Sprachcafé: Flüchtlinge vertiefen ihre Sprachkenntnisse

Von: Nadine Tocay
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Austausch: Fersila Erfany (l.), Ali Reza Shojaei (3.v.l) und Rami Tarakji (2.v.r.) unterhalten sich mit zwei Ehrenamtlichen. Foto: Nadine Tocay

Würselen. Zum zweiten Mal hat am Sonntag in den Räumen der Würselener Tafel das Sprachcafé stattgefunden. Asylbewerber und Flüchtlinge können sich dort alle 14 Tage von 15 bis 17 Uhr in entspannter Atmosphäre mit deutschen Muttersprachlern austauschen und so ihre Sprachkompetenz verbessern.

Organisiert werden die Treffen vom Förderkreis Asyl Würselen. Die Migranten, von denen die meisten einen Deutschkurs des Vereins besucht hätten, hätten nach Möglichkeiten gesucht, ihre Sprachkenntnisse in der Praxis zu verbessern. So sei die Idee für ein Sprachcafé entstanden, erklärte Bernd Ohlmeier, Geschäftsführer des Vereins.

Für eine gelungene Integration im beruflichen und gesellschaftlichen Leben ist sprachliche Kommunikation das A und O. Der aus Syrien stammende 29-jährige Rami Tarakji ist begeistert von den Möglichkeiten, die ihm das Sprachcafé bietet: „Es hat mir viel geholfen. Hier kann man mit mindestens zwei oder drei Leuten sprechen. Von jedem kann ich etwas lernen.“

Er ist bereits seit zwei Jahren in Deutschland und strebt ein Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln an, um später einmal Tennislehrer zu werden. Die Sporttests hätte er schon bestanden, jetzt stehe noch der Deutschtest bevor, erzählte er. Und besonders die deutsche Grammatik falle ihm schwer.

Die Asylbewerber erlernen bei den nicht zertifizierten Sprachlernangeboten, die der Förderkreis Asyl anbietet, die Grundkenntnisse der Sprache. Ehrenamtliche, teils ausgebildete „Lehrer“ stehen an drei Standorten und an sechs Tagen die Woche bereit, um die Flüchtlinge bei den ersten Schritten in die neue Sprache zu begleiten.

Sobald die Asylbewerber den Status des anerkannten Flüchtlings erreichten, bestehe für sie die Möglichkeit, vom Staat geförderte, zertifizierte Kurse zu besuchen, erläuterte Jürgen Hohlfeld, Vorsitzender des Förderkreis Asyl. Für Asylbewerber finanziert der Verein diese Kurse aus Spenden.

Der Rentner Peter Jünger unterrichtet bereits seit über zwei Jahren ehrenamtlich im Verein. Er kümmert sich vor allem um die Teilnehmer, die bereits an anerkannten Kursen teilgenommen haben. Seine Erfahrung zeige, so sagte er, dass die Motivation, Deutsch zu lernen bei den Asylbewerbern sehr groß sei, besonders bei denjenigen, die ein berufliches Ziel hätten.

So auch bei dem Ehepaar Erfany-Shojaei. Die beiden aus Afghanistan stammenden Asylbewerber haben bereits eine Praktikumsstelle gefunden. Fersila Erfany wird den Alltag in einer Apotheke kennenlernen, Ali Reza Shojaei ein Praktikum bei einem Optiker machen. „Ich habe auch schon in Afghanistan als Optiker gearbeitet“, erklärte er. In Deutschland würde er nun gerne in seinem alten Beruf weiterarbeiten.

Doch nicht immer gelingt Integration so reibungslos. Jürgen Hohlfeld betonte: „Die Integrationsarbeit dauert Jahre. Es werden dringend Sozialarbeiter und Fachkräfte gesucht, die bei Konflikten, ob religiöser oder kultureller Art, kompetent helfen können.“ Das könne der Verein alleine nicht leisten, hier sei auch die Stadt gefordert.

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