SPD-Kandidatin Voigt-Küppers will direkt in den Landtag

Von: -ks-
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Sie muss schon nach zwei Jahre
Sie muss schon nach zwei Jahren ihr Landtagsmandat für den Nordkreis verteidigen: Die Kandidatin der SPD, Eva-Maria Voigt-Küppers (Würselen). Foto: Karl Stüber

Nordkreis. Vor zwei Jahren war Eva-Maria Voigt-Küppers noch die Jägerin, jetzt ist sie die Gejagte. 2010 holte sie für die SPD in ihrem ersten Anlauf mit fast 50 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Nordkreis und stach den CDU-Mandatsinhaber Reimund Billmann (Herzogenrath) aus.

Nun muss sie deutlich vor Ende der Wahlperiode ihr Ticket für den Düsseldorfer Landtag verteidigen, und das in einer deutlich veränderten Parteienlandschaft. So steckt die FDP im Tal der Tränen. Die Piratenpartei surft auf einer großen Welle der Sympathie. Die Grünen, bisheriger Koalitionspartner der Sozialdemokraten, geraten angesichts der neuen Alternative unter Druck.

„Es ist schon schwierig, mit den Linken zusammenzuarbeiten. Aber wie das mit den Piraten im politischen Alltag gehen soll? Das ist ja ein Sammelbecken für alle möglichen Leute”, sagt Voigt-Küppers zu diesem „Phänomen”. Aber sie weiß auch, dass die gute alte Sozialdemokratische Partei Deutschland sich mal wieder weiterentwickeln muss, um aktuell zu sein. Die eigene Jugendorganisation und Spezialisten befassen sich intensiv mit den Möglichkeiten des Internets und der Digitalisierung der Welt, betont sie und legt Wert auf Wahlkampf auch via Internet und hat hierfür ihren www-Auftritt aktualisiert.

In zwei Jahren Landtagsarbeit hat sich aus ihrer Sicht viel getan. „Die SPD hat unter der Agenda 2010 stark gelitten”, verweist sie auf viel Kritik aus Reihen der Arbeitnehmerschaft. Mit dem Tariftreue- und Vergabegesetz, dem Einsatz für Mindestlohn und dem Zurechtrücken des Personalvertretungsgesetzes habe man aber gerade in Augen der Gewerkschaften wieder Boden gut gemacht. Mit der Verbesserung des Kinderbildungsgesetzes, dem Einsatz für Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten, der Abschaffung der Studiengebühren und dem „hervorragenden Bildungskonsens”, der Eltern, Kindern und Schulen auf Jahre Planungssicherheit gebe, hat die rot-grüne Landesregierung das in sie gesetzte Vertrauen der Bürger nicht enttäuscht, ist sie sicher. „Hier müssen wir konsequent weitermachen”, steht sie voll hinter dem Wahlkampfstil von SPD-Frontfrau Hannelore Kraft, die wieder soziale Belange der Menschen stärker in den Mittelpunkt stellt und damit alte, aber höchst aktuelle Werte als Markenzeichen der Sozialdemokratie nach vorne bringen will. Ganz im Stil des erfolgreichen „Kümmerers” und legendären ehemaligen Landesvaters Johannes Rau, hebt Voigt-Küppers hervor. „Politiker müssen nicht nur gut reden, sondern auch sehr genau zuhören können”, hat sie sich selbst auf die Fahnen geschrieben und pflegt den intensiven Kontakt mit den Menschen im Nordkreis. „Ich bin kein anderer Mensch geworden, weil ich Abgeordnete bin. Es geht nur um das, was ich in diesem Amt für die Bürger leisten kann. Und ich glaube, dass ich authentisch bin und mir das auch abgenommen wird.”

Auf Platz 31 der Landesliste ihrer Partei positioniert, spekuliert sie keine Sekunde darauf, auf diese Weise in den Landtag einzuziehen. „Ich will den Wahlkreis wieder direkt holen”, ist ihr Ziel.

„Es bleibt viel im Bereich Bildung zu tun”, hat sie sich für die nächste Wahlperiode vorgenommen. Auch bei den Kindertagesstätten müsse die finanzielle Entlastung für die Eltern vorangetrieben werden. „Wir müssen zudem die Situation der Erzieher verbessern.” Trotz knapper Kassen sieht sie angesichts des drohenden Fachkräftemangels Investitionen in Familie und Schulen als unverzichtbar an. Bei der Gemeindefinanzierungsreform wähnt sie die SPD auf dem rechten Weg.

Podiumsdiskussion bei der Kolpingsfamilie Alsdorf

Eine Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten des Wahlkreises 3 der Städteregion (Nordkreis) veranstaltet die Kolpingsfamilie Alsdorf. Die öffentliche Veranstaltung beginnt im Castorhaus, Im Brühl 1, am Montag, 23. April, um 20 Uhr.

Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht. Zudem sind Sie, liebe Leser, herzlich eingeladen, der Lokalredaktion vorab mitzuteilen, was Ihnen wichtig ist und auf welche Fragen Sie gerne Antworten von den Landtagskandidaten hätten.

Anregungen können ab sofort eingereicht werden. Entweder per Brief oder Karte an die Lokalredaktion unserer Zeitung, Luisenstraße 16, 52477 Alsdorf, oder als Fax an die Nummer 02404/5511-49 oder per Mail direkt an den Moderator der Podiumsdiskussion, unseren Lokalredakteur Karl Stüber, an die Adresse k.stueber@zeitungsverlag-aachen.de. Ihre Anmerkungen werden in die Moderation einfließen.



Seit 1994 Mitglied im Stadtrat Würselen

Die Sozialdemokratin Eva-Maria Voigt-Küppers ist erstmals bei den Wahlen am 9. Mai 2010 in den Landtag eingezogen. Dort arbeitete sie als ordentliches Mitglied in den Ausschüssen Familie, Kinder und Jugend sowie Bauen, Wohnen und Verkehr und Frauen, Emanzipation und Gleichberechtigung.

Sprecherin der Enquete-Kommission „Wohnungswirtschaftlicher Wandel und neue Finanzinvestoren” war sie von Februar 2011 bis März 2012. Geboren wurde sie am 11. Mai 1958 in Rheine. Die Witwe ist Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen.

Nach Abitur und Studium der Germanistik und Sozialwissenschaften, Familienphase und Mitarbeit im Handwerksbetrieb des Ehemannes absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Sie arbeitete bis zu ihrer Wahl vor zwei Jahren in einer Jugendwohngruppe in Aachen.

Seit 1974 gehört Voigt-Küppers der SPD an. Sie bekleidete verschiedene Funktionen bei den Jusos und der SPD. Seit 1994 gehört sie dem Rat der Stadt Würselen an, seit 1999 ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende und seit 2004 Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.
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