Baesweiler - SPD will Bürger stärker einbeziehen

SPD will Bürger stärker einbeziehen

Von: ssc
Letzte Aktualisierung:
5375060.jpg
Zukunftsprojekt Euregiobahn-Anbindung: Die Sozialdemokraten fordern ein gemeinsames Vorgehen mit Alsdorf und Aldenhoven. Foto: Stefan Klassen

Baesweiler. Die Nähe zum Bürger sollte Lokalpolitikern und Stadtverwaltungen nicht fremd sein. Eigentlich. Doch aus Sicht der SPD in Baesweiler hapert es daran in der Löwenstadt an einigen Stellen. Namentlich bei der Schulpolitik, dem Anschluss an die Euregiobahn und auch bei der Attraktivierung der Einkaufslandschaft. „Da wird zu vieles über die Köpfe der Menschen hinweg geplant und entschieden“, beklagt die Baesweiler SPD-Fraktionsvorsitzende Ga-briele Bockmühl.

Bei einem „Frühjahrs-Gespräch“ haben die Sozialdemokraten Bilanz ihrer jüngsten Arbeit gezogen. Und dabei festgestellt, dass sie wohl zu wenig von dem wissen, was die Bürger wollen. „Mit verheerenden Folgen“, wie Bockmühl mit Blick auf die Schülerzahlen an weiterführenden Schulen feststellt. „Wir haben hier seit vier, fünf Jahren den Trend, dass Eltern ihre Kinder an Schulen in umliegenden Städten anmelden.“

Rund 600 Schüler gingen der Stadt auf diese Weise durch die Lappen. Besserung sei nicht in Sicht. Die aktuelle Anmeldezahl am städtischen Gymnasium: 100 statt prognostizierter 135 Schüler. Auch Hauptschule (24) und Realschule (106) liegen hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurück. Für den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Karl Josef Strank ein Alarmsignal. „Weil wir aber nicht wirklich wissen, warum Eltern ihre Kinder an umliegenden Schulen anmelden, können wir der Entwicklung auch nicht gegensteuern!“

Daher fordern die Sozialdemokraten eine umfassende Befragung aller Eltern von Grundschülern. „Aber die wird von der Verwaltung und der Mehrheitsfraktion hartnäckig verweigert“, sagt Strank. Vor den Sommerferien will die SPD nun einen Schulausschuss einberufen, um nochmals für die Befragung zu plädieren.

Die Ergebnisse sollen Grundlage für „dringend notwendige Schritte“ sein. Die müssten nicht zur Schließung von Schulen führen, unterstreicht Strank. „Wir wollen ein breites Bildungsangebot für unsere Kinder erhalten.“ Gleichwohl mache es keinen Sinn, „jede Schulform in einer Stadt vorzuhalten, wenn die Gebäude leer bleiben“, stellte Landtagsmitglied Eva-Maria Voigt-Küppers beim Besuch in Baesweiler fest.

Deshalb müsse der Kontakt zu umliegenden Städten gesucht werden, um zu schauen, wo welche Schulform angesichts auch des demografischen Wandels dauerhaft Sinn mache. Für den Schulausschussvorsitzenden Dieter Fritsch ist es eine einfache Rechnung: „Es dürfen ja Schüler aus Baesweiler zu Schulen in anderen Städten fahren – aber dann muss es auch für genau so viele Schüler aus diesen Städten attraktiv sein, zu Schulen nach Baesweiler zu kommen.“

Vielleicht ja irgendwann mit der Euregiobahn? Auch hier sieht die SPD Bedarf und begrüßt, dass die von ihr seinerzeit favorisierte Trassenführung über Alsdorf-Hoengen und Siersdorf diejenige sei, die möglicherweise wirtschaftlich machbar ist. „Die Schienen liegen großteils schon und der weitere Ausbau würde von Land und Bund finanziert“, sagt Alfred Mandelartz, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.

Das Geld, das die Kommune für den Ausbau etwa von Parkflächen an Haltepunkten aufbringen müsste, würde sich rechnen. „Eine Anbindung kann nicht nur viele Baesweiler schnell an ihre Arbeitsplätze in der Region bringen – sie macht die Stadt auch besser erreichbar und hält sie als Wohnort auch für junge Familien attraktiv.“ Auch hier gelte es, Nähe zu suchen, forderte Bockmühl. „Wir müssen gemeinsam mit Aldenhoven und Alsdorf Druck in Sachen Ausbau machen. Wenn man in Baesweiler weiterhin glaubt, das im Alleingang stemmen zu können, ist man schief gewickelt.“

Vor Alleingängen warnt die SPD auch in Sachen Entwicklung der Einkaufslandschaft. „Baesweiler muss attraktiver werden“, sagt Strank, „da fließt zu viel Kaufkraft an andere Kommunen ab.“ Soweit herrscht Konsens mit der CDU. Doch ob der Plan, neue Verkaufsfläche für einen Supermarkt und einen Discounter am Feuerwehrturm zu schaffen, so richtig sei? Er zweifelt daran. „Da fehlt der rote Faden. Profitiert der Händler an der Kückstraße wirklich davon, wenn sich nur am Kirmesplatz etwas ändert?“ Daher seine Forderung auch hier: Bürger ins Boot holen, Meinungen abfragen. In allen Stadtteilen, so Strank. „Stadtplanung endet schließlich nicht an der Löffelstraße.“

Bei allem Informationsbedarf, den die SPD anmeldet, will sie eine mögliche Kritik gleich von sich gewiesen wissen. Gabriele Bockmühl: „Wir wollen hier nicht unsere Verantwortung als Ratsvertreter abgeben – aber wir müssen die Leute mitnehmen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert