Herzogenrath - Solarpark II jetzt am Netz: 33.000 Quadratmeter groß

Solarpark II jetzt am Netz: 33.000 Quadratmeter groß

Von: Beatrix Oprée
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Blick auf weitere 33.000 Quadratmeter voller Photovoltaik-Module: Vertreter aus Politik und Verwaltung machten sich als erste ein Bild von Solarpark II, der im Hochfeld entstanden ist. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Strahlender Sonnenschein und klirrende Kälte: Feuchtigkeit und danach deutliche Minustemperaturen haben die neuen Module mit Raureif bedeckt, über 33.000 Quadratmeter hinweg. „Das macht nichts“, sagt Dr. Matthias Betsch, Projektleiter, „selbst unter einer Eisschicht produzieren die Zellen noch, allerdings zu einem geringeren Prozentsatz.“ Doch die Sonne entfaltet auch mitten im Winter Kraft, und taut schon bald alles zuverlässig wieder auf.

Mitte Dezember hat der Testbetrieb begonnen, jetzt ist auch der Solarpark II im Hochfeld am Netz. Grund genug für Politik und Verwaltung, am Freitag einen Blick auf die rund 14.500 Solarmodule des 3,7 Millionen Euro teuren Vorzeigeprojekts zu werfen – an dem die Stadt Herzogenrath mit zehn Prozent beteiligt ist. Weitere Anteilseigner der Green Solar Herzogenrath GmbH sind zu gleichen Teilen die Energie- und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) sowie die n.s.w. Energy, eine Tochtergesellschaft der Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH.

Charles Russel, Inhaber der Nivelsteiner Sandwerke, klärt seine Gäste an diesem Morgen nochmals über die Details der ganzen Maßnahme auf, unter anderen den viermonatigen Baustopp, weil der Spruch der Berliner Clearingstelle in puncto Förderfähigkeit gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgewartet werden musste.

Die monatelange Dauer des Prüfprozederes lässt ihn immer noch den Kopf schütteln: „Wenn man den Zubau mit Photovoltaik gar nicht will, dann soll man das sagen ...“ Schließlich habe man nach den Vorbereitungsarbeiten den Generalunternehmer bei der Stange halten müssen, was Projektleiter Betsch durchaus Mühe gekostet habe.

Gerne wiederholt Russel auch seinen Dank an die Behördenvertreter, die letztlich für einen reibungslosen und schnellen Ablauf in Sachen Baugenehmigung sorgten. Und er dankt der Politik, die immer hundertprozentig hinter dem Projekt gestanden habe.

100 Prozent schweben Russel auch bei der Versorgung der Herzogenrather Bevölkerung mit Strom aus der Sonne vor. Bislang sei rein rechnerisch ein Drittel Herzogenraths abgedeckt, lenkt er den Blick auf weitere nutzbare Flächen der Sandwerke, die im Flächennutzungsplan bereits enthalten seien und immerhin weitere vier Megawatt Strom liefern könnten.

Was Bürgermeister Christoph von den Driesch frohlocken lässt: „Herzogenrath ist auf dem Weg zur Energie-Autarkie!“ Wenn man nämlich ergänzend sähe, in welcher Höhe die Stadt über die Enwor an entsprechenden Projekten „mittelbar und unmittelbar“ beteiligt sei ... 80 Prozent kämen da mittlerweile schon zusammen.

„Nachhaltigkeit ist ja die Zielsetzung“, hatte auch der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda betont, wie sehr die Solarfelder der Stadt am Herzen liegen. Mit April beginnen die sonnenstarken Monate, rund 3,8 Megawatt peak erbringt Solarpark II an Leistung. Und Solarpark I legt seit 2012 mit 10,5 Megawatt vor. Das reduziere im Vergleich zu herkömmlicher Energieproduktion den Kohlendioxidausstoß um insgesamt 7700 Tonnen im Jahr.

Folgen werden jetzt unter anderem noch Lärmschutzmaßnahmen gegen die Geräusche der Wechselrichter und Bepflanzungen, um die Zäune zu verdecken.

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