Sozialer Aspekt soll nicht zu kurz kommen

Von: Beatrix Opree
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Alle Hände voll zu tun: Wolfgang Dost (Bild) und seine Kollegen von der Recyclingbörse Herzogenrath leeren seit kurzem im Auftrag der Regio-Entsorgung die Altkleider-Container in Herzogenrath und transportieren den Inhalt zum Sortieren nach Heerlen. Foto: mabie

Herzogenrath. In Merkstein und in Herzogenrath-Mitte stehen sie bereits, die neuen Altkleider-Container der Regio-Entsorgung AöR. Die Aufstellung in Kohlscheid soll so schnell wie möglich folgen, sobald weitere neue Behälter geliefert sind, wie Stephanie Pfeifer, Bereichsleitung Unternehmensentwicklung bei der Regio-Entsorgung, darlegt.

41 Container sollen es insgesamt werden im kompletten Stadtgebiet. Bunte Sticker auf dem weißen Blech machen deutlich, was hinein darf: ausgediente Kleidung jeder Art, sauber und trocken verpackt, dazu Schuhe, paarweise gebündelt. Keinesfalls aber Teppiche oder ähnliche Waren. Hart umkämpfter Markt Altkleider sind ein begehrtes Gut auf einem hart umkämpften Markt. Einsprüche gewerblicher, aber auch gemeinnütziger Sammler gegen die Neuregelung der Altkleidersammlung in der Städteregion hat dies in jüngster Vergangenheit deutlich gemacht. Letztere setzen nun größtenteils auch auf private Grundstücke, um ihre Container aufzustellen.

Und die Kommunen ringsum hoffen, durch ein Sammelnetz „unseres eigenen kommunalen Betriebs“, wie Bürgermeister Christoph von den Driesch es darlegt, der Flut in die Städte drängender gewerblicher Anbieter Herr zu werden. Auch der Kontinuität wegen im Rahmen kommunaler Daseinsvorsorge. Von den Driesch verweist in diesem Zusammenhang auf Erfahrungen im Bereich Altpapier vor einigen Jahren: „Die gewerbliche Konkurrenz ist groß, solange die Preise gut sind. Fallen die Erlöse, ziehen die Gewerblichen sich aus der Fläche zurück.“ Und der Bürger hat das Nachsehen. „Mit der Regio-Entsorgung aber gewähren wir eine verlässli che Grundstruktur.“ Und diejenigen, die in der Stadt aus gemeinnützigen Gründen schon immer gesammelt haben, wie von den Driesch sagt, sollen dabei nicht unter den Tisch fallen.

Froh zeigte er sich, dass die Regio-Entsorgung bereit gewesen sei, einen Vertrag mit der Recyclingbörse Herzogenrath abzuschließen. Die übernimmt fortan die Entleerung der Container in der Rodastadt und den Transport des Inhalts zum „Textiel Sorteercentrum“ in Teilhaberschaft der Reinigungsdienste Rd4 in Heerlen. 80 behinderte Menschen, so erläutert Stephanie Pfeifer, seien dort mit Sortieren und Aufbereiten der Textilien beschäftigt. Über 150 Fraktionen würden dabei gebildet. Ausgesuchte Ware wird an die „Kringloop-Winkel“/Gebrauchtwarenkaufhäuser in Heerlen und Kerkrade weitergegeben. Der Rest wird weltweit vermarktet, je nach Sommer- und Winterkleidung jahreszeitgemäß abgesteuert, wie Ulrich Reuter erläutert.

Rainer Lenzen, Technischer Betriebsleiter der Regio-Entsorgung, verweist derweil auf die guten Erfahrungen im Zusammenspiel mit der Recyclingbörse bereits in der Vergangenheit, etwa auf dem Recyclinghof. Die Kooperation mit Rd4 befindet sich noch im Versuchsstadium, zurzeit wird erhoben, welche Qualitäten an welchen Standorten abgegeben werden. Ein Feedback vom Abnehmer gebe es allerdings bereits, wie Stephanie Pfeifer augenzwinkernd berichtet: Der angelieferte Inhalt aus der Städteregion habe deutlich gemacht, dass die Deutschen sich wenig farbenfroh kleiden.

Der Markt in Afrika sei in diesem Punkt anspruchsvoller. Eine höhere Akzeptanz der Alttextil-Sammlung, die gleichzeitig die Hemmschwelle für „Fehlwürfe“ erhöhe, verspricht sich Herzogenraths Technischer Beigeordnete Ragnar Migenda durch das nunmehr dichte Containernetz. Fehlwürfe steigern Kosten Denn manche Zeitgenossen sind in der Tat rücksichtslos bis böswillig: Selbst alte Brathähnchen oder ausgelaufene Farbeimer haben die Entsorger schon in den Containern gefunden, wie Ulrich Reuter, Vorstand der Regio-Entsorgung, schildert. Fiese Hinterlassenschaften, die den kompletten Inhalt unbrauchbar machen und einfach nur die Kosten in die Höhe treiben. Und letztlich sollen die Erlöse ja auch etwas bringen für die Bürger, hoffen die kommunalen Altkleider-Sammler. Bürgermeister von den Driesch betont: „Wenn Gewinne erzielt werden, dann sollen sie auch bei uns gehalten werden und die Abfallgebühren stabil halten – und nicht in irgendwelche fremden Firmenvermögen wechseln.“ Was bedeutet diese Kooperation für die Recyclingbörse?

Kever: Die Recyclingbörse ist dem Umweltschutz verpflichtet. Die Sammlung von Altkleidern ist ein besonders gutes Beispiel. Altkleider sind ein wertvoller Rohstoff und definitiv zu schade, um im Restmüll einer Verwertung zugeführt zu werden, die keine Weiterverwendung erlaubt. Daher ist die Kooperation mit der Regio-Entsorgung ein richtiger Schritt und passt gut in unser Gesamtkonzept. Zudem sichert diese Kooperation weiter eine Arbeitsstelle, die sonst für den Träger, den Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen, nicht finanzierbar wäre.

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