Sozialbericht: Wer lebt wie und wo in Baesweiler?

Von: mas
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Baesweiler. Im Rahmen des Projektes „NRW hält zusammen ... für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ hat Baesweiler einen Sozialbericht verfasst.

Die Ergebnisse wurden nun von Vera Tolo dem Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales vorgestellt. Der erste Sozialbericht, der unmittelbar vor der Veröffentlichung steht, dient als Grundlage zur Planung sozialer Maßnahmen unter Beteiligung der Bürger, freier Träger und anderen öffentlichen und privaten Institutionen.

Sieben Monate wurden Daten gesammelt und ausgewertet. Fast eine Stunde referierte Vera Tolo, bis der in drei Abschnitten gegliederte Bericht vorgestellt war. Die Daten stammen von verschiedenen landesstatistischen Stellen sowie vom Gesundheitsamt der Städteregion, vom Einwohnermelderegister sowie von der Bundesagentur für Arbeit und vom Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Baesweiler.

Etwa 30 Prozent der ausgegebenen Fragebögen – insgesamt waren es 1500 – kamen zur Auswertung zurück. „Das ist eine gute Quote“, sagte Vera Tolo. Die Familienbefragung wurde teilweise mit Interviews unterlegt. Die Datenanalyse umfasst neben demografischen, Beschäftigungs- und Transferleistungsdaten insbesondere die Analyse der Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen, Familien sowie Senioren. Oder kurz gefasst: „Wer lebt wie und wo in Baesweiler“, erklärte Vera Tolo.

28.000 Einwohner zählt Baesweiler, „mit leichtem Frauenüberschuss“, merkte die Referentin an. Insgesamt sei die Arbeitslosigkeit in Baesweiler „nicht so hoch und sie ist auch – insgesamt betrachtet – kein größeres Problem“. Das Durchschnittsalter des Baesweiler Bürgers liegt bei 42 Jahren. Das wird sich aber deutlich nach oben verändern, befürchtet die Expertin. Sie zog als Grund unter anderem den demografischen Wandel heran. Vera Tolo: „Die Bevölkerung in Baesweiler wird, wie auch in anderen Kommunen, älter, weniger und bunter“.

Bis 2040 wird der Rückgang deutlich spürbar sein. Das „weniger“ mochte Beigeordneter Frank Brunner aber nicht so stehen lassen. Er begründete auch, dass Baesweiler neue und große Baugebiete (Südwest), schaffen würde.

Einige wesentliche und ausgewählte Ergebnisse für den Schwerpunkt Kinder, Jugendliche und Familie wurden genannt. So zeigt der Bericht auf, dass sich die Lage der Familien im Vergleich zu einer Befragung in 2012 „deutlich gebessert hat“. In 2012 lagen noch 35 Prozent der Familien „im untersten Einkommensbereich“. In der Befragung 2017 sind es nur noch 17 Prozent.

Die Verteilung der einkommensstarken oder auch –schwachen Familien variiert in den Stadtteilen teilweise sehr stark. Den größten Anteil von relativer Einkommensarmut betroffenen Familien hatte der Sozialraum Setterich-Nord, der mit dem Programmgebiet „Soziale Stadt Setterich-Nord“ identisch ist. Besonders von Armut gefährdet waren Familien mit Migrationshintergrund, kinderreiche Familien und Alleinerziehende.

Diese Gruppen, so empfiehlt das die Expertin, haben einen besonderen Unterstützungsbedarf. Direkt verglichen waren Familien mit Migrationshintergrund fast dreimal so stark von Armut betroffen. Familien mit einem niedrigen Bildungsstand wiesen eine im Vergleich besonders hohe Armutsgefährdungsrate auf. Der über 100 Seiten starke Sozialbericht werde einer der Grundlagen zur Beantragung weiterer Förderprogramme sein, versprach Frank Brunner. Er betonte: „Wir werden zielgerecht vorgehen.“

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