Stadt sorgt sich um seelische Gesundheit von Senioren

Von: Yannick Longerich
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Beitritt besiegelt: Bürgermeister Christoph von den Driesch (Mitte) und Sozialausschussvorsitzende Angelika Savelsberg, begrüßten Karl-Heinz Grimm, Vertreter des Projekts „Seniorenfreundliche Gemeinde. Foto: yl

Herzogenrath. Seine Wurzeln hatte das Projekt bei der 6. Gesundheitskonferenz 2010 in Maastricht. Beschlossen wurde eine Programmlinie, die sich der seelischen Gesundheit und Bekämpfung von Altersdepression widmen soll. Im Rahmen des „Interreg-V-Förderprogramms“ initiierte die Euregio Maas-Rhein (EMG) das Projekt „euPrevent: Seniorenfreundliche Gemeinde“, welches seinen offiziellen Start bereits am 1. September des vergangenen Jahres erlebte.

Karl-Heinz Grimm vom Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Uniklinik Aachen konnte als Projektvertreter nun den städtischen Ausschusses für Arbeit und Soziales für einen Beitritt begeistern. Neben Stolberg ist Herzogenrath der einzige Vertreter der Städteregion.

Die negativen Folgen des demografischen Wandels sind auch in der Euregio zu spüren. Statistiken belegen einen Anstieg von Demenzerkrankungen und psychischen Leiden. Körperliche und geistige Inaktivität fördern den sozialen Rückzug oder gar gänzliche Isolation von der Außenwelt. Laut Grimm ein fataler Teufelskreis, Suizide häufen sich im Alter besonders bei männlichen Betroffenen. Des Weiteren können enorme Belastungen für Angehörige entstehen.

Das Projekt orientiert sich an den drei von der Weltgesundheitsorganisation definierten Säulen für Lebensqualität im Alter: Gesundheit, Sicherheit und soziale Einbindung. Mit einer versorgungs- wie versorgerfreundlichen Ausrichtung wollen die Projektplaner für mehr Lebensqualität der Betroffenen und Entlastung der Angehörigen sorgen. Im sogenannten „Aktivitäten Buffet“ werden verschiedenste Maßnahmen und Seminare gesammelt, aus denen sich teilnehmende Gemeinden und Kommunen ihr individuelles Programm zusammenstellen können. Beispielhaft nannte Grimm das „Kommunikationstraining“.

Unterschiedliche Berufsgruppen werden hier speziell geschult, um Anzeichen für eine beginnende Demenz frühzeitig erkennen zu können. Herzogenrath wird in das laufende Projekt einsteigen, laut Grimm aber keinen Zeitverlust haben. „Durch den bereits bestehenden Kontakt zwischen Stadt und Projektleitern kann Herzogenrath ohne Rückstand am Prozess teilnehmen“, erläuterte Grimm. Auf die Stadt werden keine Zusatzkosten zukommen, lediglich der Personalaufwand muss von der Stadt gestemmt werden. Auf Nachfrage der Linksfraktion versicherte Grimm, dass das Projekt keine Erhebungen sensibler Daten vorsieht.

Bürgermeister Christoph von den Driesch schloss eine Belastung der Kommune aus, vielmehr würde durch die Projektteilnahme eine Entlastung der Verwaltung angestrebt. Zusätzlicher Personalbedarf während der dreijährigen Projektzeit sei ebenfalls nicht abzusehen. Grimm verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass während der Teilnahmezeit nachhaltige Strukturen erarbeitet werden sollen. Eine angestrebte Netzwerkbildung zwischen den Kommunen soll über die Projektzeit hinaus hohe Investitionskosten vermeiden.

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