Stadtentwicklungsgesellschaft: Betriebe sollen am Flugplatz landen

Von: Karl Stüber
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Die Genehmigung zum Um- und Ausbau des Flugplatzes Merzbrück ist da: Durch die Attraktivitätssteigerung dieses Start- und Landeplatzes soll auch die Vermarktung von umliegenden Gewerbeflächen erleichtert werden. Foto: Karl Stüber
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Die Genehmigung zum Um- und Ausbau des Flugplatzes Merzbrück ist da: Durch die Attraktivitätssteigerung dieses Start- und Landesplatzes soll auch die Vermarktung von umliegenden Gewerbeflächen erleichtert werden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Nachricht, dass die Genehmigung zur Verlängerung und Verschwenkung der Start- und Landebahn des Flugplatzes Merzbrück endlich vorliegt, ist aus Sicht von Manfred Zitzen eine sehr gute – auch für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Würselen.

Zitzen ist Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW), die seit 1. April 2015 im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages die Aktivitäten der Aachener Kreuz Merzbrück GmbH & Co. KG (AKM) führt. Mit dem Planfeststellungsbeschluss wird die Entwicklung des nördlich am Flugplatz gelegenen Gewerbegebietes Aachener Kreuz Merzbrück nach dieser Klärung der Rahmenbedingungen endlich Fahrt aufnehmen können. Die SEW, respektive die AKM führt bereits Gespräche mit ansiedlungsinteressierten Firmen und Unternehmen, sagt Zitzen.

Das große Interesse zum Beispiel von RWTH und FH Aachen, am Standort Flugplatz Merzbrück Forschung zu betreiben und ein hybridgetriebenes Flugzeug zu entwickeln, von dem zuletzt der Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM), Uwe Zink, gegenüber unserer Zeitung sprach, wird von Zitzen vollauf bestätigt. Er spricht von „flugplatzaffinen Firmen“.

„Die Idee ist, dass solche Einrichtungen direkt auf dem Gelände der AKM am nördlichen Rand des Flugplatzes untergebracht werden, um mit ihren Entwicklungen über einen Rollweg direkt zur Start- und Landebahn zu gelangen“, skizziert Zitzen die Vision. Bei diesem Teilstück des Gewerbegebietes geht es um insgesamt rund 15,3 Hektar.

Die Erschließung läuft an

Die Erschließung (Straßenbau und Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen) dürfte mit sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. Allerdings kann laut Zitzen ein Drittel des Areals erst dann vermarktet werden, wenn die Verschwenkung der Start- und Landebahn auch wirklich erfolgt ist. Die Stadt Würselen habe als Grundlage für die Entwicklung des Gewerbegebietes das Bebauungsplanverfahren eingeleitet.

„Zielsetzung des Bebauungsplans 182 ist auch weiterhin die Ansiedlung von hochwertigem Gewerbe in Flugplatznähe“, hat die Stadt Würselen formuliert. Derzeit würden sich Fachplaner mit dem Thema befassen. Archäologische Untersuchungen seien ebenso in die Wege geleitet wie der Einsatz des Kampfmittelräumdienstes. Da im Zweiten Weltkrieg dort ein Feldflugplatz war, der von den Alliierten angegriffen wurde, könnten dort noch Blindgänger im Boden verborgen liegen.

Erste Grundstücke könnten durch die AKM Anfang 2019 an Interessenten verkauft werden. Dann, so hofft Zitzen, dürften der Bebauungsplan rechtskräftig und die Erschließungsarbeiten beendet sein.

Weitere Perspektive ist das Gewerbegebiet südlich des Flugplatzes Merzbrück. Dort verfügt die Gesellschaft bereits über 17 Hektar, 20 sollen noch hinzukommen. Hier wird mit zunächst acht Millionen Euro an Erschließungskosten gerechnet, die durch Grundstücksverkäufe wieder „eingespielt“ werden sollen.

Zitzen begrüßt ausdrücklich, dass Uwe Zink als Geschäftsführer der Flugplatz-Betreiberfirma FAM weitere vier Jahr dranhängt, wenngleich er als Baudezernent der Städteregion Ende August in den Ruhestand geht. „Er hat alle Vorbereitungen gemacht und ist voll im Thema. Es ist gut, dass Zink das Begonnene weiter vorantreiben kann.“

Stadt- und Gewerbegebietsentwickler Zitzen ist optimistisch, dass die Finanzierung des Ausbaus des Flugplatzes – wichtige Voraussetzung für bessere Vermarktungschancen von Gewerbeflächen im Umfeld – auf die Beine gestellt werden kann. „Es ist richtig, dass nach Beschlusslage der fünf Gesellschafter aus dem Jahre 2006 noch von einer Investition von 4,6 Millionen Euro ausgegangen wird, was aber angesichts der Preissteigerungsraten nicht mehr realistisch ist.“

Zudem sei man seinerzeit noch von einem Landeszuschuss in Höhe von 50 Prozent ausgegangen. „Da hat es jedoch politische Veränderungen gegeben.“ Das Land Nordrhein-Westfalen habe unter der rot-grünen Regierung diese Option aufgehoben. „Wie jetzt die neue Landesregierung aus CDU und FDP damit umgeht, ist noch nicht klar.“

Derzeit arbeite Zink an der aktuellen Berechnung der Kosten als Entscheidungsgrundlage für die Gesellschafter. Dann müssten neue Beschlüsse gefasst werden. Einer der Gesellschafter der FAM ist die SEW, die – wie auch Aachen und Eschweiler – 25,01 Prozent hält.

Die Städteregion ist mit 14,97 Prozent dabei, die Fluggemeinschaft Aachen mit zehn. Entsprechend müssten die Kosten für die Veränderungen auf dem Flugplatz verteilt bzw. übernommen werden. „Wir sprechen bei den Investitionen über eine Größenordnung, die für alle Beteiligten grundsätzlich machbar sein sollte“, ist Zitzen optimistisch, dass die Umgestaltung des Flugplatzes realisiert wird. „Wenn man diesen Weg politisch gehen will, dürfte die Finanzierung kein unlösbares Problem sein.“

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