Sprachwettbewerb: Queen führt Viktoria aufs Siegertreppchen

Von: Holger Bubel
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Strahlende Siegerin: Die 17-jährige Viktoria Grzymek freut sich besonders über den Sonderpreis beim bundesweiten Sprachwettbewerb: fünf Wochen an einer amerikanischen Universität. Foto: Holger Bubel

Würselen. Den Erfolg trägt die 17-jährige Oberstufenschülerin des Heilig-Geist-Gymnasiums bereits im Namen: Viktoria heißt sie. Vom Siegertreppchen beim dreitägigen Bundeswettbewerb Fremdsprachen der „Stiftung Bildung und Begabung” in Münster kehrte sie jetzt zurück in die Heimat.

Einen Sonderpreis und 500 Euro im Gepäck. Rund 500 Teilnehmer aus Deutschland - übrigens 80 Prozent Mädchen - hatten sich dem Sprachenwettbewerb gestellt, in die Finalrunde schafften es 39. „Die meisten hatten Spracherfahrung durch Auslandsaufenthalte. Auch Muttersprachler waren dabei”, erzählt Viktoria .

Muttersprachlich „vorbelastet” ist auch Viktoria Grzymek, ihre Eltern stammen aus Polen. In ihrer Sprachkombination aus Englisch, Polnisch und Französisch kam ihr das beim Wettbewerb zupass, auch wenn ihre Eltern nur Deutsch mit ihr redeten: „Mittlerweile kann ich auf Polnisch genauso plaudern wie auf Deutsch”, verrät die sympathische, eloquente Zwölftklässlerin.

Mit Fremdsprachen kam sie erst in der weiterführenden Schule in Kontakt. Sie betont: „Ohne Fremdsprachen kommt man nicht weit, ob beruflich oder auf Reisen. Sprachen helfen in allen Lebenslagen. Darüber erfährt man auch viel über Kultur und Gesellschaft eines Landes.”

Dass sie sich auch da bestens auskennt, hatte sie beim Wettbewerb bewiesen. Denn dort ging es nicht nur um Vokabeln oder Grammatik: Interpretationsfähigkeit, Rhetorik und Kommunikation sowie Geschichtskenntnisse oder das Wissen um gesellschaftliche Zusammenhänge gehörten zu den anspruchsvollen Aufgaben, auf die die Sprachjury - Lehrer und Hochschuldozenten - ein waches Auge hatte.

In der Vorrunde interpretierte sie ein Bild vor dem Hintergrund der Globalisierung, führte ein imaginäres Interview mit Queen Victoria über Moralvorstellungen zu Ende des 19. Jahrhunderts, und es galt, die linguistischen Strukturen einer exotischen Sprache zu erkennen und zu bestimmen.

Dass Viktoria Grzymek diesen hohen Ansprüchen mit ihrem Schulenglisch gerecht wurde, ist bemerkenswert: „Gleich in der ersten Klausur habe ich ihr Talent erkannt. Sie war anders, besser als ein normal guter Schüler”, erinnert sich Lehrer Thomas Lehnen, der Viktoria auch zur Teilnahme an dem Contest geraten hatte.

Das hätten wohl auch andere Fachlehrer tun können, denn Viktoria ist nicht nur sprachbegabt. In den übrigen Fächern macht sie in der Regel auch eine „sehr gute” Figur.

Auf ihre Interessen - Tennis, Klavier spielen und Messe dienen - wird sie im kommenden Jahr fünf Wochen lang verzichten: Mit dem Sonderpreis ist nämlich ein fünfwöchiger Aufenthalt an der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, verbunden. „Darauf freue ich mich riesig. Wann hat man schon die Gelegenheit auf einem echten Campus zu leben und zu lernen?”
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