Stadt äußert sich zu stark beschädigten Skulpturen

Von: vm
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Hier war die Schiffsschraube am Brunnen „Die Bürger von Morlaix“ befestigt. Seit zwei Jahren liegt sie beim Schöpfer der Skulptur, Albert Sous, zu Hause. Foto: Verena Müller

Würselen. Die Stadt Würselen hat sich – auf Nachfrage und nach der Berichterstattung unserer Zeitung jetzt zum Zustand der Skulpturen von Künstler Albert Sous zu Wort gemeldet. Dabei geht es zum einen um die abgebrochene Schiffsschraube am Brunnen vor dem Rathaus und zum anderen um das „Flugobjekt“ auf dem ehemaligen Markt Broichweiden.

Bei letzterem waren im Frühjahr bei einem Sturm 300 Kilogramm Metall vom mehrere Meter hohen, säulenartigen Träger gefallen. Mit der Stadt Stolberg hatte der Künstler, der aus der Kupferstadt stammt, bislang keine Probleme, was seine Kunst angeht. Der Brunnen von Sous im Herzen von Stolberg war zuletzt durch die Stadt noch auf seine Standfestigkeit überprüft worden.

Kommentarlos

Anders sah es zuletzt, wie berichtet, in der neuen Heimatstadt von Sous, in Würselen, aus. Demolierte Teile von seinen Werken wurden dem Künstler, wie berichtet, von der Stadt praktisch kommentarlos nach Hause gebracht.

Die Pressestelle der Würselener Stadtverwaltung schreibt nun, die Verwaltungsleitung werde sich „wegen der Reparatur der Schraube mit dem Künstler unmittelbar in Verbindung setzen, verbunden mit der Einladung zu einem persönlichen Gespräch“.

Darauf hatte Sous, wie er gegenüber unserer Zeitung erzählt hatte, zwei Jahre gewartet. Seit Unbekannte die Schraube mutwillig abgetreten hatten, liegt sie bei Sous zu Hause. Ein ehemaliger Würselener, dessen Eltern noch dort leben und den Brunnen sehr wertschätzen, hatte sich bereit erklärt, die Reparaturkosten zu übernehmen und dies auch gegenüber der Verwaltung deutlich gemacht. Laut Pressestelle hat Manfred Jantz auch im Mai 2015 eine Antwort erhalten, das bestreitet Jantz. Er habe um Gespräch gebeten, dazu sei es aber nie gekommen.

Da sich der Brunnen „Die Bürger von Morlaix“ – ebenso wie das Flugobjekt – im Besitz der Stadt befindet, sieht Sous diese in Sachen Reparatur in der Verantwortung. Er nehme die Instandsetzung gerne vor, „aber ich finde, ich muss nicht darum betteln“, hatte der Wahl-Würselener gegenüber unserer Zeitung gesagt.

Auch kostenlos

Und er erwägt nun, da er, wie er sagt, vonseiten der Stadt immer noch keine Erwiderung erhalten habe, einen Brief an den Bürgermeister zu schreiben, in dem er Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen will. „Ich würde die Reparatur des Brunnens auch kostenlos machen“, sagt er inzwischen.

Das „Flugobjekt“

Zur zweiten Skulptur, dem „Flugobjekt“, hat sich die Stadt Würselen gegenüber unserer Zeitung wie folgt geäußert: „Die Skulptur lagert bei der KDW (Kommunale Dienstleistungsbetriebe Würselen, Anm.d.Red.). Ein zukünftiger Standort wird sich im Zuge der weiteren Planungen zum Markt in Broichweiden herausstellen.

Dieser Standort wird – wie schon einmal wegen des potenziellen Standortes an der A44/Kreisverkehr – mit dem Künstler kommuniziert werden. Notwendige Reparaturen werden ebenso mit dem Künstler geklärt. Dies erfolgt im Zuge der Überlegungen zum neuen Standort.“

Nur noch Schrott

Sous sagt dazu, das Oberteil sei nicht beschädigt, es sei „Schrott“. Er werde auf das Bestandsrecht pochen und vorschlagen, die Stadt möge eine auswärtige Metallbaufirma mit dem Neubau des 300-Kilo-Teils beauftragen. Die künstlerische Bauleitung wolle er sich vorbehalten, gegen ein Honorar. „Ich fühle mich für alle meine Skulpturen verantwortlich“, sagt Sous am Telefon.

Deshalb weise er auch immer auf mögliche Schwachstellen und durchzuführende Wartungsarbeiten hin. Im Falle des Flugobjekts habe die Stadt diese eindeutig vernachlässigt. Nur noch das drei Meter hohe Edelstahlrohr ragt auf dem Parkplatz, dem sogenannten Markt, in Broichweiden in den Himmel.

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