Spannungsreiche Doppelausstellung in der Stadtbücherei

Von: Nina Krüsmann
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Ergänzen sich: Veronika Kropidlowski und Willi Lemke präsentieren ihre jüngsten Werke. Foto: Krüsmann

Alsdorf. Veronika Kropidlowski ist Fachfrau für die Blicke der Augen, und Willi Lemke hält gerne schöne Augenblicke fest. Gemeinsam stellen die beiden Künstler aus dem Nordkreis jetzt ihre aktuellen Arbeiten in der Galerie der Stadtbücherei Alsdorf aus.

Franz-Josef Kochs, Vorsitzender des Kunstvereins Alsdorf, freut sich über die Vielfalt der Werke. Zu sehen sind Gemälde, Fotografien und Skulpturen. Veronika Kropidlowski hat zum Fotoapparat gegriffen und Blicke eingefangen. Die Fotos der Augen dienten ihr als Vorlage für Farbstiftzeichnungen. Die Augen vieler verschiedener Menschen hat sie mit Farbstiften auf das Papier gebracht. Die detailreiche Darstellung ermöglicht einen faszinierenden Blick auf Augapfel, Iris und Pupille. Aber auch die Spiegelung, meist mit der Künstlerin selbst, zeigt sich im Auge. Seltsam verzerrt und spiegelverkehrt zeigt sich, was das gezeichnete Auge gerade sieht.

Vielfalt der Tierwelt

Im nächsten Schritt befasste sich Kropidlowski mit der unendlichen Vielfalt der Tierwelt. Wieder zeigt sich die Spiegelung in den Tieraugen. Die das Auge umgebende Färbung der Haut, des Fells beziehungsweise des Gefieders lassen das porträtierte Tier erahnen. Eine genaue Bestimmung erweist sich aber meist als schwierig, weil nicht zuletzt die Größendimension fehlt. Jedes Auge erscheint in der Zeichnung in der gleichen Größe, egal wie groß oder klein das Tier in Wirklichkeit ist.

Spannend sind überdies die Augen, in denen sich Alsdorfer Wahrzeichen wie der Cinetower oder die Burg – und nicht zuletzt die Stadthalle – spiegeln.

Suche nach Impulsen

Veronika Kropidlowski wurde 1959 in Alsdorf-Begau geboren. Sie lebt und arbeitet in Mariadorf. Seit 1986 hat sie ihre autodidaktischen Fähigkeiten in Lehrgängen und Fortbildungen vertieft. Häufig arbeitet sie mit anderen Künstlern zusammen, um im direkten Kontakt und der intensiven gemeinsamen Arbeit neue Impulse für ihr Schaffen zu erfahren. Regelmäßig nimmt sie an Gruppenausstellungen teil und veranstaltet seit 2010 immer mehr Einzelausstellungen.

Der Würselener Künstler Willi Lemke ist ebenfalls vielseitig kreativ: Seine Buntbilder sind Werke in Acryl, die Natur in Kunst verwandeln. Es gibt keinen gleitenden Übergang, jede Farbe steht für sich als Fläche. Durch Linien eingedrängte Farbfelder treten gegeneinander an oder spielen miteinander. Die Farbe Schwarz als Trennlinie ist ein Ultimo. Hart aber fair spielen die Farben miteinander und senden für den Betrachter ein Gehirnspiel aus. Das Bildmotiv wird durch die meist konsequent angewandten Linien netzartig umschlossen, aufgeteilt, zerlegt. Ein Weg ist meist das Zentrum.

Eine Weiterentwicklung der Buntbilder sind die „Fotofarbcollagen“, die Motive aus Lemkes Heimat zeigen. Das Wurmtal ist Thema der mit Acrylfarbe übermalten Transformationsbilder. Hier werden Farben flächig, konzentriert und der Natur angepasst aufgemalt und mit schwarzen Linien eingegrenzt. Der Charakter der jeweiligen Naturszene wird hiermit hervorgehoben. „Die Natur ist einmalig schön, wird aber vom Menschen oft missachtet, verändert, ausgebeutet oder zerstört“, erklärt Lemke, worauf er mit seinen Werken hinweisen möchte. Ebenfalls eindrucksvoll sind Lemkes Metallplastiken, die aus Brenneisen bestehen und bewusst dem Prozess des Rostens ausgesetzt wurden.

Lemke, geboren 1950 in Würselen, studierte unter anderem Kunst bei Professor Joachim Bandau und ist seit 2011 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler Aachen.

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