Spendenbereitschaft für Flüchtlinge ist sehr groß

Von: Verena Müller und Stefan Schaum
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Viele Spender, große Hilfe: Auch die stellvertretende AsF-Vorsitzende Inge Goertz (r.) engagiert sich beim Sortieren. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Tür noch geschlossen, davor schon erste Pappkartons, Tüten, Koffer. Eine gute Viertelstunde, bevor die Annahmestelle von Kleidung für Flüchtlinge in den ehemaligen Räumen der Postagentur in der Alsdorfer Rathauspassage öffnet, stehen Menschen vor den Fenstern. Sie haben ihre Kleiderschränke durchforstet, ihre Keller, ihre Dachböden.

Heinz Wittkowski zum Beispiel. Der holt bereits den dritten Karton aus dem Kofferraum. „Alles richtig gute Kleidung, die war von meinem Schwager. Jetzt kann sie hoffentlich wieder gebraucht werden!“ Andere haben Spielzeug dabei: Bausteine, Bälle, Bagger. Auch die sind willkommen.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Stadtverband Alsdorf will sich in den kommenden Wochen und Monaten dafür einsetzen, die Spenden in dem leeren Ladenlokal zu sortieren, so dass das Deutsche Rote Kreuz sie je nach aktuellem Bedarf rasch an die Flüchtlinge in der Stadt verteilen kann. Unter den Menschen, die jüngst in der Stadt angekommen sind, sind 20 Kinder. Die brauchen Spielzeug, deshalb kommt das in einen vorderen Bereich – damit es möglichst flott bei den Kleinen ankommt.

Stefanie Dahmen aus Schaufenberg hat Tretautos und Dreiräder mitgebracht, die ihre eigenen Kinder nicht mehr brauchen. „Ich habe alles noch mal sauber gemacht, damit gleich damit gespielt werden kann“, sagt die junge Mutter. Eine andere Frau kommt rein und fragt eine Helferin: „Was können Sie derzeit brauchen?“ Antwort: „Alles!“ Vor allem Männerkleidung ist willkommen. Hosen und Hemden, möglichst nicht zu groß. Kleidung, die momentan nicht sofort weitergegeben wird, wird gelagert. Der Bedarf wird so schnell sicher nicht geringer – und Überschüssiges soll langfristig auf Kleiderkammern und Angebote wie den Tauschring in der Luisenpassage verteilt werden. AsF-Vorsitzende Brigitte Hinkelmann hat schon Pläne für ihre Ehrenamtlerinnen erstellt. „Bis Ende September können wir die Annahme hier gut koordinieren, wohl auch noch darüber hinaus.“ Die Hilfsbereitschaft der Spender werde hoffentlich anhalten.

Das erste Resümee, das die Stadt Alsdorf zieht, ist durchweg positiv. Dank der guten Vorbereitung sei die jüngste Aufnahme der Flüchtlinge sehr gut verlaufen, sagte Ordnungsamtsleiter Jürgen Kochs auf Nachfrage dieser Zeitung. Am späten Freitagnachmittag waren die drei Busse mit den letztlich 156 Flüchtlingen (vier weniger als erwartet) angekommen, bis Mitternacht haben Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Technisches Hilfswerk (THW) die Menschen registriert: überwiegend junge Männer aus Albanien. Die Feuerwehr habe sich derweil um die Logistik auf dem Platz gekümmert. „Es hat keine Probleme gegeben“, sagte Kochs. Hilfreich seien insbesondere die vielen Dolmetscher gewesen, die sich gemeldet hatten. Heute Abend wird Bürgermeister Alfred Sonders weitere Details bekanntgeben.

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