Herzogenrath - Sportler müssen enger zusammenrücken

Sportler müssen enger zusammenrücken

Von: Beatrix Oprée
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Betten statt Ballsport: Unter anderem die Halle an der Waidmühl musste zu einer Unterkunft umgebaut werden. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Nur noch eingeschränkter Trainingsbetrieb oder teure Notlösungen, etwa durch die Anmietung von Hallenzeiten in der Nachbarstadt Kerkrade: Ernüchternd ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Stadtsportverbands (SSV) unter den Sportvereinen zu den derzeitigen Trainingsmöglichkeiten.

Eine Analyse, die SSV-Geschäftsführer Manfred Borgs jetzt auch den Ratsfraktionen zur Kenntnis gab. Die große Koalition hat daraufhin einen Sachstandsbericht bei der Verwaltung eingefordert – und Vorschläge, wie der derzeitige Zustand „einvernehmlich“ verbessert werden könne. Letzteres erwartet der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur, der sich jetzt der Sache annahm, in der Sitzung am 21. April.

Sanierung nicht vor Juni

Der Sachstandsbericht fasst hinreichend Bekanntes zusammen: Von den vier Dreifachturnhallen im Stadtgebiet sind drei uneingeschränkt nutzbar: an der Europaschule (mit Tribüne), am Schulzentrum Bardenberger Straße (ohne Tribüne), und an der Casinostraße (mit Tribüne). Die Halle des Berufskollegs der Städteregion an der Bardenberger Straße hingegen (mit Tribüne und Spiegelsaal) ist derzeit für den Sport gesperrt und wird für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt.

Selbiges gilt für die Einfachturnhallen am Stadion Geilenkirchener Straße und An der Waidmühl. Die Turnhallen an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße und in Kämpchen sind für Ballsportarten nicht geeignet. Vorläufig – aufgrund der Sauerkrautplatten-Problematik – für Ballsportarten nicht nutzbar sind die Hallen der Schulen in Bierstraß und an der Josefstraße in Straß.

Zur Gefahrenabwehr wurden die vor Jahrzehnten unzureichend installierten Deckenkonstruktionen vorsichtshalber abgebaut. Wie die Verwaltung mitteilt, wird es vor Juni keine Deckensanierung in den beiden Hallen geben können. Komplett geschlossen ist immer noch die Turnhalle der Grundschule in Pannesheide, hier gilt es, im Sinne des Brandschutzes nachzurüsten.

Uneingeschränkt nutzbar sind die Hallen an der Europaschule Am Langenpfahl, an den Schulen Leonhardstraße und Kircheichstraße sowie an der Oststraße. Somit müssen die Vereine zurzeit auf eine Dreifach- und drei Einfachturnhallen verzichten. Zwei Einfachhallen sind nur mit Einschränkungen nutzbar.

Eng zusammengerückt sind die Sportler seither, haben unter Moderation des Stadtsportverbands Hallenzeiten optimiert und Belegungspläne angepasst. Seit der Umwandlung der Turnhalle des Berufskollegs in eine Unterkunft werden zudem auch noch zur Verfügung gestellte Bewegungsräume in Kitas, Pfarrgemeindeheimen, Jugendeinrichtungen und AWO-Heimen genutzt, etwa für Gymnastik-, Tanz- und andere Bewegungsgruppen, wie die Verwaltung darlegt. Damit Ballsport treibende Vereine vorrangig auf geeignete Hallen umsteigen können.

Bisher schon 500 Euro Miete

Zudem war mit der Abtei Rolduc vereinbart worden, dass die dortige seit Jahren leer stehende Turnhalle von Herzogenrather Vereinen und Schulen genutzt werden kann. Die DJK Jung Siegfried hat diese Gelegenheit genutzt. Jedoch kostet sie die Anmietung der Rolducer Halle, wo zurzeit sechs von zwölf Gruppen trainieren, für den Zeitraum 1. September bis Mitte Dezember bereits rund 500 Euro, wie Manfred Borgs auf Anfrage unserer Zeitung verdeutlicht.

Erklärter politischer Wille ist es in der Rodastadt nun, dass den Vereinen die Kosten ersetzt werden, die durch die Nutzung von Ausweichstandorten entstehen.

Denn üblicherweise bezahlen Vereine in Herzogenrath bislang nur anteilmäßige Beteiligungen an den Energiekosten in von ihnen genutzten städtischen Hallen. Wiederholte Anfragen der Verwaltung, ob die anfallenden Kosten „im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung von Unterkünften für Flüchtlinge“ erstattet werden können, habe die Kölner Bezirksregierung jedes Mal negativ beantwortet: Die Anmietung von Sporthallen für den Vereinssport sei nicht erstattungsfähig.

Auch Bürgermeister Christoph von den Driesch hatte darüber bereits offiziell seinen Unmut geäußert: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum durch die Fremdnutzung der Turnhallen auf Veranlassung des Landes Sportvereinsaufwendungen für die Anmietung fremder Hallen nicht vom Land refinanziert werden.“

Der Stadtsportverband möchte jetzt noch einmal intensiver prüfen, ob alternativ zur Nutzung nichtstädtischer Räume eine Ausdehnung der Nutzungszeiten in den städtischen Hallen in die Abendstunden hinein oder auch am Wochenende möglich ist und welcher Aufwand damit verbunden wäre. Dazu sollen in den nächsten Tagen nochmals alle Vereinsvertreter an einen Tisch gerufen werden, kündigt Manfred Borgs an.

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