollten es - nach erstem Widerspruch - auch Heinz Liska (FDP) und Dietmar Brühl (FWA).

Letzterer lenkte ein, „keinen Druck aufbauen” zu wollen, man begrüße die Zukunftschancen der Stadt. Aber: „Eine rechtzeitige Information für uns hätte manche Diskussion vermieden.”

Der Zustimmung verschlossen sich die Republikaner. Fraktionsvorsitzender Alfred Spicher erinnerte an den „endgültigen Sanierungsbeschluss” der CDU vom März 2007 für Ofden, der SPD-Idee von einem „Gymnasium im Gasmotorenwerk” (Kraftzentrale), was jetzt in eine „Vermarktung des Annageländes” münden soll. In Ofden dagegen „droht die Wertevernichtung”.

„Es ist ein lohnendes Ziel, Kinder und deren Eltern in den Mittelpunkt unseres Interesses zu stellen”, griff SPD-Vorsitzender Gustl Rinkens ein Wort von Bürgermeister Helmut Klein auf, Alsdorf könne zu altem, gutem Ruf als „Schulstadt” zurückkehren.

Das Ja zum Beschluss, die Modernisierungspläne in Ofden aufzugeben und die Neubaupläne für ein Schulzentrum zu favorisieren, trugen CDU, SPD, FWA und SPD einmütig; es gab fünf Gegenstimmen.

Unmittelbar nach dieser Entscheidung beschloss der Rat am Dienstagabend auch den Ausführungsvertrag mit der stadteigenen Gewerbepark-Gesellschaft IGA, die sich bei der Projektrealisierung auch der GSG bedienen wird.

Eine „logische Folge” der finanziellen und personellen Situation der Stadtverwaltung, so Bürgermeister Helmut Klein. Für ihre Leistungsfähigkeit habe die IGA Beweise erbracht.

Lenken und garantieren

Wenngleich „betriebswirtschaftlich einsehbar”, lenkte Friedel Wirtz ein, fürchte er doch, dass die Stadt „ins Messer laufen” könne. Er verlangte eine unabhängige Prüfung, ob alle Schritte mit der IGA legal getan werden könnten, auch was die Kontrolle der Auftragsvergaben betreffe. „Das”, versicherte Schulreferent Stephan Spaltner, „kann die Stadt lenken und garantieren.”
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