Würselen - Stadtentwicklung: Interessante Chancen für Würselen

Stadtentwicklung: Interessante Chancen für Würselen

Von: Karl Stüber
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Würselen im Umbruch: Zuvor räumen Bagger das für die weitere Stadtentwicklung wichtige Singergelände. Foto: Karl Stüber
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Ab Mitte 2020 steht das Areal der auslaufenden Realschule an der Tittelsstraße zur Vermarktung an. Foto: Karl Stüber
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In den Sternen steht, was aus den nicht mehr genutzten Teilen des Standortes Bardenberg des Medizinischen Zentrums wird – hier das ehemalige Schwesternheim. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Zahl der Steine, die auf dem ehemaligen Singergelände in Würselen noch aufeinander stehen, sind eindeutig in der Minderheit gegenüber den Bergen von abgebrochenem Material. Das wird Lkw für Lkw abgefahren. Dann folgt die Beseitigung von Altlasten im Boden.

Nur noch das alte Pförtnerhäuschen an der Bahnhofstraße steht – und ein Teil der alten Zigarrenfabrik am alten Zugang zur Kaiserstraße.

Bürgermeister Arno Nelles (SPD) versucht bei allem Ärger über das rigide Vorgehen des Grundstückseigners, der Firma Groz-Beckert, im Gespräch mit unserer Zeitung über Aspekte der Stadtentwicklung den Ball flach zu halten. Die Firma hat trotz der Bitte der Kommune, die alte Zigarrenfabrik und den Treppenturm stehen zu lassen, um dort nach Vorstellungen der Kulturstiftung Würselen ein Begegnungszentrum unterzubringen, die Abrissbagger weiter rollen lassen.

Das Recht ist eindeutig auf Seiten des Grundstückseigentümers. Der verfügt nicht nur über eine Abrissgenehmigung für das gesamte Terrain, sondern darf natürlich als Wirtschaftsunternehmen versuchen, den größtmöglichen Erlös aus dem Verkauf des Areals zu erzielen, stellt Nelles nüchtern fest. Die Stadt bzw. die Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen konnte und wollte da beim Bieten nicht mithalten. Bei 2,7 Millionen Euro war Schluss.

Stadt muss abwarten

Gleichwohl bleibt die Nutzung des Geländes „ein wichtiges Thema der Stadtentwicklung“, betont Nelles. „Wenn die Firma Groz-Beckert mit einem Investor zu uns kommt, der ein Konzept vorlegt, das auch für Verwaltung und Stadtrat akzeptabel ist, habe ich damit kein Problem“, sagt der Bürgermeister. „Es muss aber für die Stadt Würselen etwas Positives dabei rauskommen.“ Gewünscht wird im wesentlichen Wohnbebauung unter Berücksichtigung von dringend benötigten Sozialwohnungen. Das kann die Stadt via Bebauungsplan und Baurecht steuern.

Droht mit dem im Masterplan 2 vorgesehenen Umzug weiterer Kliniken des Medizinischen Zentrums (MZ) von Bardenberg zum Standort Marienhöhe ein „zweites Singergelände“, das lange ungenutzt bleibt? Denn auch hier hat die Stadt Würselen keinen direkten Zugriff, weil ihr das Areal nicht gehört. Die einst schönen Grünflächen am ehemaligen Schwesternheim in Bardenberg verwildern zusehends. Was wird aus den Krankenhausreserveflächen? Noch sind am Standort Bardenberg Urologie, Lungenheilkunde sowie weitere Teilbereiche des MZ aktiv und betreiben die Kassenärzte ihre Notfallpraxis. Nelles sieht nicht die Notwendigkeit für eine Verlegung nach Marienhöhe: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man wirtschaftlich Teile des Krankenhauses weiter in Bardenberg betreiben kann.“ Besonders die Lungenheilkunde prosperiere dort.

Nelles setzt weiterhin – bis auf möglicherweise einmal anderslautende Äußerungen der MZ-Gesellschafter Städteregion und Knappschaft Bahn-See – weiter darauf, dass die große Krankenpflegeschule (allgemeine Krankenpflege, für Kinder und Alte) am Standort Bardenberg platziert wird. „Es muss ja kein völliger Neubau sein. Teile des Krankenhauses können mitgenutzt werden“, sagt er.

In der Verkehrsanbindung der Schule sieht Nelles kein Problem. Dies wäre am Standort Marienhöhe angesichts Hunderter Schüler anders. Würde die neue Schule, die nicht nur Krankenpflegeschüler zum Eigenbedarf des MZ ausbilden soll, sondern auch für weitere Krankenhäuser, in Bardenberg angesiedelt, würden die Geschäftswelt im Umfeld davon profitieren. Was auch immer geschieht – bis dahin sind der Stadt Würselen praktisch die Hände gebunden. Sie muss abwarten, was die Gesellschafter des MZ letztlich beschließen und was letztlich auf dem Gelände neu entstehen soll, bedauert Nelles.

Weitere „Baustelle“ in der Frage, was aus dem Grundstück mal werden soll, ist die Realschule an der Tittelsstraße, die im Jahre 2020 ausläuft. Hier hat aber die Stadt Würselen den Hut auf, weil ihr das Grundstück gehört. „Eine Nutzungsoption ist studentisches Wohnen“, sagt der Bürgermeister. Die RWTH Aachen habe einen großen Bedarf, ihre Studierenden im Umfeld unterzubringen.

Neben den nahen Niederlanden und Belgien komme dabei auch Würselen ins Spiel, zumal der Radschnellweg nah ist. „Es werden derzeit Gespräche mit der RWTH und der Stadt Aachen geführt. Mit Studierenden würden wir eine ganz neue Klientel nach Würselen holen, die wir natürlich langfristig auch binden möchten, so etwa durch adäquate Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Kaninsberg bzw. bei Merzbrück.“

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