Herzogenrath - Sportverband: Klar gegen Rassismus und Gewalt

Sportverband: Klar gegen Rassismus und Gewalt

Von: Nina Krüsmann
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Aktiv gegen Rechts: (v.l.) Hartmut Wedow mit der neuen Urkunde für seinen Verein, Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein und Ralf Rudisch, Vorsitzender des Stadtsportverbands. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. Rassismus und Gewalt dürfen auch im Sport keinen Platz haben: Dafür setzt sich der Stadtsportverband Herzogenrath ein und hat deswegen schon 2012 die Selbstverpflichtungserklärung „Gegen Rechts im Sport“ im Rahmen der Aktion „Kein Platz für Rassimus und Gewalt – Sportler gegen Rechts und für Toleranz“ aufgelegt.

Bei der Mitgliederversammlung hat die Erklärung jetzt auch Hartmut Wedow, Vorsitzender der St.-Martinus-Schützenbruderschaft 1879 Kohlberg, unterzeichnet und das passende Schild für das Vereinsheim erhalten. Es dokumentiert, dass sich der Verein für eine tolerante und friedliche Gesellschaft einsetzt und trägt damit den Geist der Selbstverpflichtung deutlich nach außen.

„Wir beabsichtigen, die Vorstände und Mitarbeiter in den angeschlossenen Vereinen durch verschiedene Maßnahmen nachhaltig zu sensibilisieren, rechtsgesinnten Personen ihren angestrebten Entfaltungsraum in Sportvereinen zu nehmen beziehungsweise nicht zu ermöglichen“, erklärt Geschäftsführer Manfred Borgs.

Damit wolle man einen wirkungsvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Ächtung nationalsozialistischen Gedankenguts und jeder anderen Denkform von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit leisten. „Es soll den Jugend-Übungsleitern die Fähigkeit vermittelt werden, rechtsorientierte Jugendliche zu erkennen und den richtigen Umgang mit ihnen zu erlernen“, sagt Borgs. Insgesamt soll eine Akzeptanzstärkung der Grundgesetzwerte sowie der Demokratie als Basis des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlichster Herkunftskulturen in Sportvereinen erreicht werden.

Auch die aktuelle Situation des Sports in Herzogenrath war Thema: Momentan umfasst der Stadtsportverband 51 Mitgliedsvereine und vertritt damit 9600 jugendliche und erwachsene Sportler. Das Sportangebot der Vereine deckt annähernd das komplette neuzeitliche Sportangebot ab. Derzeit beschäftigt man sich mit der Aufnahme eines Rugby-Vereins und der Schaffung des Umfeldes für diese Sportart.

Die drohende Bäderschließung in Kohlscheid, die Überbauung des Sportplatzes Ruifer Straße ohne Ausgleich sowie eine Liste von Mängeln an den Sportstätten, die sich seit vielen Monaten wegen fehlender städtischer Personalressourcen und/oder Finanzmitteln nicht abarbeiten lasse, stimmen Borgs vor dem Eindruck des Haushaltssicherungskonzeptes skeptisch.

„Die Bemühungen von Politik und Verwaltung, Bürgern und Vereinen dennoch vernünftige Rahmenbedingungen zu bieten, sind unverkennbar“, sagt der Geschäftsführer. „Die intensivere Einbeziehung des Stadtsportverbands würde zu einer effizienteren Ausgabenplanung führen und wäre darüber hinaus eine gute Möglichkeit, Bürger am kommunalen Haushalt zu beteiligen“, betont Borgs.

Die Altersachse in den Sportvereinen verschiebt sich – wie im übrigen Leben auch – nach oben. „Aber ohne dass qualifizierte Gedanken oder gar geplante Maßnahmen seitens der Kommune erkennbar werden. Erst Ende 2013 wurde – leider – seitens der Verwaltung ein vom Stadtsportverband initiierter Sportstättenentwicklungsplan, dessen Ergebnis mögliche beziehungsweise erforderliche Reaktionen auf die demografische Entwicklung hätte aufzeigen können, eingestampft“, beklagt Borgs.

Eine Fortführung der Untersuchungen der demografischen Entwicklung wäre wichtig, um ergebnisabhängig bei der langfristigen Sportstättenplanung reagieren zu können. „Auch eine Reaktivierung des Runden Tischs für den Sport, der verwaltungsseitig aufgelöst worden ist, wäre sinnvoll. Ebenso eine Optimierung des Gebäude- und Liegenschaftsmanagements“, erklärt Borgs. Man arbeite gerade daran, eine Stelle für eine Teilzeit-Verwaltungskraft zu schaffen.

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