Stadt will Häuser kaufen, um Flüchtlinge unterzubringen

Von: -ks-/vm
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Würselen/Alsdorf. „Wir können nicht nur feiern, sondern auch helfen!“ Mit diesem Satz im Stadtrat brachte Karl-Jürgen Schmitz (CDU) die gelebte Willkommenskultur in Würselen auf den Punkt.

Viel Lob gab es allenthalben für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer, die sich um die der Kommune zugewiesenen, aber auch im Rahmen des Erstaufnahmeverfahrens eingetroffenen Asylbewerber kümmern. Mehrfach war die Rede von Würselenern, die sich spontan zur Hilfe entschließen, gerade im Umfeld der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule (Helleter Feldchen), die nun insgesamt 85 Asylbewerber zur Erfassung beherbergt.

Hier wurden aber auch einige „feste“ Asylbewerber eingewiesen, die anderweitig – also in den hierfür vorgesehenen Häusern der Kommune, Hotels oder dem freien Wohnungsmarkt – nicht mehr hatten untergebracht werden können.

Hier muss und will die Stadt handeln – auch, damit die positive Grundstimmung in der Bevölkerung nicht kippt, wie zu hören war.

Weiterhin ist die Stadtverwaltung dabei, die Kommune nach möglichen Quartieren zu durchforsten, denn die Bezirksregierung hat darauf hingewiesen, dass für weitere hohe Zuweisungen Vorsorge zu treffen ist. Grünes Licht dazu erteilte der Rat. Demnach hat die Verwaltung weiterhin das ehemalige Gebäude eines Energieversorgers an der Burgstraße im Blick. Hier könnten 40 bis 50 Personen untergebracht werden. An der Monetstraße im Gewerbegebiet wurde der Stadt ein Objekt zur Miete angeboten, das derzeit auf seine Eignung hin überprüft wird.

Da wird an die Unterbringung von 35 Einzelpersonen gedacht. An der Maarstraße geht es um ein Mietobjekt, das ebenfalls analysiert wird. Dort erwägt die Stadtverwaltung die Unterbringung von acht bis zehn Frauen und Kindern,

Erster Beigeordneter Werner Birmanns klärte den Stadtrat darüber auf, dass die Stadt angesichts der günstigen Kreditbedingungen („Kredite zum Kauf von Immobilien zu Null Prozent“) grundsätzlich dran denke, auch Häuser nicht nur anzumieten, sondern direkt zu kaufen.

Objekte im Blick

Birmanns sprach bewusst nebulös von zwei Objekten, um nicht dazu beizutragen, dass der Preis nach oben getrieben wird. Dies könne dazu führen, dass die Verwaltung schnell zuschlagen muss, um günstig abzuschließen. Dies könne Dringlichkeitsentscheidungen notwendig machen. Gemeint ist damit, dass die Verantwortlichen der Großen Koalition die Entscheidung absegnen und der Stadtrat dies nachträglich formal bestätigt.

Herbert Zierden, bei der Stadt zuständig für soziale Angelegenheiten, appellierte an die Bevölkerung, geeigneten Wohnraum zur Unterbringung von Asylbewerbern der Verwaltung auch zu melden.

Nach Auskunft von Bürgermeister Arno Nelles sind derzeit insgesamt knapp zugewiesene 400 Asylbewerber in Würselen untergebracht. Hinzu kommen besagte 85 im Rahmen des Erstaufnahmeverfahrens.

Auch aus der Bevölkerung kommen Ideen für Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. So hatte der SV Hoengen beispielsweise der Stadt Alsdorf eine Gaststätte angeboten, die er als Vereinsheim angemietet hat: Das Lokal werde derzeit sowieso kaum genutzt und biete „locker Platz für eine dreiköpfige Familie“, so der Vorsitzende Karl-Heinz Dahmen.

Laut Stadt ist die Gaststätte aber ungeeignet: Sie verfüge nur über zwei Toiletten, benötigt würden aber auch Duschen und eine Kochnische. „Außerdem werden dort die Brandschutzauflagen nicht erfüllt“, erläuterte Regine Jordan von der Bauaufsicht.

Da die Immobilie nur als Gaststätte genehmigt sei, müsste der Eigentümer sogar eine Nutzungsänderung beantragen. Aus Sicht der Stadt zu viele Punkte, die gegen eine Flüchtlingsunterkunft sprechen – zur großen Enttäuschung des Vereins, der viele Mitglieder mit ausländischen Wurzeln hat und laut Dahmen gerne einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe geleistet hätte.

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