St. Mariä Empfängnis: Gotteshaus erstrahlt in neuem Glanz

Von: Ute Steinbusch
Letzte Aktualisierung:
14715225.jpg
Haben sich um die Restaurierung der Kirche verdient gemacht: Karl-Heinz Dittmann, Bärbel Schumacher und Manfred Altmann (v.l.).

Alsdorf. Es war ein unerwarteter Fund, der vielleicht Schlimmes verhindert hat. Als am 15. Februar 2016 im Rahmen der Aktivitäten des Kirchlichen Immobilien-Managements bei einer Besichtigung Risse in den tragenden Dachbalken der Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis in Mariadorf entdeckt wurden, haben die Verantwortlichen sofort gehandelt.

Eine Sitzung mit Experten nur zwei Tage später machte klar, dass es notwendig war, die Kirche zu schließen und zu sanieren.

„Es mag sich keiner ausmalen, dass wir hier gerade eine Heilige Messe gefeiert hätten und zum Beispiel durch Schneelast das Dach eingestürzt wäre“, macht Pastoralreferentin Bärbel Schumacher deutlich, welches Unglück hätte passieren können. Der Kirchenvorstand der Pfarre St. Johannes XXIII. unter Leitung von Manfred Altmann plante mit der Bauabteilung des Bistums und dem renommierten Eschweiler Architekten Bernd Matthiesen die Reparaturarbeiten, bestellte die notwendigen Gewerke und überwachte die Arbeiten.

Mehr als 15 Monate später kann die Gemeinde ihre Pfarrkirche am kommenden Pfingstsonntag wieder nutzen, gleich im Rahmen eines feierlichen Hochamts. Eine Mammutaufgabe ist damit fast abgeschlossen. Denn es blieb nicht bei der Ausbesserung des Daches. „Erst haben wir einen Gerüstbauer bestellt, um die Decke zu stützen. Dann wurden die Holzarbeiten beauftragt. Dazu musste das Dach geöffnet werden“, beschreibt Altmann, selbst stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender. Da das Gerüst einmal stand, nutzten er und seine Mitstreiter die Gunst der Stunde und ließen auch die Innenwände streichen. Die Orgel musste im Zuge der Arbeiten zum Teil abgebaut werden.

Apropos Orgel: Diese stammt aus dem Jahr 1959 und wurde damals mit 18 Registern erbaut, war allerdings konzipiert für 25 Register. 2010 wurde sie auf 23 Register ausgebaut und nun endlich auf ihre kompletten Möglichkeiten. Kirchenmusiker Benjamin Schnarr erläutert: „Die Orgel ist im deutsch-romantischen Stil erbaut und sehr grundtönig. Leider hat man damals an den größten Pfeifen gespart.“ Durch die neuen Register bekommt sie nun mehr Tragkraft und zusätzlich eine Trompete ins Pedal. „Nach über 60 Jahren ist unsere Orgel endlich fertig“, erklärt auch Karl-Heinz Dittmann, der Vertreter des Gemeinderates, hoch erfreut. Allerdings wird die Orgel zu Pfingsten noch nicht in voller Pracht erklingen, denn es müssen noch elektrische Leitungen angepasst werden. Wird man trotzdem einen veränderten Klang hören? „Auf jeden Fall, es sind Streicher dazugekommen, das wird man hören“, versichert Schnarr.

Im Zuge der Malerarbeiten haben die Handwerker zudem Feuchtigkeit an einigen Stellen entdeckt und behoben, in die Beichtstühle hatte sich über die Jahre der Holzwurm gefressen. „Der Gemeinderat hat daraufhin beschlossen, die Stühle zu entfernen“, erklärt Dittmann. Der Heilige Josef, der bislang auf der Orgelbühne gestanden hatte, wird diese Nische ab sofort füllen. „Für Beichtgespräche haben wir schon vorher die Seitenkapelle genutzt“, schildert Bärbel Schumacher, so dass durch den Wegfall der Beichtstühle auch keine inhaltliche Lücke entsteht. Eben noch putzen und wienern Gemeindemitglieder die Kirche. Die Ehrenamtlichen haben sie vor den Arbeiten mit Folien geschützt, nun haben sie alles wieder freigelegt und auf Hochglanz gebracht. Viele beteiligen sich an den Arbeiten: Schützen, Frauensingkreis, Pfadfinder, Messdiener, Gemeinderatsmitglieder und einzelne Pfarrangehörige, ein Teamwork eben. „Im Altarbereich werden wir das Kreuz wieder aufstellen, das vom Künstler Thomas Duttenhöfer stammt und das viele Jahre im Pfarrhaus gestanden hat“, zeigt Karl-Heinz Dittmann.

Damit ist das Arrangement, das der Speyrer Künstler Anfang der 90er Jahre installiert hat, mit den Sitzen im Chorraum, dem Opfergabentisch, dem Ambo, dem Altar, dem Baldachin über dem Tabernakel und dem besagten Standkreuz wieder komplett. So sehr sich die Mariadorfer freuen, wieder in ihrer Pfarrkirche beheimatet zu sein, so sehr danken sie ihren Nachbarn aus der Begau, dass sie seit Februar 2016 dort ihre Gottesdienste feiern durften. „Eine lange Zeit, wir haben dort zweimal Erstkommunion, zweimal Ostern und einmal Weihnachten gefeiert“, erinnert sich Bärbel Schumacher. Die Kosten für die Maßnahmen werden teils vom Bistum, teils durch die Gemeinde getragen.

Die notwendigen Dacharbeiten und die dafür nötigen Umbauten quantifiziert Manfred Altmann mit rund 400.000 Euro, von denen das Bistum 60 Prozent übernimmt. Die Malerarbeiten im Inneren trägt die Gemeinde komplett, für die Orgel war im Laufe der Jahre eine Rücklage in Höhe von 50.000 Euro aus Spenden gebildet worden, die die Gemeinde dazu in Anspruch nimmt. Nun kann das Hochamt kommen, und im Anschluss freuen sich die Aktiven auf eine Begegnung vor der Kirche.

Das feierliche Hochamt findet am Sonntag, 4. Juni, um 10 Uhr in der Pfarrkirche statt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert