Sportler in Würselen sind jetzt gefragt

Von: ehg
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Der Startschuss ist gefallen: Die Zukunft des Sports soll in Würselen genau unter die Lupe genommen werden, damit Investitionen in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Foto: ddp

Würselen. Der Startschuss für die Erarbeitung eines Sportentwicklungs- und Sportstättenplanes durch Professor Dr. Christoph Breuer vom Institut für Sportökonomie und Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule in Köln in Kooperation mit dem Sportamt der Stadt Würselen ist erfolgt.

Nun sind in den nächsten fünf Wochen von heute an auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ab dem 18. Lebensjahr gefragt, wenn sie von einem Duisburger Institut zu ihren sportlichen Aktivitäten und Bedürfnissen telefonisch interviewt werden.

Dazu Peter Kremer, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbandes: „Es ist wichtig, dass die Befragung funktioniert. Jeder Bürger hat die Chance, Einfluss auf die künftige Entwicklung zu nehmen.”

Per Zufallsgenerator sind die Bürgerinnen und Bürger ausgewählt worden, die im Rahmen dieser Befragung von 25 Interviewern angerufen werden.

„Wenn sie nicht beim ersten Mal zu erreichen sind, werden weitere Versuche gestartet, bis zu zehn Mal”, informierte Professor Dr. Christoph Meyer auf der Auftaktveranstaltung im Alten Rathaus: „Wir wollen 1500 Bürger und Bürgerinnen interviewen.”

Er ist zuversichtlich, dass die telefonische Befragung repräsentative Aussagen bringen wird. Selbst in einer Millionenstadt wie München sei die Befragung erfolgreich verlaufen.

Die Wünsche der Kinder würden über die Eltern erfragt. Dass auch die Schulen in die Erhebung einbezogen werden, das sicherte Meyer zu.

Es sei wichtig für eine Kommune zu wissen, wohin sich das Freizeit- und Sportverhalten ihrer Bürgerinnen und Bürger entwickele, sprach Bürgermeister Werner Breuer von einem wichtigen Vorhaben. Nur dann könnten Fehlinvestitionen vermieden werden.

Wie Erster Beigeordneter Werner Birmanns darlegte, gehen derzeit 10641 Bürgerinnen und Bürger, mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung, in 51 Vereinen einer sportlichen Betätigung in ihrer Freizeit nach.

Bereits im April 2005 habe der Rat den Auftrag erteilt, eine sportgerechte Stadt zu entwickeln, in der es Angebote für alle Generationen gebe. Doch reichten die 100.000 Euro Sportpauschale, die vom Land jährlich gewährt würden, längst nicht aus, die notwendigsten Investitionen zu tätigen.

Am Ende des Projektes soll - so Birmanns - ein Pakt für den Sport stehen, womit er nicht nur der anwesenden Vorsitzenden des Kreissportbundes, Karin Gruner, sondern allen übrigen Sportfunktionären aus dem Herzen sprach.

„Wir wollen zu belastbaren Entscheidungen in Kooperation mit dem Sport kommen. Wir wollen da investieren, wo die Zukunft des Sports liegt”, gab Birmanns die Zielrichtung vor. Die Planung sei zu einem Preis von lediglich 60.000 Euro zu haben, weil vor allem bei der Bestandsaufnahme, die bereits läuft, wichtige Zuarbeiterdienste von der Verwaltung geleistet würden.

Eine Klarstellung nahm der Vorsitzende des Sportausschusses, Winfried Hahn, vor: Es gehe nicht darum, Sportstätten zu schließen. „Wir wollen herausfinden, wie wir uns in Zukunft auf dem Feld des Sportes positionieren können.”

Positiv wertete es Professor Meyer, „dass sich Würselen dem spannenden, aber auch heiklen Thema der Sportentwicklung widmet.” Landes- und bundesweit sei noch nicht so viel auf diesem Gebiet passiert. Dabei sei kommunale Sportentwicklung zugleich auch Stadtentwicklung und Gegenstand der Stadtpolitik.

Sobald der Status quo ermittelt und die Befragung der Bürgerinnen und Bürger ausgewertet ist, werden in einem dritten Verfahrensschritt die lokalen Experten in das Projekt einbezogen werden. „Erst danach werden wir aus der Analyse die Prognosen für die künftige Entwicklung unter demographischen Gesichtspunkten erstellen.” Daraus werde die Stadt nicht nur Schlüsse für zukunftsträchtige Sportstätten ziehen können.

Vielmehr könnten die Sportanbieter daraus auch schließen, welche neuen Offerten sie in naher Zukunft schon machen müssen, um den Bedürfnissen aller Bürgerinnen und Bürger gerecht werden zu können, so Professor Meyer. Er geht davon aus, dass das Projekt in Kooperation mit allen Beteiligten bis Ende 2009 zu einem guten Abschluss gebracht werden könne. Wie er ist auch Bürgermeister Breuer heute schon auf das Ergebnis gespannt.
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