Alsdorf - „Soziale Stadt“: Lebensraum in Alsdorf-Mitte verbessern

„Soziale Stadt“: Lebensraum in Alsdorf-Mitte verbessern

Von: Karl Stüber
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Still ruht (noch) der See: Die Luisenpassage wird sich aber im nächsten Jahr erheblichen Zulaufs erfreuen, wenn die Partner des Projekts ABBBA ihre Büros dort bezogen haben. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber
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Management: Mareijke Haupt (l.) und Ursula Siemes. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Der offizielle Startschuss für das Projekt „Soziale Stadt Alsdorf-Mitte“ wird am Montag, 26. November, gegeben. Ab 19 Uhr geht es in der Stadthalle um die gebührende Vorstellung des Konzepts – mit Wortbeiträgen und auch Musik. Die Partner des Projekts, in der Regel Wohlfahrtsverbände und sozial engagierte Einrichtungen, werden Thema sein.

 Dabei sind diese schon längst in Alsdorf engagiert, bringen nun aber Angebote und Aktivitäten in die umfassenden Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote (ABBBA) für die Einwohner ein, setzen auf eine bessere Vernetzung, auf Synergieeffekte. Sie sollen ihre Beiträge zu ABBBA an einem Ort konzentrieren, in der Luisenpassage.

Dort stehen die meisten Ladenlokale bislang leer, und es dauert laut Manfred Schmidt, stellvertretender Leiter des Jugendamtes, auch noch bis ins frühe Jahr 2013, dass um- bzw. eingezogen werden kann. Organisatorische Fragen wollen geklärt sein.

Die leeren Ladenlokale sollen zu Büroräumen umgerüstet werden. Deshalb wird bis dahin die bereits seit 1. September aktive Quartiersmanagerin Ursula Siemes noch von einem Büro im Rathaus aus ihre Arbeit leisten müssen. Die Juristin und Kunst- sowie Kultur-Pädagogin soll die sozial-integrativen Maßnahmen im Quartier Alsdorf-Mitte koordinieren und umsetzen und dabei mit dem ABBBA e.V. zusammenarbeiten.

Nun wird sie dabei von Mareike Haupt unterstützt. Die 27-jährige Kulturpädagogin und -managerin hat schon mit jungen Jahren reichlich Erfahrung hierin und hierfür gesammelt. Sie hat unter anderem ein Jahr in der Türkei gelebt und in Antalya „interkulturelle Projekte“ umgesetzt. Zuletzt hat sie Quartiersarbeit in Mönchengladbach geleistet - gute Vorkenntnisse also für ihre nun in Alsdorf anstehenden Aufgaben.

Es geht darum, „Infrastrukturlücken“ zu erkennen und zu schließen, sagt Schmidt vom Jugendamt. Die Maßnahmen hierzu seien „durchfinanziert“.

Die jetzt schon laufenden Aktivitäten von ABBBA-Partnern können sich sehen lassen. Hier eine kleine Auswahl: Die Caritas, seit 1. Oktober in der Annastraße 56, ist mit mehreren Projekten „unterwegs“, wie Ralf Bruder, Referatsleiter Ehrenamt-Familie-Migration, erläutert. Beim Bildungsshop geht es darum, dass Jugendliche von ehrenamtlichen Erwachsenen begleitet werden.

Durch bürgerschaftliches Engagement soll der Übergang in den Beruf unterstützt werden. In einem weiteren Projekt sind Grundschüler Zielgruppe, um Startschwierigkeiten zu Beginn der Schullaufbahn in den Griff zu bekommen. Sprachliche Defizite von Kindern mit Migrationshintergrund gilt es aufzuarbeiten. Beim dritten Vorhaben unter dem Stichwort „Jugendmigrationsdienst“ geht es um die Gruppe der 12- bis 27-Jährigen.

Vernünftige Bildungswege und die passenden Abschlüsse sollen anvisiert werden. Ralf Bruderus wertet das Projekt „Soziale Stadt“ als „Riesenplus“ und als Instrument zur Aufwertung von Alsdorf.

Monika Hartleib-Schöller vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Alsdorf freut sich, dass seit 1. Oktober die Finanzierung für eine halbe Stelle gesichert ist, um ehrenamtliche Dolmetscher auszubilden, die als Sprach- und Kulturmittler wirken.

SkF-Geschäftsführer Ulrich Freimann spricht von der Ambulanten Erziehungshilfe, um Defizite von Familien aufzuarbeiten. Lisa Trümber-Loogen (SkF) sucht Ehrenamtler als Familienpaten, die entsprechend geschult werden. Der jeweilige Bedarf für den Einsatz dieser Leute wird zum Beispiel aus Krankenhäusern oder Schulen gemeldet, die Einblick in die jeweiligen Lebensumstände gewonnen haben. Näheres gibt es bei ihr unter 02404/9322-2.

Manfred Schmidt vom Jugendamt betont, dass es im Zuge der Arbeitsteilung darum geht, dass Hilfseinrichtungen, die den Erstkontakt haben, eine art Lotsenfunktion übernehmen und auch andere Möglichkeiten der Hilfestellung im Blick halten, um Betroffenen effektiv zu helfen.

Effektive Verzahnungen

Es gehe nicht um Konkurrenz unter den Hilfseinrichtungen, sondern um effektive Verzahnungen im Zuge von ABBBA.

Britta von Oehsen, Diakonisches Werk, weist auf das Müttercafé und den Elterntreff hin, die in der Luisenpassage eingerichtet werden sollen. Das soll mehr sein als „nur“ ein Ort der Begegnung, sondern der Familienbildung und -begleitung mit vielfältigen Kursangeboten, Vorträgen und Workshops dienen. Eine Übersicht über „Frühe Hilfe“ in Alsdorf biete der Internetauftritt unter www.starteklar.de

Armin Carduck, Diakonisches Werk und ABBBA-Vorstand, setzt auf Öffentlichkeitsarbeit, um die „Soziale Stadt“ im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Und Manfred Schmidt sagt: „Jeder Bürger kann daran teilnehmen.“

Beste Gelegenheit zur weiteren Information bietet die Auftaktveranstaltung am 26. November in der Stadthalle am Denkmalplatz.

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