Stadt Würselen weist Kritik zurück

Von: Georg Pinzek
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Würselen. Hier widerspricht der Erste Beigeordnete der Stadt Würselen, Werner Birmanns, ganz entschieden: „Keiner will die städtische Realschule plattmachen! Sie genießt zu Recht einen guten Ruf.”

Wiederholt waren Vorwürfe aus den Reihen der Elternschaft laut geworden. Kritisiert wurde in erster Linie das vorgezogene Anmeldeverfahren für eine neu zu gründende Gesamtschule am Standort Wisselsbach. Von Wettbewerbsverzerrung war gar die Rede, weil der neuen Schulform Vorrang eingeräumt werde. Realschul-Eltern fühlten sich vom Schulträger stiefmütterlich behandelt.

Der für den Bereich Schulen im Rathaus zuständige Beigeordnete Birmanns klärt auf: „Wir machen das doch nicht aus Willkür. Wir wollen Planungssicherheit schaffen, ganz besonders für die Eltern. Sollte die Gesamtschule nicht zustande kommen, womit wir nicht rechnen, müssten sich die Eltern aber in aller Ruhe neu orientieren können. Wahrscheinlicher ist, dass es zu viele Anmeldungen für die Gesamtschule gibt. Dann müssen die Eltern, deren Kinder abgelehnt werden, das noch anstehende Anmeldeverfahren für die übrigen weiterführenden Schulen ebenfalls ohne Druck nutzen können. Diese Kinder wären doch dann benachteiligt, wenn die anderen Schulen ihre Listen bereits parallel dazu geschlossen hätten.”

Auch Fachbereichsleiter Herbert Zierden und seine zuständige Mitarbeiterin Anne Bläsius sehen keinen Grund für die Aufregung. Sie verweisen auf klare Regelungen, die das NRW-Schulministerium und die Kölner Bezirksregierung für das Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2013/14 getroffen haben. Ein vorgezogenes Anmeldeverfahren sei demnach bei einem zu erwartenden Anmeldeüberhang sowie für Schulen im Einrichtungsjahr zugelassen.

Zusätzliche Termine

Die Kölner Aufsichtsbehörde gibt den Städten und Gemeinden per Rundverfügung vom 2. Oktober 2012 sogar grundsätzlich grünes Licht für die Möglichkeit vorgezogener Anmeldeverfahren für Gesamtschulen zum Schuljahr 2013/14. Da logischerweise noch kein Gesamtschul-Sekretariat existiere, greift die Stadt auf die Sekretariate in den Grundschulen für die Anmeldungen zurück. Auch das Schulverwaltungsamt ist eine Anlaufstelle dafür. Anmeldungen sollen im Zeitraum von Samstag, 2. Februar 2013, bis Freitag, 8. Februar, vorgenommen werden. Geplant ist, dass die Sekretariatszeiten erweitert werden sowie zusätzliche Termine für berufstätige Eltern am Abend beziehungsweise ein Termin am Samstag angeboten werden. Für die Informationsveranstaltungen der Grundschulen zum Übergang in die weiterführenden Schulen wird ein Flyer zur Gesamtschule vorbereitet. Für alle übrigen weiterführenden Schulen haben die Aufsichtsbehörden für das Anmeldeverfahren ein Zeitfenster vom 18. Februar bis zum 15. März 2013 festgelegt.

Der Stadtrat hatte sich vor gut einem Jahr für die Gründung einer Gesamtschule als zeitgemäße Erweiterung der Schullandschaft ausgesprochen, weil das Auslaufen der Hauptschule mangels Anmeldungen besiegelt ist. Alle Schulabschlüsse sollten in Würselen aber weiterhin möglich sein. Außerdem wird eine hohe Nachfrage bei einer Ganztagsschule gesehen. Im Gegenzug soll die Realschule künftig nur noch zweizügig fortgeführt werden. Mit einer umfangreichen Elternbefragung hatte die Stadt den Bedarf für eine Gesamtschule in Würselen ermittelt. 100 Anmeldungen sind nun für die Gründung notwendig.
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