Würselen - SPD tut sich mit Standort für Gesamtschule schwer

SPD tut sich mit Standort für Gesamtschule schwer

Von: ehg
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Würselen. Die SPD-Fraktion tut sich schwer mit der Entscheidung darüber, wo die Gesamtschule, die ab dem neuen Schuljahr an der Lehnstraße 3 anlaufen soll, danach ihren Platz in der Schullandschaft finden soll.

Das förderte eine Informationsveranstaltung im Alten Rathaus zu Tage, in der Vorsitzender Christoph Küppers, der schulpolitische Sprecher Andreas Dumke und der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Ulf Dreeßen, interessierten und besorgten Eltern Rede und Antwort standen.

Solide Grundlagen schaffen

Dabei warben sie bei der Höhe der zu tätigenden Investitionen und der Bedeutung der Entscheidung für die nächsten 40 Jahre um Verständnis. Sie versicherten aber, dass ihre Fraktion sich entscheiden werde, sobald die Verwaltung „solide Grundlagen“ dafür erstellt habe. Stummer Zeuge des Meinungsaustausches war der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Balthasar Tirtey, die sich wie berichtet auf einen Standort am Wisselsbach festgelegt hat.

Vorab beleuchtete Dumke die vier vom Planer entwickelten und im Oktober der Politik vorgestellten Modelle: Neubau eines Schulzentrums auf der grünen Wiese, Einrichtung eines Schulzentrums in Stadtmitte oder Unterbringung der Gesamtschule in der Realschule sowie zwei neue Gebäude auf der grünen Wiese. Dazu habe die Große Koalition einen Fragenkatalog erstellt, der der Verwaltung im November zur Bearbeitung vorgelegt worden sei. Doch sei die Frage der Kosten noch nicht abschließend geklärt. Lediglich habe sich seine Fraktion in ihrer jüngsten Sitzung entschieden, dass das Gymnasium bleiben soll und in diese Schule entsprechend – es war von 16 Millionen Euro die Rede – kräftig investiert werden solle.

Um die Kosten für das Aufstellen von „Containern“ unter die von der Verwaltung errechneten 1,2 Millionen Euro abzusenken, solle jetzt möglichst zügig an die Arbeit gegangen werden.

Für welche Variante sich Rat und Verwaltung auch entscheide, es müsse – so Christoph Küppers – eine Menge Geld in die Hand angenommen werde. Doch das sei nicht das Wichtigste. Noch wichtiger sei, dass die Schulen an ihrem Schulstandort auch funktionierten. Was die bereit zu stellenden Finanzen anbetreffe, müsse auch die monatliche, beziehungsweise jährliche Belastung des Haushalts in den Fokus gerückt werden. „Die Belastungen sind für mich interessanter als die Gesamtsumme“, führte Küppers aus. Bevor das letzten Wort über die Schullandschaft der Zukunft gesprochen werde, müssten die Schulen noch gehört werden.

„Imaginäre Schule“

Warum die Errichtung der Gesamtschule nicht um ein Jahr hinausgeschoben werde, wollten anwesende Elternvertreter von Realschule und städtischem Gymnasium wissen. Die Eltern hätten ihre Kinder „an einer imaginären Schule angemeldet“, hieß es. Dabei sei doch die Realschule über Jahre eine Vorzeigeschule gewesen. Den Vorwurf, zu spät die Grundlagenplanung auf den Weg gebracht zu haben, versuchten die SPD-Politiker zu entkräften. Küppers versicherte, dass die geplante Mensa am Städtischen Gymnasium 2016 in Betrieb gehen werde. Dann werde das heutige Provisorium ausgedient haben. Für die Gesamtschule sei an der Lehnstraße 3 im dortigen Forum für die Übergangszeit eine Mensa ins Auge gefasst worden. Dass „Container“ errichtet werden müssten, weil – so Erster Beigeordneter Werner Birmanns – keine drei Schulformen unter einem Dach unterrichtet werden dürften – davon seien die Fraktionen im Rat überrascht worden, stellte Andreas Dumke zu diesem Fragenkomplex klar.

„Wir warten auf die Beantwortung unserer Fragen“, rief Christoph Küppers die Leiterin des Städtischen Gymnasiums, Lydia Becker-Jax, auf den Plan. Sie könne nicht verstehen, warum es so lange dauere, bis eine Entscheidung gefällt werden könne. Dabei sei doch vor drei Jahren vom Rat eine Mensa am städtischen Gymnasium und an der Realschule beschlossen worden. Die Architekten hätten bereits ihre Pläne vorgelegt.

Mut zur Lücke

Sie appellierte, die Entscheidung über den Standort nicht noch weiter hinaus zu schieben. Die Kolleginnen und Kollegen ihrer Schule seien frustriert darüber, „dass nichts passiert“. Die Entscheidung noch bis zu den Sommerferien hinaus zu schieben, hielt Becker-Jax für fatal. Sie räumte jedoch gegenüber der Politik ein, dass es sich um keine leichte Entscheidung handele, und machte als Pädagogin Mut zur Lücke.

Nicht aus dem Bauch heraus

„Wir können uns hier keine Entscheidung aus dem Bauch erlauben“, zeigte sich Dumke insgesamt voller Zuversicht, dass eine nachhaltige Entscheidung über die zukünftige Schullandschaft nicht mehr lange wird auf sich warten lassen.

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