Stadt Baesweiler auch weiterhin ohne eigenes Jugendamt

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
15706528.jpg
Unterstützung auch ohne eigenes Jugendamt: Unter anderem am Settericher Stadtteilfest beteiligt sich die Städteregion regelmäßig finanziell und mit Ständen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Von der Einrichtung eines eigenen Jugendamtes wird die Stadt Baesweiler „bis auf weiteres“ absehen – vorbehaltlich des entsprechenden Ratsbeschlusses. In der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Senioren und Soziales votierten die Mitglieder der CDU und der Sprecher der Grünen, Harold Seelig, für die Beibehaltung der bisherigen Regelung.

Die SPD hatte – früheren Gepflogenheiten folgend – erneut ein eigenes Jugendamt für Baesweiler gefordert. Die Linke-Vertreterin Marika Jungblut enthielt sich.

Im Jahr 1995 hatte Baesweiler beschlossen, von der Einrichtung eines eigenen Jugendamtes zunächst für fünf Jahre abzusehen. Dieser Beschluss wurde in regelmäßigem Turnus stets mehrheitlich und zuletzt für 2013 bis 2017 verlängert. Mit dem jüngsten Beschluss wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, dem Fachausschuss Ergebnisse einer aktuellen Prüfung vorzulegen. Dies geschah jetzt denn auch in sehr umfangreicher Weise – auf 31 Seiten. „Sehr detailliert und gut. Die Ausarbeitung ist hervorragend“, beurteilte CDU-Sprecher Wolfgang Scheen die Verwaltungsvorlage und unterstrich dabei, dass seine Partei keine Richtungsänderung wünsche.

Beigeordneter Frank Brunner hatte zum Ergebnis der Prüfung unter anderem festgehalten, die Einrichtung eines eigenen Jugendamtes in der Stadt Baesweiler könne „nicht empfohlen“ werden. Es sei dadurch weder eine Qualitätsverbesserung noch eine Kostenersparnis zu erwarten.

„Erhebliche Mehrkosten“

Brunner: „Vielmehr ist sogar davon auszugehen, dass erhebliche Mehrkosten anfallen würden.“ Mit der Ergänzung, „in Anbetracht der qualitativ guten Arbeit des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen“ und der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Baesweiler könne man auf ein eigenes Jugendamt verzichten.

SPD-Sprecher Patrick le Mestrez hatte vor der Beschlussfassung angekündigt, dass seine Partei ihren Wunsch nach einem eigenen Jugendamt für Baesweiler bekräftigen werde. „Die Verwaltungsvorlage deckt sich nicht mit unserer Wahrnehmung“, bemängelte er. Unter anderem solle das Angebot für Jugendliche erweitert werden. Deren Betreuung reiche nicht aus, und auch die Überbelegung der Kindertagesstätten sei für die SPD nicht akzeptabel.

Frank Brunner nahm eine ausführliche Bestandsaufnahme vor und konterte nach der Analyse: „Wir haben in Baesweiler sehr hohe Nachfragen nach Kita-Plätzen, aber wir haben gerade dafür auch ein sehr hohes Angebot an Plätzen.“

Herbert Geller (CDU), der seit Anbeginn das Thema in Rat und Ausschüssen verfolgt, sieht in der SPD-Forderung „das Ungeheuer von Loch Ness“ wieder aufsteigen. Geller: „Wir fahren gut damit, so wie es ist.“ Er riet der SPD: „Sie sollten sich mal ansehen, was die Städteregion in dieser Hinsicht alles geschaffen hat.“

Zu Beginn der Sitzung hatte sich der neue Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen, Sebastian Heyn, vorgestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert