Sonders sieht Alsdorf trotz Rückschlägen auf einem guten Weg

Von: Verena Müller
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Gestaltete den Auftakt des Neujahrsempfangs der Stadt Alsdorf in der Stadthalle vor rund 400 Gästen: der städtische Chor Alsdorf. Foto: Verena Müller
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Bürgermeister Alfred Sonders sang sogar zu den Klängen des Bergmännischen Bläserensembles St. Barbara das Steigerlied. Foto: Verena Müller
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Gastredner Prof. Bernd Mathieu referierte. Foto: Verena Müller
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Bürgermeister Alfred Sonders sang sogar zu den Klängen des Bergmännischen Bläserensembles St. Barbara das Steigerlied. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Standen beim vergangenen Neujahrsempfang der Stadt Alsdorf noch unzählige Menschen auf der Bühne – nämlich die vielen in der Flüchtlingshilfe aktiven Ehrenamtler –, so rollte Bürgermeister Alfred Sonders in diesem Jahr mit seiner halbstündigen Ansprache einem einzigen Gast den roten Teppich aus: Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung.

Inhaltlich konnten die rund 400 Zuhörer am vergangenen Freitagabend in der Stadthalle zwischen den beiden Reden einige Parallelen ziehen, und auch der Tenor war ähnlich: Alsdorf hat in der Vergangenheit mit Mut und Entschlossenheit so manche Hürde zu meistern gewusst. Und selbst wenn es im vergangenen Jahr bestimmt nicht nur Anlass zum Jubeln gab – unter dem Strich darf man ein positives Fazit ziehen: So leicht lassen sich die Alsdorfer nicht mürbe machen.

Gemeint sind natürlich der Wasserschaden im Neubau des Kultur- und Bildungszentrums und die Mängel des Altbaus. Die Nachricht von den Verzögerungen und der Kostenexplosion hallt immer noch nach, das war Sonders deutlich anzumerken. „Ja, 2016 ist für uns ein schweres Jahr gewesen“, sagte er zu Beginn seiner Rede, senkte dabei merklich die Stimme und kam leicht ins Stocken. Die „maroden Fundamente“ gingen ihm nicht leicht über die Lippen. Das sind nicht die Botschaften, die er gerne verbreitet.

Sonders fand aber schon wenige Sätze später zu seiner gewohnten Form zurück. Er nahm den rechten Fuß vom flachen Podest des Rednerpults, stand buchstäblich wieder mit beiden Füßen fest auf dem Boden und formulierte mit fester Stimme Worte zu den Investitionen im Bildungsbereich, der Notwendigkeit der Sportplatzreduzierung, neu geschaffenem Wohnraum, der Entwicklung der lokalen Wirtschaft und weichen Standortfaktoren.

Zwischendurch lockerte er kurz die Schultern, dann führte er im Geiste zügig weiter durch seine Stadt. Zum Schluss verwies er auf das Bergbauende vor 25 Jahren, das in diesem Jahr den roten Faden im städtischen Veranstaltungskalender bildet. Damit war Bernd Mathieu die Bühne bereitet, der diese gut gelaunt betrat, um eine Bilanz des vergangenen Vierteljahrhunderts zu ziehen.

Den Rahmen der Rede bildete die Frage, wie man Alsdorf buchstabieren müsse: A wie Alptraum, L wie Laborversuch, S wie Schicksal. Oder vielmehr A wie Aktion, L wie Lebensfreude, S wie Sahnehäubchen? Die Antwort lag auf der Hand. Den gedanklichen Spaziergang durch die Stadt, zu dem Sonders wenige Minuten zuvor eingeladen hatte, griff er in einer Präsentation auf, akzentuierte, fokussierte, blickte zum Teil leicht amüsiert, aber immer wohlwollend durch die Brille des Nachbarn, der Alsdorf ausgezeichnet kennt, sich aber das Privileg einer kritischen Perspektive erlauben kann.

Mathieu stammt aus Baesweiler, hatte 1973 am Alsdorfer Gymnasium Abitur gemacht und als freier Mitarbeiter in der Alsdorfer Lokalredaktion seine journalistische Karriere begonnen. Anekdoten aus vergangenen Zeiten und Kurioses aus der Gegenwart – wie die Unterscheidung zwischen Fußweg und Fußgängerzone in der innerstädtischen Beschilderung – wusste er so unterhaltsam und informativ zu verweben. Und hatte die Lacher auf seiner Seite, was er in kurzen Redepausen zufrieden zur Kenntnis nahm.

Die nicht immer zielführende Dominanz des Aachener Oberzentrums, der Kraftakt Strukturwandel mit all seinen Herausforderungen, die Entwicklung des Annageländes – „von Rückschlägen nie verschont (...), aber dennoch insgesamt gut in Tritt gekommen“ – lautete das Urteil. Die Bergbaustadt sei eine attraktive Wohnstatt geworden, das Schulangebot hervorragend, das Gefühl von „Wärme, Freundlichkeit, Sympathie, Offenheit“ Teil der Alsdorfer Identität. Das waren Worte, die wie Balsam auf geschundene Seelen wirkten.

Selbst bei kritischen Passagen, etwa zu falschen Weichenstellungen der Vergangenheit, unorthodoxen Methoden ehemaliger Amtsträger oder ungelösten Aufgaben wie der Neugestaltung des Zentralparkplatzes, lautete der Tenor: „Wir haben nach wie vor Anlass zur Zuversicht.“

Mehrfacher Zwischenapplaus und der Beifall am Ende der Rede demonstrierten: Die Alsdorfer gaben dem Redner Recht.

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