St. Sebastian: 1500 Unterschriften für den Erhalt von Parkplätzen

Von: Karl Stüber
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Haben mit anderen schon 1500 Unterschriften gesammelt: Harald Gerling (l.) und Hans Peter Drabent setzen sich für den Erhalt von Parkplätzen an St. Sebastian in Würselen ein. Foto: Karl Stüber

Würselen. Harald Gerling und Hans Peter Drabent haben in ihrem kommunalpolitischen Leben schon einiges erlebt – und mitgemacht. Mehrere Koalitionen haben die beiden Männer der CDU aktiv im Würselener Stadtrat mitgestaltet oder mittlerweile zumindest als interessierter Beobachter mit durchlitten. Die beiden mischen im öffentlichen Leben der Stadt Würselen immer noch mit, wenngleich auf kleinerer Flamme.

Harald Gerling ist Vorsitzender der Seniorenunion Würselen, Drabent gehört hier zu den Aktivposten. Gerling kritisiert, dass SPD und CDU in der aktuellen großen Koalition immer weniger zu Kompromissen finden, ja bei Abstimmungen für unterschiedliche Positionen votieren. So auch im Planungsausschuss in Sachen Parkflächen vor der Kirche St. Sebastian Würselen. Letztlich entschied sich der Ausschuss mehrheitlich für die Umwandlung in Grünfläche.

Zunächst als Privatmann, dann mit immer größerer Unterstützung durch Geschäftsleute im Umfeld von St. Sebastian und auch durch Kollegen der Seniorenunion hat er deshalb innerhalb kurzer Zeit 1500 Unterschriften gesammelt, die er nun Bürgermeister Arno Nelles (SPD) als Verwaltungschef und Vorsitzenden des Stadtrates übergeben will. „Wir wollen nachhaltig deutlich machen, dass der Plan, die Fläche in Grün umzuwandeln, der Stadt wirtschaftlich schadet“, sagt Gerling. Parkplätze dort würden dringend benötigt.

Und viele Bürger sehen das offenbar auch so. Sie haben ihre Unterschrift unter diesen Satz gesetzt: „Wir möchten auf dem Kirchvorplatz eine möglichst große Zahl von Parkplätzen mit einer ansprechenden Begrünung!“ Es geht also um einen aus Gerlings und Drabents Sicht sinnvollen Kompromiss und nicht die bloße Beibehaltung der wenig schmucken Teerfläche vor der katholischen Kirche.

Gerling sagt, dass vor allem vor Ort angesiedelte gastronomische Betriebe gerne mitgemacht und die Unterschriftenlisten in ihren Betrieben ausgelegt haben. „Das sind ja am Markt Publikumsmagneten und bringen Leute auch von außerhalb in die Stadt.“ Da sind die nahen Parkplätze an St. Sebastian natürlich begehrt. Mal abgesehen davon, dass gerade Senioren auf Grund ihrer leider abnehmenden Beweglichkeit auf Parkplätze in der City angewiesen sind, um am Leben weiter teilnehmen zu können.

Gerling verweist darauf, dass das Vorhaben, die Parkplätze in Grün umzuwandeln, zudem spekulativ ist. Schließlich hofft die Kommune auf Fördermittel, um dies umsetzen zu können. Ist es das wert, so viel Zwietracht zu säen?

Neben der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (Arge) Würselen, der organisierten Kaufmannschaft in Mitte, hatte sich die Pfarre St. Sebastian gegen das Vorhaben zu Wort gemeldet: Man sehe darin „einen massiven Eingriff in die Ausführung unserer pastoralen Aufgabe“. Die Belange der Pfarre seien „nicht im geringsten bedacht“. Wird aus der Unterschriftenaktion ein Bürgerbegehren, vielleicht sogar ein Bürgerentscheid erwachsen? Erklärtes Ziel von Gerling ist das nicht. Aber wer weiß, welche Kreise die Proteste noch ziehen werden.

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