Sporthalle bleibt Flüchtlingsunterkunft

Von: Johannes Schaffeldt
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Derzeit Unterkunft für Flüchtlinge: die Halle an der Waidmühl.

Herzogenrath. Mit dem Wegfall der Notunterkünfte im Herzogenrather Stadtgebiet hat sich für die Stadt die Berechnung der aufzunehmenden Flüchtlinge verschoben. Nach dem Königssteiner Verteilungsschlüssel liegt die Stadt derzeit bei rund achtzig Prozent der errechneten Anzahl Menschen, die sie aufnehmen soll.

Nach einer Vereinbarung mit der für die Verteilung der neu in NRW angekommenen Personen zuständigen Bezirksregierung Arnsberg wurden ab Mitte Juli 20 Menschen wöchentlich der Stadt neu zugewiesen. Insgesamt betreut die Stadt Herzogenrath momentan 585 Menschen, von denen etwa 40 Prozent minderjährig sind.

Die Mitglieder des Ausschusses für Arbeit und Soziales zeigten sich bei ihrer Sitzung weitgehend zufrieden mit der Lage in Herzogenrath. Durch die gute Arbeit von Verwaltung und Ehrenamtlichen sei die Aufnahmesituation besonders ruhig geblieben, betonten Marie-Theres Sobczyk (CDU) und Bruno Barth (SPD).

Weil sich nicht abschätzen lässt, wie viele Menschen künftig nach Deutschland fliehen und auch in Herzogenrath untergebracht werden, muss die Sporthalle an der Geilenkirchener Straße weiter für eine Unterbringung vorgehalten werden. „Wenn wir sie nicht vorgehalten hätten, hätten wir heute ein Riesenproblem“, kommentierte Bruno Barth Anfragen, die aus der Bevölkerung an ihn herangetragen wurden, nachdem zuletzt weniger Menschen Herzogenrath zugewiesen wurden.

Sicherheitsdienst

Mit der zuletzt steigenden Zahl untergebrachter Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft an der Waidmühl sei mit dem Deutschen Roten Kreuz auch über die Sicherheit dieser Unterkunft zu sprechen. Aus dem Ausschuss wurde der eindeutige Wunsch geäußert, dass zum Schutz der Bewohner sehr bald wieder ein Sicherheitsdienst beschäftigt werde.

Neben diesen Gemeinschaftsunterkünften bemüht sich die Verwaltung intensiv darum, besonders Menschen mit Bleibeperspektive, also beispielsweise Kriegsflüchtlinge aus Syrien, dezentral in Wohnungen unterzubringen. Hierzu werden weiterhin Wohnungen durch die Stadt angemietet.

Wenn allerdings Menschen von der Zuständigkeit der Stadt in die des Jobcenters wechseln, bleibe die Stadt Vertragspartner mit dem Vermieter, auch wenn das Jobcenter bezahle. Hier sei eine vertragsbasierte Lösung mit den Vermietern anzustreben, so dass weder Menschen ihre Wohnung verlieren, noch die Stadt für diese Verträge verantwortlich bleibe.

Großes Lob fanden Verwaltung und Ausschuss für das bürgerschaftliche Engagement und die Willkommenskultur in der Roda-Stadt, ohne die Herzogenrath nicht so gut dastehen würde. Bürgermeister Christoph von den Driesch berichtete davon, dass im Pavillon am Bahnhof zusätzlich ein Willkommenstreffpunkt eingerichtet wurde, „finanziert aus Mitteln eines Landesprojektes“. Dort finden bereits erste Angebote statt und es stehen Computer für das Selbststudium bereit.

Zur stärkeren Integration der Menschen auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt wurden der Stadt aus Bundesmitteln 45 Stellen so genannter Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) zugewiesen. Hierbei geht es um sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigungen, die keine anderen Stellen ersetzen dürfen. Vorgesehen ist es, Menschen in der Unterkunft an der Waidmühl einzusetzen, beim Deutschen Roten Kreuz und im Fachbereich 4 „Bau und Betrieb“ der Stadt.

Derzeit geht die Stadt auf weitere Institutionen zu, die gegebenenfalls FIM beschäftigen könnten. Für Menschen, die erwägen Deutschland wieder zu verlassen, ist geplant mit der Städteregion gemeinsam vor Ort eine institutionalisierte Rückkehrberatung anzubieten. Eine solche Beratung wurde Ende Juni bereits von der Städteregion beschlossen.

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